Vampire morden sich durch New York

Der normalhartgesottene Vielseher hat sich daran gewöhnt, dass die Apokalypse längst Alltag ist. Die Horrorserie "The Strain" von Grusel-Meister Guillermo del Toro ("Pans Labyrinth", "Hellboy") dürfte trotzdem für tiefe Krallrillen im Wohnzimmer-Ledersofa sorgen. Untote, die wirklich überhaupt keinen Spaß verstehen, toben durch die Großstadt und veranstalten dabei eine Splatter-Sauerei.

Was passierte in dem Todesflieger aus Berlin?

Schon allein der Appetithappen zum 13-gängigen Blutgericht wird raffiniert abgeschmeckt serviert: Del Toro, der zusammen mit Chuck Hogan die Flughafenbuchhandel-Bestsellervorlage "Die Saat" schrieb und zunächst selbst die Crews hinter der Kamera dirigierte, weidet sich am bizarren Horrorspaß der alten Schule: Auf dem John F. Kennedy-Flughafen ist soeben eine Maschine aus Berlin (woher sonst?) gelandet. Nun steht der Riesenflieger, der natürlich im Düsterlicht prompt wie ein gigantischer Blechsarg aussieht, regungslos auf dem Vorfeld. Kein Kontakt ist mit dem Cockpit möglich.

Dann schneidet sich ein Erkundungsteam den Weg ins Flugzeuginnere. Ein Bild des Grauens: Alle Passagiere - und die Mannschaft - sitzen wie erstarrt angeschnallt in ihren Sitzen. Scheinbar tot? Doch warum? Schnell verbreitet sich Panik: ein bislang unbekanntes tödliches Seuchen-Virus? Wie alle Horror-Kenner wissen: Die geheimnisvolle Kiste im Frachtraum hätte man besser nicht geöffnet. 

Doch nun ist das Böse in der Welt - ein furchterregend, zudem fernsehgerecht schön ekliges Virus, das die Infizierten bestialisch über Parasiten-Würmer erwischt. Rasch werden die Opfer - vier Flug-Insassen haben merkwürdigerweise überlebt - in eine Quarantäne-Station verfrachtet. Umso größer der Schock am nächsten Tag: Dort sind alle "Leichen" verschwunden.

Der Horror-Spaß steigt bei reduzierter Hirntätigkeit

Es hilft natürlich, "Strain" mit der Aufgeschlossenheit eines Horror-Vergnügungswilligen entgegenzutreten - als ein Zuschauer, der sich gerne nach allen Regeln der Schreckenskunst erschüttern und vom allzu tiefen Nachdenken über Haarsträubendes ablenken lässt.

Für die wenigen Lufthol-Momente gibt es rund um den Hauptakteur, den Epidemiologen Ephraim Goodweather (Corey Stoll, "House of Cards"), ein wenig dünne Nebenhandlung, weil ausgerechnet der Chaos-Experte auch noch (vergeblich) sein ungeordnetes Privatleben regeln muss. 

Ansonsten: Blut, Glibber und Gekröse. Was die Drastik angeht, dürfen sich die Vampire-Monster, die mit blassen Blutsaugern der "Twilight"-Klasse wenig gemein haben, durchaus mit ihren mörderischen Verwandten der "Walking Dead"-Welt messen. Vor allem in der bereits angekündigten zweiten Staffel, die auf del Torros Buchfortsetzung zurückgreift und seit November in den USA produziert wird, soll dann standesgemäß Manhattan in Schutt und Asche gelegt werden. Einen dritten Wälzer gibt es schon.

In den USA lief die erste Staffel bereits im Juni 2014 beim Pay-Sender FX an. Im Original war sie hierzulande bereits etwa über iTunes oder Maxdome zu empfangen. Ab diesem Donnerstag (22:00 Uhr) aber tischt Sky Atlantic HD die Schlachtplatte auf.

Die 13 Folgen sind linear sowie über Sky Go, Sky Anytime und Sky Online abrufbar. Gezeigt wird das englischsprachige Original oder wahlweise eine deutsche Synchronfassung.

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