Anke Schäferkordt im "FAZ"-Interview: "Rahmenbedingungen für mehr Kreativität schaffen"

02.02.2015
 

RTL benötigt mehr eigene, exklusive Inhalte. Das kündigt Konzernchefin Anke Schäferkordt im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagsausgabe) an. Dafür sollen die deutschen Sender kooperieren und Kreativteams bilden.

RTL benötigt mehr eigene, exklusive Inhalte. Das kündigt Konzernchefin Anke Schäferkordt im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagsausgabe) an. Dafür sollen die deutschen Sender kooperieren und Kreativteams bilden. Und das Dschungelcamp wird fortgesetzt.

"Wir müssen uns fragen, mit welchen Inhalten wir in Zukunft bei den Zuschauern punkten können", so Schäferkordt, die Ko-Vorstandsvorsitzende der RTL Group und Geschäftsführerin der Mediengruppe RTL Deutschland. Hollywood-Blockbuster und amerikanische Serien würden auf lange Sicht für die großen Sender an Bedeutung verlieren, wenn es sie bei einer immer größeren Zahl von Anbietern im Netz gibt. "Was wir daher brauchen, sind eigene, exklusive Formate, die nur bei den Sendern der Mediengruppe RTL laufen. Darauf setzen wir schon heute. Wir wollen diese Strategie aber noch stärker forcieren. Deshalb denken wir auch darüber nach, wie wir unsere internen Strukturen und Prozesse an die neuen Anforderungen anpassen können."

Die Sender sollen stärker kooperieren. Um eine Zentralisierung geht es Schäferkordt aber nicht. "Vielmehr müssen wir die enge Zusammenarbeit innerhalb der Mediengruppe RTL fördern und Rahmenbedingungen für mehr Kreativität schaffen", sagt sie im "FAZ"-Interview. "Ein Beispiel: Wir haben in verschiedenen Unternehmensbereichen Mitarbeiter, die sich mit der Entwicklung neuer Formate beschäftigen. Diese Kollegen werden sich künftig stärker austauschen, etwa in übergreifenden Kreativteams oder durch die Arbeit an gemeinsamen Projekten." Möglich werden soll auch, dass ein Mitarbeiter, der laufenden Sendungen betreut, für mehrere Monate seinen Arbeitsplatz wechselt und für ein Produktionsunternehmen tätig wird. Dort bringt er andere Gedanken ein und Neues könnte entstehen. Schäferkordt setzt darauf, dass viel mehr Ideen und neue Programme entstehen müssen. "Wir wollen mehr ausprobieren – auch auf die Gefahr hin, dass das eine oder andere neue Format scheitert", sagt sie.

Dass sich RTL schlechter im Markt schlägt, führt sie vor allem auf die wachsende Konkurrenz zurück. "Dass unser Marktanteil gesunken ist, liegt neben den Baustellen, die wir individuell bei den Sendern lösen müssen, auch am zunehmend fragmentierten Fernsehmarkt", sagt Schäferkordt.

"Sport ist immer ein teurer Spaß"

Auch zur Fußball-Berichterstattung - RTL überträgt seit vergangenem Jahr die Qualispiele der deutschen Nationalmannschaft - äußert sich die Konzernchefin. "Sport sei immer ein teurer Spaß: "Mit diesen Großereignissen erreichen wir die ganze Familie, das hat seinen Preis. Wir machen zwar mit allen großen Sportereignissen Verluste, aber die Einschaltquoten sind gut und auch die Werbevermarktung läuft. Vor vielen Jahren waren hochpreisige Übertragungen nicht gut ausgebucht. Das hat sich geändert." 

Und Schäferkordt kündigt wenig überraschend an, dass das Dschungelcamp 2016 fortgesetzt wird. "Das Format wird uns weiterhin viel Freude machen."

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