Cordt Schnibben am kress.de-Telefon: "Spiegel" richtet Leserblog für Diskussion mit Redaktion ein

 

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" will den Dialog mit Lesern erhöhen. Wie "Spiegel"-Reporter Cordt Schnibben am kress.de-Telefon sagte, wird dazu auf "Spiegel Online" ein Leserblog eingerichtet, auf dem zukünftig 1168 Leser mit der Redaktion diskutieren können.

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" will den Dialog mit Lesern erhöhen. Wie "Spiegel"-Reporter Cordt Schnibben am kress.de-Telefon sagte, wird dazu auf "Spiegel Online" ein Leserblog eingerichtet, auf dem zukünftig 1168 Leser mit der Redaktion diskutieren können. So viele haben sich nach seiner Einladung vor drei Wochen, sich für ein Abendessen mit ihm zu bewerben, per Mail und Brief gemeldet.

Cordt Schnibben hatte in einem langen Beitrag Ende Februar aufgeschrieben, "warum Journalisten und Medienhäuser in Lesern mehr sehen sollten als zahlende Kunden". Dafür hatte Schnibben unter anderem Wolf Schneider, Claus Kleber, Richard Gutjahr und Jessica Schober getroffen.

Abendessen mit Cordt Schnibben

Als besonderen Clou hatte Schnibben die Leser aufgefordert, mit ihm in den Dialog zu treten, ihm zu schreiben, was sie gut am "Spiegel" finden, aber auch, was ihnen missfällt. Zum Dank greift Schnibben sogar in die eigene Tasche - 100 Leserinnen und Leser wird Schnibben zum Essen einladen, bezahlen will er das mit der Prämie, die ihm der Verlag für seine 25-jährige Treue schenkt.

Gegenüber kress.de ist Schnibben sichtlich begeistert über die vielfältigen Zuschriften der engagierten Leser; viele von ihnen wollen nicht als Kunden, sondern als Unterstützer wahrgenommen werden.

"Spiegel"-Leser war für Schnibben ein "Gespenst"

In der aktuellen Ausgabe vom "Spiegel" schreibt Schnibben dann auch, was sich für ihn geändert hat: "Der "Spiegel"-Leser war für mich immer ein Gespenst: Er weiß mehr als andere, so behaupteten wir jahrelang im Werbeslogan; er ist in der Mehrzahl männlich; er ist ein Korinthenkacker; er schreibt seit mindestens 40 Jahren Leserbriefe, in denen immer wieder steht: "Ihr wart früher politischer und bissiger." Schnibben veröffentlicht dann im Magazin auch einige Zuschriften, weil es unmöglich sei, eine repräsentative Auswahl zu treffen, hat er "lieber auf eine Ansammlung allzu positiver Äußerungen" verzichtet.

Leser sollen Artikel in Urversion zu lesen bekommen

Cordt Schnibben wird in Zukunft auf die Unterstützung seiner treuen Leser nicht verzichten. So werden sie erstmals die Möglichkeit haben, wöchentlich mit "Spiegel"-Autoren über Themen des Magazins zu debattieren. Auch sollen auch die, die nicht zum Dinner eingeladen werden, die Möglichkeit haben, die Redaktion zu besichtigen. Schnibben, mehrfach preisgekrönt und auch Mit-Gründer vom "Reporter-Forum", will die Leser aber noch stärker fordern: "Ich habe mir vorgenommen, die 1168 Schreiber zukünftig über meine nächsten Themen und Recherchen so zu informieren, dass sich Interessierte einbringen könne mit Wissen und Rat." Einem Leserwunsch entsprechend, will Schnibben auch einmal ausprobieren, was passiert, wenn er die Urversion eines Textes zur Probe an die Leser sendet und den Artikel von ihnen kommentieren lässt.

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