"Werbung ist unsexy geworden": Stephan Rebbe kündigt Rücktritt aus Geschäftsführung an

 

Stephan Rebbe, Gründer und Geschäftsführer Beratung der Hamburger Werbeagentur Kolle Rebbe kündigt in einem Interview mit der "Zeit" an: "Ich selbst werde in den nächsten zwei bis drei Monaten aus der Geschäftsführung zurücktreten".

Stephan Rebbe, Gründer und Geschäftsführer Beratung der Hamburger Werbeagentur Kolle Rebbe kündigt in einem Interview mit der "Zeit" an: "Ich selbst werde in den nächsten zwei bis drei Monaten aus der Geschäftsführung zurücktreten".

Ein konkreter Zeitpunkt für den finalen Austritt aus dem Unternehmen sei noch nicht "definiert", heißt es in einem Statement der Agentur. Fest stehe aber, dass Rebbe weiter für die von ihm betreuten Kunden zur Verfügung stehen werde. Außerdem bleibt er Gesellschafter der Agentur.

"Ich bin gestern wie heute und morgen am Erfolg der Agentur interessiert und beteiligt. Ich möchte aber künftig mehr Zeit für mich, meine Familie und private Interesse haben", sagt Stephan Rebbe.

Rebbe ziehe sich schon seit längerer Zeit Schritt für Schritt aus dem Tagesgeschäft zurück und habe bereits viele Aufgaben auf die anderen Geschäftsführungs-Partner übertragen, teilt die Agentur weiter mit. In der Beratung ist das insbesondere Andreas Winter-Buerke, der seit 15 Jahren Partner der Agentur ist, im kaufmännischen Bereich ist Kai Müller als Geschäftsführer Finanzen verantwortlich und im Bereich Strategie übernimmt Ralph Poser weitere Aufgaben.

Die kreative Verantwortung liegt auch künftig bei den Geschäftsführern Stefan Kolle, Stefan Wübbe und Fabian Frese. Alle genannten Personen sind auch jeweils Gesellschafter der Agentur.

"Der Generationswechsel in inhabergeführten Agenturen gehört zu den schwierigsten Unternehmer-Aufgaben", so Stefan Kolle. "Ich bin sehr froh darüber, dass wir schon seit Jahren die Strategie verfolgen, die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen. Wir haben daher schon lange ein echtes partnergeführtes Unternehmensmodell."

"Leute auf Konzernseite sind Bewahrer und Angsthasen"

In dem Interview mit der "Zeit" sagt Rebbe außerdem: "Werbung ist unsexy geworden." Und weiter: "Ich bin fest davon überzeugt, dass viele Kampagnen, die vor 10 oder 15 Jahren noch richtig gezündet hätten, heute an den Menschen vorbeifliegen und irrelevant sind." Noch immer wisse kaum einer der großen Spieler mit den Veränderungen durch das Internet umzugehen. "Keine der etablierten Agenturen hat wirklich eine Lösung."

Die Schuld sieht Rebbe aber auch bei den Kunden: "Leute auf Konzernseite sind Bewahrer und Angsthasen." Mit Blick auf den Standort Hamburg sagte Rebbe: "Es wird hier keine großen Neugründungen mehr geben. Die Zeiten von Agenturmodellen wie Springer & Jacoby, Jung von Matt oder Kolle Rebbe sind einfach vorbei."

Stephan Rebbe gründete die Werbeagentur Kolle Rebbe 1994 mit seinem Kollegen Stefan Kolle. Heute beschäftigt sie mehr als 250 Mitarbeiter.

Ihre Kommentare
Kopf

Fritz

18.02.2015
!

Warum ist die Zeit der Agenturmodelle wohl vorbei? Weil Agenturen immer noch in Erinnerungen an Ihre Glanzzeiten Ende 90er schwelgen. Das Konzept von "geilen Kampagnen" ist einfach überholt, wo heute jeder Teenie mehr Kreativität & eine Selbstverständlichkeit im Umgang mit allen Channeln an den Tag legt, als jede digitale Taskforce in Agenturen. Ich kenne Agentur- & Kundenseite und sorry: konzeptionell seit 15 Jahren ähnl. Denke. Daher: nein zu "Artern, Flashern und immer wieder Webspecials"


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