Ines Pohl spricht von "Spionageaffäre": "taz" stellt Strafanzeige gegen Mitarbeiter

23.02.2015
 

"Der Schock bei uns allen sitzt tief", gibt Ines Pohl zu. Die "taz"-Chefredakteurin hat sich am Montagabend mit einem Kommentar zum Datenklau in der "taz"-Redaktion zu Wort gemeldet. "Wir haben es mit einer Spionageaffäre zu tun", so Pohl. Nach Erkenntnissen der EDV-Abteilung seien von der Schnüffelei RessortleiterInnen ebenso betroffen wie aktuelle oder ehemalige RedakteurInnen.

"Der Schock bei uns allen sitzt tief", gibt Ines Pohl zu. Die "taz"-Chefredakteurin hat sich am Montagabend mit einem Kommentar zum Datenklau in der "taz"-Redaktion zu Wort gemeldet. "Wir haben es mit einer Spionageaffäre zu tun", so Pohl auf "taz.de". Nach Erkenntnissen der EDV-Abteilung seien von der Schnüffelei RessortleiterInnen ebenso betroffen wie aktuelle oder ehemalige RedakteurInnen.

"Das Redaktionsgeheimnis ist ein hohes Gut. [...] Wichtig ist aber auch das Vertrauen, das innerhalb einer Redaktion herrscht", erklärt Pohl. Dieses Grundvertrauen sei in der vergangenen Woche erschüttert worden, als ein "taz" Mitarbeiter dabei beobachtet worden sei, wie er einen sogenannten Keylogger aus dem USB-Slot eines Redaktionscomputers abgezogen habe. Mittels eines Keyloggers lassen sich die Eingaben, die ein Benutzer an seinem Computer macht, protokollieren. Auch in Rechnern von Praktikantinnen ist der Keylogger laut Pohl eingesetzt worden.

Bereits am Freitagmittag hatte Bülend Ürük auf "Newsroom.de" über den Fall berichtet. Ines Pohl sagt nun, man habe sich  zunächst mit einer Bewertung des Vorgefallenen zurückgehalten. "Das hatte arbeitsrechtliche und andere juristische Gründe. [...] Wir wollten wissen, welche MitarbeiterInnen vom Einsatz des Keyloggers betroffen waren, und diese darüber informieren. Unsere EDV-Abteilung hat dabei hervorragende Arbeit geleistet."

Nachdem der unter Verdacht stehende Mitarbeiter am Montag nicht die Möglichkeit genutzt habe, sich der "taz" gegenüber zu äußern, seien arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet worden. Zudem werde eine Strafanzeige gestellt, kündigt die "taz"-Chefin an.

Abschließend betont Pohl: "Das Wichtigste ist für uns dabei, die Vorkommnisse, so weit dies irgend möglich ist, aufzuklären und so das Vertrauen in die taz zurückzugewinnen - bei LeserInnen, Interviewpartnern und Informanten ebenso wie unter den KollegInnen."

Ihre Kommentare
Kopf
Ulf J. Froitzheim

Ulf J. Froitzheim

Redaktionsbüro UJF.biz
Freier Journalist

24.02.2015
!

Hat jemand eine Ahnung, was das Motiv gewesen sein soll? Im Moment habe ich den Eindruck, das sei eher ein Fall für einen Psychiater als für den Staatsanwalt. Jemand, der in anderer Leute PCs einen USB-Stick stecken lässt, der diesen ja jederzeit auffallen könnte, während er loggt, kann nicht ganz klar im Kopf sein. Das musste früher oder später einer merken. Interessant an einem Keylogger als Spähgerät können ja auch nur die Passwörter sein, nicht die mitgeschnittenen Tippfehler....


Ulf J. Froitzheim

Ulf J. Froitzheim

Redaktionsbüro UJF.biz
Freier Journalist

24.02.2015
!

...und auch dann fällt man leicht auf, wenn der Admin nicht pennt. Entweder man nutzt die Passwörter von der falschen IP aus, oder man setzt sich an das jeweilige Gerät, was noch mehr auffällt.
Selbst wenn er meinte, er könnte etwas enthüllen: Wie hätte er die Herkunft der Infos erklären wollen?


Ulf J. Froitzheim

Ulf J. Froitzheim

Redaktionsbüro UJF.biz
Freier Journalist

24.02.2015
!

Ein Tipp für die taz: Nur noch Notebooks kaufen, die die Redakteure am Feierabend mit nach Hause nehmen. Dazu eine Bring-your-own-device-Fernlöschsoftware für den Fall, dass eines abhanden kommt.


X

Kommentar als bedenklich melden

 
×

Bestätigung

Dieser Kommentar wurde erfolgreich gepetzt.

×

Oooooooooops

Beim Petzen trat ein Fehler auf. Versuchen Sie es bitte noch einmal.

Weitere Beiträge zu diesem Thema
Inhalt konnte nicht geladen werden.