U.a. "Waldeckische Landeszeitung": Madsack verkauft weitere Beteiligung in Hessen

19.01.2015
 

Die Madsack Mediengruppe hat 100% an der Wilhelm Bing Druckerei und Verlag GmbH ("Waldeckische Landeszeitung" und "Frankenberger Zeitung") an die MBG Medien Beteiligungsgesellschaft mbH, Bad Hersfeld verkauft.

Die Madsack Mediengruppe hat 100% an der Wilhelm Bing Druckerei und Verlag GmbH ("Waldeckische Landeszeitung" und "Frankenberger Zeitung") an die MBG Medien Beteiligungsgesellschaft mbH, Bad Hersfeld verkauft. 

"Ganz Nordhessen ist jetzt zeitungstechnisch Ippen-Land", kommentiert Manfred Moos von ver.di Hessen den Deal. Er weist daraufhin, dass die MBG mit ihrem Geschäftsführer Daniel Schöningh bereits Beteiligungen an einer ganzen Reihe von Medienbetrieben in Nord- und Osthessen halte, unter anderem an der "Werra-Rundschau" in Eschwege und an der "Hersfelder Zeitung" sowie an mehreren Anzeigenblättern. Daniel Schöning ist ein Neffe des Zeitungsverlegers Dirk Ippen, der in Hessen die "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" (HNA) und die "Offenbach Post" verlegt. Die "HNA" wiederum konkurriert bisher mit eigenen Lokalausgaben mit der "Waldeckische Landeszeitung" und der "Frankenberger Zeitung". In Korbach und in Frankenberg unterhält die "HNA" nach Verdi-Angaben Lokalredaktionen und Geschäftsstellen.

Erst am Freitag hatte die Madsack-Gruppe ihre Mehrheitsbeteiligung an der Hitzeroth Druck + Medien Gmbh & Co. KG ("Oberhessische Presse") an Mitgesellschafter Wolfram Hitzeroth verkauft (kress berichtete). Thomas Düffert, Vorsitzender der Geschäftsführung, begründet den Verkauf der Beteiligungen in Hessen damit, dass es für Madsack in Hessen aufgrund des dortigen heterogenen Zeitungsmarktes nicht möglich sei, "unsere Strategie als Konsolidierer konsequent umzusetzen und eine signifikante Größe zu erreichen."

"Wir hoffen, dass die Übernahme der 'Oberhessische Presse' durch den Marburger Alt-Verleger zur Stärkung der 'OP' und ihrer regionalen Verankerung bei Lesern und Anzeigenkunden führt", so Manfred Moos vom ver.di-Landesbezirk Hessen weiter. ver.di erwartet, dass die Bewegungen auf dem Zeitungsmarkt auch Auswirkungen auf die regionalen Zeitungsdruckereien und den Lokalzeitungsmarkt haben werden. Neben der "OP" wurden bisher auch die "Waldeckische Landeszeitung" und die "Frankenberger Zeitung" in Marburg gedruckt. Diese Aufträge sollen nach ver.di-Informationen spätestens Ende des Jahres in die Ippen-Druckerei der "HNA" nach Kassel wechseln. Dort wird bereits auch die "Hersfelder Zeitung" gedruckt. Nunmehr gelte es, die Arbeitsplätze in der "OP"-Druckerei in Marburg zu sichern, verlangt ver.di.

Eine dritte Beteiligung in Hessen hält Madsack noch in Gelnhausen bei der "Gelnhäuser Neuen Zeitung".

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.