Ein Kommentar von Florian Gmeinwieser: Nehmen Sie Mobile (endlich) ernst!

13.01.2015
 
 

Die AGOF - unsere offizielle Zählinstanz des deutschen Internets - hat die aktuellen Mobile Facts veröffentlicht. Und nun frage ich mich gerade, ob ich lachen oder weinen soll...!?

Die AGOF - unsere offizielle Zählinstanz des deutschen Internets - hat die aktuellen Mobile Facts veröffentlicht. Und nun frage ich mich gerade, ob ich lachen oder weinen soll...!?

Liest man die Diagramme richtig, kommt man zu der Erkenntnis, dass die über 34 Millionen Mobile-Internetnutzer in Deutschland bereits die Hälfte der Deutschen ab 14 Jahren ausmachen. Mehrheitlich sind sie zwischen 20 und 49 Jahren alt, exzellent gebildet und verfügen über ein überdurchschnittlich hohes Einkommen.

Das ist doch die absolute Traumzielgruppe der meisten Werbetreibenden in Deutschland. Und dennoch hinken die Werbespendings in Mobile den Ausgaben in TV, Print oder anderen klassischen Medien um Welten hinterher. Wir sprechen von einem geschätzten Faktor 300!

Immer dabei, immer an(geschaltet) und always on(line)

Viele Unternehmen verstehen noch immer nicht, wie die Menschen - also die potentiellen Kunden! - das mobile Internet nutzen. Die "Leute da draußen" nutzen ihre Geräte dank des mobilen Netzes als allwissendes Tool: immer dabei, immer bereit, immer an(geschaltet) und always on(line). Ein Blick in die Mobile Facts bestätigt das: Nachrichten, Wetter, Kochen, Sport News, das TV Programm usw. führen die Rankings an. Ganz nach dem Motto: Mein Smartphone wird’s schon wissen…

Das Smartphone ist - und mit ihm auch das mobile Internet - endlich da angekommen, wo es hingehört. Und wer den Kanal Mobile ausschließlich anhand der über ihn getätigten Einkäufe bewertet, hat nicht verstanden, wie wichtig das Gerät auch allgemein im bzw. "innerhalb" des Kaufentscheidungsprozesses ist.

Und dann bedenken wir, dass rund 60 Prozent (!) aller deutschen werbetreibenden Unternehmen noch immer keine mobile Webseite haben.

Unternehmen geben ohne mit der Wimper zu zucken mehrstellige Millionenbeträge für TV-Werbung aus, schaffen es aber nicht, ein vergleichsweise kleines Budget in Mobile Media zu investieren.

Sie merken schon: Ich werde nicht müde, die Schuld primär den Entscheidern zuzuschreiben. Bereits Junioren in Unternehmen werden immer noch auf die einstmals gelernten Werte getrimmt und können den Wert eines GRP im Schlaf aufsagen. Bei der Frage nach der Wertigkeit einer Interkation in den digitalen Medien (Downloads, Likes, Newsletter etc.) überwiegt dann aber zumeist das Schulterzucken. Und leider ist die Bereitschaft, sich an den Investitionen zur Messung und Modellierung dieser Daten zu beteiligen, häufig sehr gering.

Kein Verständnis für nichtexistierende Mobile-Seiten oder Apps

Ganz zu schweigen von all den Mobile Internet Usern unter 20 Jahren - den Werbezielgruppen und Konsumenten der kommenden Jahre. Die Kids wachsen heute mit Smartphones und dem mobilen Internet auf. Hier wächst eine Generation heran, die für nichtexistierende Mobile-Seiten oder Apps kein Verständnis hat.

Sollen wir also lachen oder weinen? Nun - wir lachen ein bisschen, weil sich alle Vorhersagen erfüllt haben. Und wir weinen, weil viele Unternehmen nicht nur den Trend "Mobile" verpasst haben, sondern selbst jetzt noch die Augen vor den veränderten Mediennutzungsgewohnheiten verschließen.

Wir können nur empfehlen: Nehmen Sie Mobile (endlich) ernst!

Ein Kommentar von Florian Gmeinwieser, Head of Mobile Marketing der Plan.Net Gruppe

 

Ihre Kommentare
Kopf

Peter Löbel

13.01.2015
!

Man kann es beim besten Willen nicht verstehen.So eine Ignoranz. Selbst große, Deutsche Verlage meinen immer noch: Die Kopie eines A4-Printmagazines als PDF-Datei wäre ein tolles digitales Produkt und lesbar auf einem Smartphone.
Dabei gibt es reichlich Alternativen.
Responsives Web Design, unser FlexEdd und und ..


B. Leicht

14.01.2015
!

Na und? Dann nehmen sie's halt nicht ernst. Mir völlig egal, weil ich nichtmal ein Schmartfön besitze. Sollen sie doch "die jungen Menschen an die Marken heranführen", so Wolfgang Niersbach, DFB-Präse; ich werde solange ich lebe, dagegen kämpfen.

Es lebe das Reale, das Haptische, das Buch und die Zeitung zum Anfassen! -- Oder, wie Louis Armstrong schon so treffend bemerkte: "Fuck 'em!"


Jörg

14.01.2015
!

Wenn ich als täglicher Besucher dieser Seite lese, welche Anstregungen in jeder Art die Verlage unternehmen, dann kann ich diesen Aufruf nicht verstehen. Die Verlage haben schon längst die Wichtigkeit erkannt, können und sollten aber auch nicht auf jeden Zug aufspringen. Es wäre schön, wenn erfolgreich agierende Unternehmen nicht immer als Deppen hingestellt werden.


Sven Seefeldt

14.01.2015
!

Grundsätzlich sehe ich das ähnlich. Mein Apell geht allerdings ganz stark an die Agenturen und Kunden.
Zahlreiche Verlage/Seiten etc. haben bereits erfolgreich mobile Plattformen geschaffen. Allerdings gibt es auf das aktuelle Angebot aus den oben genannten Gründen (wie z.B. keine mobile Zielseite des Kunden) noch keine große Nachfrage. Erschreckend!


Thomas Pelkmann

21.01.2015
!

Guten Morgen,
können Sie bitte die Quelle der Angabe nennen, nach der "rund 60 Prozent (!) aller deutschen werbetreibenden Unternehmen noch immer keine mobile Webseite haben"? Aus den AGOF-Zahlen geht das jedenfalls nicht hervor. Danke!


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