Will häufiger die Morgensonne sehen: Jürgen Domian beendet seinen Talk im nächsten Jahr

09.03.2015
 

Nach über 20 Jahren beendet Jürgen Domian im Laufe des nächsten Jahres seinen nächtlichen Talk bei 1Live und im WDR Fernsehen. Domian begründet den Schritt laut WDR-Mitteilung vom Montagabend so: "20 Jahre Nachtschicht sind nicht spurlos an mir vorbeigegangen. Ich habe Lust, mal wieder häufiger die Morgensonne zu sehen".

Nach über 20 Jahren beendet Jürgen Domian im Laufe des nächsten Jahres seinen nächtlichen Talk bei 1Live und im WDR Fernsehen. Jürgen Domian begründet den Schritt laut WDR-Mitteilung vom Montagabend so: "20 Jahre Nachtschicht sind nicht spurlos an mir vorbeigegangen. Ich habe Lust, mal wieder häufiger die Morgensonne zu sehen."

Auf seiner Facebookseite meldete sich Domian später noch mal ausführlicher zu Wort: "Ihr Lieben, dieses Jahr, d.h. in wenigen Wochen begehen wir mit unserer Sendung das 20jährige Jubiläum. Das ist sehr spektakulär! Nie und nimmer hätte ich damit gerechnet. Allerdings sind 20 Jahre Nachtschicht auch nicht spurlos an mir vorbeigegangen." Irgendwann habe er sich natürlich die Frage gestellt: Wie lange möchtest du die Sendung noch machen? Jetzt sei eine Entscheidung gefallen: "Ich habe mit dem WDR einvernehmlich vereinbart, dass es 'Domian' noch bis Ende 2016 geben wird. Dann ist Schluss mit Nachtschicht. Ich habe Lust, mal wieder öfter die Morgensonne zu sehen, d.h. in einem normalen Rhythmus zu leben - und über zwanzigtausend Telefoninterviews sind eine gute Grundlage für andere berufliche Aufgaben."

"Ich freue mich auf jede Nacht - und auf jede Sendung"

Natürlich werde es ihm in knapp zwei Jahren sehr schwerfallen, die Sendung nicht mehr zu moderieren, denn "Domian" sei absolut sein Ding. Aber nach dann fast 22 Jahren Nachtschicht werde sicher jeder verstehen, dass eine Veränderung richtig und gut sei. Zunächst einmal aber ist Jürgen Domian "gespannt" auf den vom WDR redaktionell betreuten "Domian"-Dokumentarfilm, der in den nächsten Monaten in die Kinos kommt und auch in der ARD gezeigt werden wird: "Er ist eine tolle Anerkennung meines Senders für zwei Jahrzehnte Nachtschicht."

Domian schließt seinen Facebook-Post mit einem Danke an seine große Fangemeinde - fast 130.000 "Gefällt mir"-Angaben zählt seine Facebook-Fanseite: "Ich bin übrigens überwältigt von der ungeheuren Flut von Artikeln, Kommentaren und Mails, in denen es um meine Entscheidung geht. Ich weiß euren Respekt und eure Anerkennung tief zu schätzen. Vielen, vielen Dank dafür! All das ist eine hervorragende Motivation, aus der (noch reichlich) verbleibenden Zeit das Allerbeste zu machen. Ich freue mich auf jede Nacht - und auf jede Sendung."

Fangemeinde fordert Bundesverdienstkreuz

Karsten Haude schreibt in einem der über 1.000 Kommentare unter dem Artikel: "Schluss mit Nachtschicht. Dann sollte der WDR ihm entgegenkommen und die Sendung zu einer angenehmen Tageszeit weiterführen ;)." Frank Klose findet, dass Domian das Bundesverdienstkreuz verdient hat. Erst seit ein paar Jahren schaut Benjamin Gingter die Sendung: "Aber was ich dort teilweise gehört habe hat mich berührt, verletzt, aufgemuntert oder nachdenklich gemacht. Alle Facetten des menschlichen Seins durften wir dort erleben. Du bist großartig mit den Menschen dort umgegangen und hast wohl eine bessere Menschenkenntnis als die meisten Psychologen. Mit dir geht ein großes Stück deutsche Fernsehgeschichte und diese Lücke kann wohl so schnell keiner schließen."

"Domian hat Großartiges für den WDR geleistet"

Bei 1Live respektiert man die Entscheidung von Domian: "Nach 20 Jahren ist so ein Entschluss mehr als verständlich. Jürgen Domian hat Großartiges für den WDR geleistet und eine ganz eigene Marke geschaffen", so 1Live-Programmchef Jochen Rausch. Der WDR werde Jürgen Domian und seiner Sendung einen würdigen Abschied bereiten.

Hintergrund: Bei Domian rufen von montags bis freitags ab 1 Uhr Hörer an und reden von ihren Ängsten und Lüsten. Insgesamt hat Domian seit der ersten Sendung am 3. April 1995 rund 20.000 Gesprächspartner in seiner Nachtsendung gehabt. Auf Facebook und Twitter kann der Nachttalker auf eine große und sehr aktive Community bauen (kress.de berichtete).

 

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