Für ein Dschihadisten-Projekt in Print, Online und TV: "Berliner Morgenpost" und RBB recherchieren gemeinsam

 

Der Rechercheverbund von "SZ", WDR und NDR, der zuletzt vom VPRT scharf kritisiert wurde, ist kein Einzelfall. In den vergangenen Monaten haben auch das Funke-Blatt "Berliner Morgenpost" eng mit der ARD-Anstalt Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) zusammengearbeitet. Ergebnis ist die TV-Doku "Dschihad in den Köpfen. Berlin und die Gotteskrieger" sowie Hintergrundartikel und Portraits zur Islamistenszene der Hauptstadt in der Zeitung und bei morgenpost.de.

Der Rechercheverbund von "SZ", WDR und NDR, der zuletzt vom VPRT scharf kritisiert wurde, ist kein Einzelfall. In den vergangenen Monaten haben auch das Funke-Blatt "Berliner Morgenpost" eng mit der ARD-Anstalt Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) zusammengearbeitet. Ergebnis ist die TV-Doku "Dschihad in den Köpfen. Berlin und die Gotteskrieger" sowie Hintergrundartikel und Portraits zur Islamistenszene der Hauptstadt in der Zeitung und bei morgenpost.de.

Funke möchte publizistisch in Berlin Flagge zeigen

Mit der Kooperation zwischen den öffentliche-rechtlichen und privatwirtschaftlichen Medienhäusern verschafft sich vor allem die "Berliner Morgenpost" Gewicht. Unter dem ehemaligen "Focus"-Chefredakteur Jörg Quoos wird derzeit die Funke-Zentralredaktion in Berlin aufgebaut, die künftig zunächst die "Morgenpost" und das "Hamburger Abendblatt", im zweiten Schritt sogar die NRW-Zeitungen ("WAZ", "NRZ", "WP", "WR") mit überregionalen Inhalten versorgen soll. Gute Partner können da nur helfen - zumal im Zuge der Zentralisierung auch Stellen bei den Tageszeitungen abgebaut werden sollen. 

Modell für eine gemeinschaftliche crossmediale Zusammenarbeit

"Der Film und die Berichterstattung zeigen das Potenzial, wenn zwei der führenden journalistischen Angebote der Hauptstadt in einem Projekt crossmedial zusammenarbeiten ", sagt nun Carsten Erdmann, Chefredakteur der "Berliner Morgenpost". Aus seinem Haus arbeitete Ulrich Kraetzer eng mit den RBB-Reportern Sascha Adamek, Jo Goll und Torsten Mandalka zusammen. Sie versuchten nachzuvollziehen, wie sich junge Berliner radikalisieren und warum sie schließlich in die IS-Kampfzonen in Syrien und in den Irak aufbrechen. Dazu erschien bereits am Wochenende ein Portrait-Reihe in der "Berliner Morgenpost". Auf morgenpost.de finden sich Videos und weitere Hintergrundartikel.

Zentral für die Kooperation ist allerdings die Doku-Reportage "Dschihad in den Köpfen. Berlin und die Gotteskrieger", die am Dienstag, 24. März um 20.15 Uhr im RBB-Programm ausgestrahlt wird. "Gerade bei umfangreichen Recherchen ist medienübergreifende Zusammenarbeit sinnvoll. Das Ergebnis spricht in diesem Fall für sich und für die Kompetenz der beteiligten Kollegen in beiden Häusern", sagt RBB-Chefredakteur Christoph Singelnstein dazu.

"Unzulässige Quersubventionierung"

Zuletzt hatte der Privatsenderverband VPRT den Rechercheverbund von "SZ", WDR und NDR hart angegriffen. Der Vorwurf lautete auf einen "konturlosen Spielraum" der Zusammenarbeit und vermeintliche "intransparente, unzulässige Quersubventionierungen". Die "SZ" profitiert laut der VPRT-Argumentation von Rechercheleistungen, für die mittelbar der TV-Gebührenzahler aufkommen müsse.

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