Kunden statt Reichweite: "Rhein-Zeitung" macht Schluss mit Gratis-Inhalten

 

Die "Rhein-Zeitung" in Koblenz verschärft ihre Paywall: Von diesem Freitag an ist der Internetauftritt der Zeitung ausschließlich für Abonnenten und Käufer von Zugangspässen zugänglich. Zudem führen die Koblenzer den Verkauf von Einzelartikeln via Web à 50 Cent ein.

Die "Rhein-Zeitung" in Koblenz verschärft ihre Paywall: Von diesem Freitag an ist der Internetauftritt der Zeitung ausschließlich für Abonnenten und Käufer von Zugangspässen zugänglich. Die Umstellung erfolgt im Laufe des Tages.

Künftig stehen außer Start- und Indexseiten so gut wie alle Texte hinter der von der Webagentur Newsfactory (Augsburg) technisch neu gelösten Bezahlschranke. Nutzer müssen sich registrieren und als Abonnent authentifizieren. Nichtabonnenten können unterschiedliche Zugangspässe kaufen und entweder per Paypal oder Handy-Bezahlung abrechnen. Ein Aushebeln der Bezahlschranke etwa durch Nichtakzeptieren von Cookies sei nun technisch nicht mehr möglich, heißt es in einer Mitteilung.

Zudem führen die Koblenzer den Verkauf von Einzelartikeln via Web à 50 Cent ein. Bisher gab es bereits den Tagespass zu 90 Cent, den Monatspass zu 6,90 Euro und bei Abschluss über 12 Monate das Web-Abo zu 5,90 Euro monatlich. Für Print-Abonnenten ist der Zugang zu "Rhein-Zeitung.de" inklusive, das E-Paper kostet fünf Euro extra.

Christian Lindner: "'Rhein Zeitung' steigt aus diesem Gattungsirrtum aus"

"Medienhäuser, die ihr Internet-Angebot immer noch auf Reichweite ausrichten, verschleißen sich auf der atemlosen Jagd nach Visits in einem sinnlosen Wettbewerb um das möglichst erfolgreiche Verschenken von hart erarbeitetem Content, statt neuen Geschäftsmodellen eine Chance zu geben", sagt Chefredakteur Christian Lindner. "Die Rhein-Zeitung steigt aus diesem Gattungsirrtum ebenso bewusst wie zuversichtlich aus. 'Rhein-Zeitung.de' wird beweisen, dass guter regionaler Content auch im Netz seinen Wert hat und verkauft werden kann."

Hintergrund: Bereits im August 2014 hatte "Rhein-Zeitung.de" ihre Bezahlschranke verschärft und nur noch zwei Artikel pro Monat gratis zur Verfügung gestellt (kress.de berichtete). Zuvor war die "Rhein-Zeitung" schon bei Google News ausgestiegen. Trotz des "Zweier-Paygates" stieg die Reichweite von "Rhein-Zeitung.de" eigenen Angaben zufolge gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent (Dezember 2013/2014).

Der Mittelrhein-Verlag verspricht sich von seiner konsequenten Bezahlschranke auch eine Unterstützung seiner Print-Auflage. Schon das "Zweier-Paygate" habe da offenbar geholfen: Im vierten Quartal 2014 hatte die "Rhein-Zeitung" bei der verkauften Auflage laut IVW einen Auflagenrückgang von lediglich 0,48 Prozent (inklusive Digital-Abos und bereinigt um die Einstellung der Lokalausgabe Mainz 2013).

Ihre Kommentare
Kopf
Christian Hoffmeister

Christian Hoffmeister

DCI Institute GmbH
Geschäftsführer

30.01.2015
!

Zeitungsmanager wollen einfach nicht erkennen, dass ihr Weg so zum Scheitern verurteilt ist und reden sich das alle Jahre wieder schön! Die Zahlen die die RZ veröffentlicht sollten ein Warnsignal sein, kein "Weiter so"!
Hier mal ein paar Analysen dazu
https://digitalbusinessmodels.wordpress.com/2015/01/30/ich-mach-mir-die-welt-widewide-wie-sie-mir-gefallt-das-paid-coontent-drama-der-zeitungen/


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