"Das ist schön, aber nicht genug": "Golem.de" zieht erste Abomodell-Bilanz

 

Vergangenen August hatte "Golem.de" sein Abomodell "Golem pur" gestartet. Ab 2,50 Euro im Monat bekommen die Nutzer eine werbefreie Seite, die keine Profilbildung durchführt und keine Daten an die Werbe-Server sendet.

Vergangenen August hatte "Golem.de" sein Abomodell "Golem pur" gestartet (kress.de berichtete). Ab 2,50 Euro im Monat bekommen die Nutzer eine werbefreie Seite, die keine Profilbildung durchführt und keine Daten an die Werbe-Server sendet. Abonnenten erhalten zusätzlich "Komfortfunktionen". Bis zur Einführung des Abos war Werbung die einzige Einnahmequelle für "Golem.de".

Am 31. Dezember 2014 zählte "Golem.de" 1.638 Abonnenten - das sind nicht einmal ein Prozent der Leser (die Agof bescheinigt "Golem.de" 1,92 Mio Unique User im Monat). Davon haben sich 1.279 für ein Zwölfmonatsabo entschieden, 253 für die Sechsmonatsoption, 106 für die Einmonatslösung. Den größten Wachstumsschub hätten sie in der Startphase verzeichnet, nach rund drei Wochen ebbte er ab. Seitdem wachse die Zahl der Abonnenten im Monat um rund drei Prozent, wie es in einer Mitteilung auf "Golem.de" heißt. Langfristig strebt das IT-Onlinemagazin Abonnentenzahlen im Bereich von ein bis fünf Prozent der Leserschaft an.

"Wir sind stolz auf unsere Abonnenten und freuen uns, dass sie an uns glauben und uns finanziell wie auch kreativ unterstützen. Als Dankeschön haben wir ihnen unser erstes Printmagazin 'Android verstehen' als PDF zum Download geschenkt."

3.680 Euro pro Monat

3.680 Euro spült das Modell derzeit in die Kasse - damit könne fast eine Redakteursstelle (mit Nebenkosten etc.) bezahlt werden. "Das ist schön, aber nicht genug. Ein realistisches Ziel scheint es, nach drei Jahren mindestens den Level der 'taz' erreicht zu haben. Von den 900.000 Euro, die Krautreporter durch Crowdfunding eingenommen hat, sind wir aber sicherlich noch über 20 Jahre entfernt."

Die Bewerbung des Abos rückte allerdings aber auch eine Zeit lang in den Hintergrund - "aufgrund anderer Projekte". Nach der Startphase gab es viele Wochen keinerlei Hinweise auf der Startseite, heißt es auf "Golem.de".

Zum Abschluss heißt es: "Wir sehen uns am Beginn eines spannenden, langen Weges. Wie alle Onlinemedien müssen wir daran arbeiten, neue Einnahmequellen zu erschließen. Das Abo kann dabei nur eins von mehreren Standbeinen sein. Es ist aber wichtig für unser Weiterbestehen. Wir sehen das Abo in den kommenden Jahren vor allem als Ausgleich zu den rückläufigen Anzeigeneinnahmen, die auf die hohe Adblock-Nutzer-Rate und den einsetzenden radikalen Wandel des Werbemarkts zurückzuführen sind."

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