Sat.1 baut den Vorabend um: Reality-Soap "Newtopia" startet am 23. Februar

14.01.2015
 
 

Nach der Stabilisierung des Tagesprogramms im vergangenen Jahr will Sat.1 2015 seine Vorabendreform abschließen. Erster wichtiger Schritt dazu soll "Newtopia" sein. Das "größte TV-Experiment aller Zeiten", wie es der Sender nennt, beginnt am Montag, 23. Februar.

Nach der Stabilisierung des Tagesprogramms im vergangenen Jahr will Sat.1 2015 seine Vorabendreform abschließen. Erster wichtiger Schritt dazu soll "Newtopia" sein. Das "größte TV-Experiment aller Zeiten", wie es der Sender nennt, beginnt am Montag, 23. Februar, und läuft dann stets montags bis freitags von 19.00 Uhr bis 19.55 Uhr - ein Jahr und noch länger, wenn die Zuschauerzahlen stimmen. Auf diesem Sendeplatz ermitteln als Überbrückungshilfe seit geraumer Zeit die "NCIS"-Agenten mit mageren Quoten. Von dem neuen Reality-Format erhofft sich Sat.1-Chef Nicolas Paalzow dort einen deutlichen Marktanteilssprung nach oben.

Worum geht's in "Newtopia"?

15 Leute bauen sich in und um eine leere Scheune bei Königs Wusterhausen etwas auf. Eine "ideale Gesellschaft" bestenfalls. Doch zunächst wird es wohl darum gehen, die Grundbedürfnisse zu befriedigen. Betten, Duschen und Toiletten fehlen nämlich. Und die "Pioniere" haben lediglich 5.000 Euro Startkapital.

Dennoch haben sich für die Tortur unter 24/7-Beobachtung von 105 Kameras und abgehört von 57 Mikrofonen 8187 Menschen beworben. In der engeren Auswahl sind noch 50, von der Aldi-Kassiererin bis zum Hartz-IV-Empfänger. Die 15 Auserlesenen werden sich der Tatsache stellen müssen, dass kein "Big Brother" von außen eingreifen wird, haben aber im Gegensatz zum Containerleben die Möglichkeit der Interaktion mit der Außenwelt: Die Bewohner dürfen auf "Newtopia"-Boden Handel zu betreiben.

Format lief bereits bei Fox - ohne Erfolg

Ob die Zuschauer über einen langen Atem verfügen und ein Jahr dranbleiben, war für Paalzow eine Frage, ist aktuell aber keine mehr. Er verweist auf den Erfolg des Formats in den Niederlanden und meint, "im Idealfall sollte uns das auch gelingen". Skeptikern, die auf die Absetzung nach drei Monaten bei Fox in den USA verweisen, hält er entgegen, dass dort einige Fehler gemacht worden seien. Das fange mit der Auswahl der Teilnehmer an, die allesamt zu geschniegelt ausgesehen hätten, und ende mit der Ausstrahlung, einer wöchentlichen Zusammenfassung in der Prime Time, die der Show nicht gerecht werde.

Die Idee des TV-Produzenten John de Mol, die Talpa Germany ("The Voice") für Sat.1 umsetzt, sei schließlich ein Format für Freunde serieller Konzepte, Liebhaber von Daily Soaps und Reality-Seifenopern wie "Berlin - Tag & Nacht". "Es ist wahrscheinlich die reinste Form von Reality-Fernsehen, die man machen kann, und damit auch die spannendste", so Paalzow.

Autor: Uwe Förster

 

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