Von der "taz" zur "Welt": Deniz Yücel wird Türkei-Korrespondent für Axel Springer

 

"WeltN24"-Chefredakteur Jan-Eric Peters ist ein echter Personal-Coup gelungen. Nach Informationen von kress.de wechselt Deniz Yücel von der "taz" zur "Welt".

"WeltN24"-Chefredakteur Jan-Eric Peters ist ein echter Personal-Coup gelungen. Nach Informationen von kress.de wechselt Deniz Yücel von der "taz" zur "Welt". Der meinungsstarke Journalist wird Korrespondent der "WeltN24"-Gruppe in Istanbul.

Deniz Yücel, geboren 1973 in Flörsheim am Main und seit Sommer 2007 Redakteur der Berliner "taz", ist Träger des Kurt-Tucholsky-Preises für literarische Publizistik. Yücel hat auch das vielbeachtete Buch "Taksim ist überall - Die Gezi-Bewegung und die Zukunft der Türkei" geschrieben (Edition Nautilus, Verlag Lutz Schulenburg).

Großer Abschied von der "taz"

In seiner Kolumne "Besser" nahm er am Dienstag Abschied in der "taz".

Yücel schrieb in dem Text "Mach's gut, taz!" unter anderem: "Dies ist nun mein letzter Text für die taz. Meine taz. Ich gehe in Demut vor einer Zeitung, die in ihren besten Momenten eine der besten der Welt sein kann. Ich gehe in Dankbarkeit für eine aufregende Zeit, in freundschaftlicher Verbundenheit zu vielen Kolleginnen und Kollegen, und mit Respekt für die verstorbenen taz-Autoren Christian Semler und Klaus-Peter Klingelschmitt, dessen Kolumnenplatz zu übernehmen ich die Ehre hatte."

Viele Reaktionen in Sozialen Netzwerken

Gerade in den Sozialen Medien wie Facebook und Twitter war der Abschied Yücels in den vergangenen Stunden ein großes Thema. "Welt"-Vize-Chefredakteur Ulf Poschardt lobte den Beitrag mit den Worten "Großer Abgang", aus Hamburg schaltete sich Silke Burmester ein, die "in kollegialer Liebe" Deniz Yücel zurief: "Was soll denn der Scheiß?!" Tickst Du noch ganz sauber, Du Arsch?".

Deniz Yücel, Autor, Seite-Eins-Redakteur und Redakteur für Sonderprojekte bei der "taz", war bei der linksalternativen Zeitung, die sich im Besitz einer Genossenschaft befindet, nicht immer unumstritten. Yücel galt als enger Vertrauter von Andreas Rüttenauer, der gemeinsam mit Ines Pohl die Doppelspitze bei der "taz" bildet. Rüttenauer kommentierte Yücels Abgang auf Twitter mit den Worten: "So schade. Um nicht zu sagen sch..."

20.000 Euro für Thilo Sarrazin

Wie scharf Yücels Worte formulieren kann, erlebte die "taz" 2013. Damals wurde die "taz" verurteilt, Formulierungen aus einer Yücel-Kolumne zu Thilo Sarrazin nicht mehr zu verbreiten. Der Artikel des Journalisten enthielt unter anderem die Formulierung "Buchautor Thilo S., den man, und das nur in Klammern, auch dann eine lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur nennen darf, wenn man weiß, dass dieser infolge eines Schlaganfalls derart verunstaltet wurde und dem man nur wünschen kann, der nächste Schlaganfall möge sein Werk gründlicher verrichten". Das Landgericht Berlin sprach dem früheren Politiker zudem 20.000 Euro zu, die die stets klamme "taz", die ihre Mitarbeiter weit unter Tarif bezahlt, an Sarrazin überweisen musste.

Axel Springer bestätigte dann am Mittwochmorgen unsere Berichterstattung: Erst legte Chefredakteur Peters auf Twitter persönlich vor, dann folgte Axel-Springer-Sprecherin Sandra Petersen, die gegenüber kress.de den Personalcoup offiziell bestätigte.

Dichtes Auslandskorrespondentennetz

Die "Welt"-Gruppe verfügt über eines der dichtesten Auslandskorrespondentennetze deutscher Tageszeitungen. Aus Brüssel berichten Christoph Schiltz und Andre Tauber, aus Budapest Boris Kalnoky, aus Jerusalem Gil Yaron, aus Kapstadt Christian Putsch, aus London Stefanie Bolzen, Thomas Kielinger und Nina Trentmann, aus Madrid Ute Müller, aus Mailand Tobias Bayer, aus Marrakesch Alfred Hackensberger, aus Moskau Julia Smirnova, aus New York Tina Kaiser, Michael Remke und Hannes Stein, aus Paris Sascha Lehnartz, aus Peking Johnny Erling, aus Prag Hans-Jörg Schmidt, aus Singapur Sophie Mühlmann, aus Warschau Gerhard Gnauck, aus Washington Ansgar Graw, Stephan Strothe und Clemens Wergin.

"WeltN24" gibt es als Tochterunternehmen von Axel Springer offiziell seit Anfang 2015. In der Gesellschaft werden alle Aktivitäten der "Welt"-Gruppe (unter anderem "Die Welt", "Welt Kompakt", "Welt am Sonntag", "Welt Online", "Bilanz", "Icon") und des Nachrichtensenders N24 gebündelt, das Axel Springer Ende 2013 erworben hat. Chefredakteur von "WeltN24" ist Jan-Eric Peters, seine Chefredaktion komplettieren Ulf Poschardt, Arne Teetz, Oliver Michalsky und Beat Balzli. Herausgeber ist der frühere "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust, ein Meister im Netzwerken und Kontakte knüpfen.

Ihre Kommentare
Kopf
Ralf E. Hansen

Ralf E. Hansen

Medienconsulter
Consulter Medien & Entertainment

01.04.2015
!

YES, ein super COUP.......so geht's........


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