Content-Streams statt Ressorts & Homepage: "NZZ.at" geht an den Start

21.01.2015
 

An diesem Mittwoch, 21. Januar, ist das digitale Bezahlangebot "NZZ.at" an den Start gegangen. "Das wird für uns ein wichtiger Tag. Wir freuen uns auf diesen Versuch und wissen, dass wir experimentieren müssen", erklärte Veit Dengler, CEO der Verlagsgruppe über den Launch der Tochter im Vorfeld. Auffällig an der neuen "NZZ.at": Anstatt einer klassischen Homepage

An diesem Mittwoch, 21. Januar, ist das angekündigte, digitale Bezahlangebot "NZZ.at" an den Start gegangen. "Das wird für uns ein wichtiger Tag. Wir freuen uns auf diesen Versuch und wissen, dass wir experimentieren müssen. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass 'NZZ.at' seinen Markt finden wird", erklärte Veit Dengler, CEO der Verlagsgruppe über den Launch der Tochter im Vorfeld. Mit dem Paid-Content-Produkt will Dengler "neue Ideen testen und schnell umsetzen". Die Erkenntnisse, die wir daraus gewinnen, werden wir auch für die Schweiz nutzen."

Unter "NZZ.at" konnten Interessierte bereits in den letzten Monaten im eigens eingerichteten "Werkstattblog" das Entstehen des Produktes und die Gedanken des Teams mitverfolgen. 

Auffällig an der neuen "NZZ.at": Anstatt einer klassischen Homepage gibt es drei Content-Streams der redaktionellen Schwerpunkte Nachrichten, Phänomene und Club. Die Nutzer können selbst festlegen, welcher Stream ihre persönliche Startseite sein soll. Ressorts haben sich die Macher von "NZZ.at" folglich gespart. 

Unter Nachrichten findet sich ein kontinuierlicher News-Stream auf "Ziehharmonika"-Basis: In 6 Bullet-Points werden News-Meldungen zusammengefasst, zusätzlich gibt es ein dreimal täglich aktualisiertes "Briefing". Hinter Phänomene verbirgt sich der publizistische Kern des Angebots: Einordnung, Analyse, Hintergrund - zu den wichtigsten Themen unserer Zeit. Der Club bietet zwei Funktionen: Einerseits die Meinungstexte aus der "NZZ.at"-Redaktion, andererseits die Kommentare von Usern, die bereits über ein eigenes Profil verfügen. Die Leser entscheiden zudem selbst, welchen Inhalten und Autoren sie folgen wollen. So können sie ihre eigene, personalisierte Zeitung zusammenstellen.

25 Personen sind beteiligt - Michael Fleischhacker führt 

Das Österreich-Projekt wird vom ehemaligen "Die Presse"-Chefredakteur Michael Fleischhacker geleitet, der Geschäftsführung und Chefredaktion in Personalunion übernimmt. Rund 25 Personen sind zum Start von "NZZ.at" im Hause beschäftigt, der überwiegende Teil in der Redaktion. "Wir konnten für NZZ.at sehr talentierte und profilierte junge Journalistinnen und Journalisten von vielfach preisgekrönten österreichischen Medien-Start-ups gewinnen", hebt Fleischhacker hervor. Dazu seien diei Leser als Club-Mitglieder, Teil des Projektes: "Der ständige Dialog auf Augenhöhe, die Bereitschaft zum Diskurs, die Möglichkeit, dass unsere Journalisten Abonnenten genauso folgen können wie umgekehrt, schaffen diese Interaktion, die man heute erwartet."

Die Technik: Zum Einsatz kommt eine responsive HTML5-Lösung, "NZZ.at" wurde vom kleinsten Schirm weg (mobile first) konzipiert. Zur Personalisierung der Website gehört, dass man eigene Content-Channels einrichten, seinen bevorzugten Autoren folgen und sals Leser selbst zum Contributor werden kann. Und auch in der Werbung will das Portal neue Wege beschreiten: So bietet "NZZ.at" nur eine Werbeform: die Tagespräsenz. Gemäß der Regel "1 Tag, 1 Werbekunde" sollen zwei Dinge erreicht werden: Werbepartnern ein wertiges Umfeld bieten und gleichzeitig die Leserschaft nicht mit penetrant-blinkender Werbung belästigen. Der Preis für "NZZ.at" liegt bei 14 EUR pro Monat - das Angebot ist monatlich kündbar.

Lukas Kircher: "Wir betreten echtes Neuland"

Bei Konzept, Design und Entwicklung wurde die NZZ von C3 Creative Code and Content unterstützt. Geschäftsführer Lukas Kircher sagt: "Mit 'NZZ.at' betreten wir echtes Neuland. Durch die drei Streams ist die Seite sowohl höchst aktuell, als auch hintergründig-analytisch und noch dazu vollständig personalisierbar. Damit kommen wir den Bedürfnissen heutiger Medienkonsumenten entgegen. Ich bin mir sicher, dass das die 'NZZ' damit nicht nur in Österreichs Medienlandschaft ein Zeichen setzt."

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