Christoph Maria Herbst im kress.de-Interview: "Ich spiele, bis ich umfalle"

 

"Stromberg"-Junkies können von "Papa" nicht genug bekommen. Wer Christoph Maria Herbst schätzt - und wer tut das nicht? - kommt in der Komödie "Besser als du" gleich in den doppelten Genuss. Er spielt Zwilingsbrüder, die zum chaotischen Spaß ihre Identitäten tauschen. Einen Originalitätspreis gewinnt damit niemand. Allerdings hat es Herbst nach langen Jahren als ProSiebenSat.1-Gesicht nun zur ARD geschafft.

"Stromberg"-Junkies können von "Papa" nicht genug bekommen. Wer Christoph Maria Herbst schätzt - und wer tut das nicht? - kommt in der Komödie "Besser als du" gleich in den doppelten Genuss. Er spielt Zwilingsbrüder, die zum chaotischen Spaß ihre Identitäten tauschen. Einen Originalitätspreis gewinnt damit niemand. Allerdings hat es Herbst nach langen Jahren als ProSiebenSat.1-Gesicht nun zur ARD geschafft.

kress.de: Herr Herbst, wie kam es denn zu der Zusammenarbeit für die Komödie "Besser als du"? Was hat Sie an dem Angebot gereizt?

Christoph Maria Herbst: Iris Kiefer von Filmpool Fiction wollte schon lange mal was mit mir machen und auch Autor Stefan Rogall kenn ich schon ewig. Mit Regisseurin Isabel Kleefeld hatte ich bereits gearbeitet. Letztlich haben mich alle diese Menschen gereizt, die wie Dealer diesen schönen Stoff im Gepäck hatten.
 
kress.de: Sind Doppel-Rollen nicht das leichteste Mittel, um einen Komödianten zu ködern? Oder wie groß war Ihr Scheu sich auf so ein Doppelspiel einzulassen? 

Herbst: Wer sagt, dass ich nicht leicht zu ködern bin? Aber mein Debüt für die ARD mit einer eineiigen Zwillingskomödie quasi gleich doppelt zu verkacken, barg natürlich eine gewisse Gefahr, ließ mich letztlich aber nur Blut lecken.

kress.de: Bekommt man für eine Doppel-Aufgabe doch hoffentlich auch die doppelte Gage, oder? 

Herbst: Träumen Sie weiter. Ich hab's dennoch gemacht. Geld ist bei weitem nicht alles. Dieses Buch, dieses Ensemble, dieses Team wären auch mit doppelter Kohle nicht aufzuwiegen gewesen.

"Die Degeto hatte zumindest nichts gegen mich"

 kress.de: In früheren Interviews haben Sie mal geklagt, dass man Sie bei den Öffentlich-Rechtlichen noch nicht so recht wahrgenommen hatte. Was hat den Umschwung herbeigeführt?

Herbst: Ob es gleich ein Umschwung ist, wird sich noch weisen. Ansonsten war es einfach gutes Timing. Ich hatte Zeit, die Produktion wollte mich und die Degeto hatte zumindest nichts gegen mich (lacht). Vielleicht hatten alle anderen Angefragten aber auch schlicht keine Zeit ...
 
kress.de: Einmal sagten Sie: "Ich bin ja noch nicht mal bei einem dieser inflationär vielen 'Tatorte' in Frauenkleidern hinten durch die Unschärfe gelaufen. Nicht mal das lässt man mich machen!" Wann wird man Sie nun endlich in dieser Rolle sehen? 

Herbst: Ich kann nicht mehr tun, als mich anzubiedern ... äh ... anzubieten, meine ich natürlich.
 
kress.de: Was unterscheidet denn aus Ihrer Wahrnehmung den öffentlich-rechtlichen vom privaten Drehbetrieb?  

"Mein erstes Mal war phantastisch"

Herbst: Das kann ich schlecht beurteilen. Aber mein erstes Mal war phantastisch und hat alles andere als weh getan. Man hat uns machen lassen, uns vertraut. Herbst, was willst Du mehr?!
 
kress.de: Ihre "Stromberg"-Fans saugen jedes Detail auf, das auf neue Serienfolgen oder einen zweiten Film schließen lässt. Wie können Sie der Vorfreude neuen Zunder geben? 

Herbst: Ich geb' gar keinen Zunder. Gibt auch keinen Grund dazu. Letztlich freut es mich, einen solch markanten Charakter geschaffen zu haben, und verweise immer fröhlich auf all die Staffeln und den Film auf DVD, wo man beim wiederholten Gucken immer noch was Neues entdecken kann.
 
kress.de: Wie schwer ist es, sich aus der "Stromberg"-Prägung zu befreien? 

Herbst: Ich habe damit weniger Probleme als der Eine oder Andere. Und solange selbst bei der Berichterstattung über einen Götz George noch in Klammern "Schimanski" steht, sollte ich nicht lamentieren. Größere als ich kennen das.
 
kress.de: Können Sie mit hoffentlich mehr neuen ARD-ZDF-Aufträgen so langsam die Rente planen? 

Herbst: Die ist schon durch. Ich spiel' nur noch aus Spaß an der Freude (lacht). Ja, schön wär's. Wie Sie wissen, ist die Rente nicht mehr planbar. Ich spiele, bis ich umfalle.


Die Komödie "Besser als du" mit Christoph Maria Herbst in einer Doppelrolle sowie Ulrike C. Tscharre und Sophie von Kessel läuft am Freitag, 17. April um 20:15 Uhr in der ARD.

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