Stephanie Czerny zum neuen DLD-Programm: "Nicht nur Techno-Optimismus, sondern kritische Stimmen"

 

Offiziell herrscht beim alljährlichen Burda-Kongress DLD natürlich Aufbruchsgeist, was schon das aktuelle Motto "It's Only the Beginning" ausdrücken soll. Trotzdem möchte Chef-Organisatorin Stephanie Czerny auch ausdrücklich ernste Töne zulassen, zudem hat sie ein hochkarätiges "Je Suis Charlie"-Panel besetzt. "Die Auseinandersetzung mit Werten und die Bedrohung des Sinns werden diesmal eine große Rolle spielen."

Offiziell herrscht beim alljährlichen Burda-Kongress DLD natürlich Aufbruchsgeist, was schon das aktuelle Motto "It's Only the Beginning" ausdrücken soll. Trotzdem möchte Chef-Organisatorin Stephanie Czerny auch ausdrücklich ernste Töne zulassen, zudem hat sie ein hochkarätiges "Je Suis Charlie"-Panel besetzt. "Die Auseinandersetzung mit Werten und die Bedrohung des Sinns werden diesmal eine große Rolle spielen."

Viviane Reding schlüpft wieder in die Journalistinnen-Rolle

Wie jedes Jahr richten sich kurz vor dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos wieder alle Blick auf München. Der diesjährige DLD findet vom 18. bis 20. Januar statt - mit vielen prominenten Wegbegleitern wie der "HuffPo"-Gründerin Arianna Huffington, dem allgegenwärtigen Jeff Jarvis, Amazon-CTO Werner Vogels oder Accel-Partner Joe Schoendorf. Ex-EU-Kommissarin Viviane Reding und bekanntlich selbst ursprünglich Journalistin kehrt sogar zu ihren Anfängen zurück und moderiert eine Gesprächsrunde, an der Thomas Ebeling von ProSiebenSat.1, Lutz Schüler von Unity Media und Kerry Trainor von Vimeo teilnehmen wird.

Digitale Welt auf dem Weg in eine neue Umlaufbahn

Zumindest ein Großteil des Programms wird allerdings vom Aufbruchsgedanken durchzogen - mit der Chance, kurz vor möglichen Großinvestitionen, angedeuteten Börsengängen oder schlicht dem "Next Big Thing" dabei zu sein. "Das Internet, das wir seit etwa 1995 kennen, verändert sich jetzt noch mal vollkommen", sagt Stephanie Czerny. "Die neuen Apps oder die Diskussion um Big Data bringt die digitale Welt in eine neue Umlaufbahn." 

Stars auf dem DLD: Uber-Chef Travis Kalanick (samt Freundin)

Die zugehören Impulse dafür sollen vor allem vom Eingangsgespräch von Ben Horrowitz von Andreessen Horrowitz mit Burda-Vorstand Paul-Bernhard Kallen ausgehen. Aber natürlich werden im Auditorium bei einem der seltenen Europa-Auftritte von Uber-Mitgründer und CDO Travis Kalanick knapp werden. Tralanick, der nicht nach Davos weiterreisen wird, hat in Deutschland so gut wie noch nie öffentlich gesprochen. Er wird das Lang-Panel "Pushing the Refresh Button" bestreiten. 

"Mit Speck fängt man Mäuse"

"Es werden noch viel mehr Dienstleistungen durch dieses Modell verändert", sagt Czerny über den vermeintlichen Taxibranchen-Killer Uber. Auch hier stehe man in der Entwicklung neuer Geschäftsmodell erst vor dem themengebenden "New Beginning". Kalanick kommt übrigens nicht alleine nach München. Als Musikerin wird auch seine Freundin Gabi Holzwarth auftreten. "Mit Speck fängt man Mäuse", lautet Czernys vieldeutige Erklärung dafür. 

Ist das Netz schon wieder tot?

Einen Schwerpunkt bekommen auch die Netz-Kritiker, darunter an prominenter Stelle Andrew Keen von FutureCast, der die These vertritt: "The Internet is not the Answer". Unter einem möglicherweise noch weiterreichenden Motto steht der Kurzvortrag von Mikko Hypponen von der F-Secure-Corporation: "It's Only the Beginning: The Internet R.I.P.", sagt er. 

"Mir ist wichtig, dass man bei DLD nicht nur Techno-Optimismus, sondern kritische Stimmen verbreitet", sagt die Netzwerkerin Czerny dazu und wirft selbst die Frage auf: "Was bedeutet Vertrauen in einer Welt, in der die Daten Transparenz schaffen?"

Geschmunzelt werden darf beim DLD allerdings auch - vor allem zum Abschluss hin. Am Dienstag bestreitet nicht nur EU-Kommissar Günther Oettinger ein auf Englisch gehaltenes Gespräch mit "Focus"-Chefredakteur Ulrich Reitz. Und tags zuvor trifft Produzenten-Legende Girogio Moroder auf Troy Carter, den Entdecker von Lady Gaga. "Ähnlich wie Hubert Burda erfindet sich Giorgio Moroder immer wieder", sagt Stephanie Czerny dazu. Und vermutlich ist auch das nur der nächste Neuanfang. 

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