Tom Junkersdorf will keine Promis ärgern: "Der Kodex von 'People' ist ein neuer in Deutschland"

07.02.2015
 

Tom Junkersdorf, Chefredakteur des deutschen Ablegers von "People", sieht sein Magazin nicht als Klatschblatt. "Es ist nicht Boulevard, sondern der Gegenentwurf", sagt Junkersdorf im "Spiegel"-Gespräch. Über das Konzept der Zeitschrift sagte er: "Die Interviews in 'People' sind autorisiert, alle Texte doppelt geprüft. 'People' ist eine Gegenbewegung zu dem, was sonst im Boulevardmarkt passiert: ständiges Bashen von Promis."

Tom Junkersdorf, Chefredakteur des deutschen Ablegers von "People", sieht sein Magazin nicht als Klatschblatt. "Es ist nicht Boulevard, sondern der Gegenentwurf", sagt Junkersdorf im Interview mit dem "Spiegel" (aktuelle Ausgabe). Über das Konzept der Zeitschrift sagte er: "Die Interviews in 'People' sind autorisiert, alle Texte doppelt geprüft. 'People' ist eine Gegenbewegung zu dem, was sonst im Boulevardmarkt passiert: ständiges Bashen von Promis. Und auch zu dem, was auf Facebook oder bei Twitter stattfindet, wo meist Gerüchte weitergereicht werden. Wir wollen fair und vertrauenswürdig sein."

Junkersdorf ist sich sicher: "Die Stars wissen, dieser Marke kann ich vertrauen. Etwa, dass ihre Hochzeit genauso inszeniert wird, wie sie es sich wünschen". So habe George Clooney "People" seine Handynummer anvertraut. Den Vorwurf nach PR und Verlautbarungsjournalismus wehrt Junkersdorf ab: "Die Wahrheit liegt am Kiosk. Wenn die Leute es mögen und wenn sie es kaufen, ist es gut. Wenn sie es nicht kaufen war es nicht gut gemacht." 

Nur die US-Ausgabe von "People" will Junkersdorf nicht übersetzen: Mal werde es eine Woche geben, in der mehr aus den USA kommt, mal werde es umgekehrt sein. In Deutschland will er mit einem Team von 30 Mitarbeitern starten. "Wir werden täglich per Videokonferenz und Telefon in Kontakt mit unseren Kollegen in den USA stehen."

Im Portfolio von Bauer Media sei "People" ein fehlendes Puzzlestück, "und genau damit werden wir uns weiterentwickeln". Über seine eigene Vergangenheit beim Boulevard-Blatt "Closer" erklärt Junkersdorf: "Jede Marke besitzt ihren eigenen Verhaltenskodex. Der Kodex von 'People' ist ein neuer in Deutschland."

Hintergrund: Der Bauer-Verlag will demnächst mit einer deutschen Lizenzausgabe der US-Zeitschrift starten, die Auflage soll bei 300.000 Exemplaren liegen. Junkersdorf war von 2012 an Gründungschefredakteur der "Closer" - dort hat ihn Tim Affeld beerbt.

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