Für ihre Recherchen zu den ADAC-Manipulationen: "SZ"-Journalisten Obermayer und Ritzer bekommen Wächterpreis 2015

24.04.2015
 

Die beiden Journalisten Bastian Obermayer und Uwe Ritzer von der "Süddeutsche Zeitung" erhalten in diesem Jahr den "Wächterpreis der Tagespresse". Dies gab die Stiftung Freiheit der Presse bekannt. Obermayer und Ritzer haben aufgedeckt, dass der ADAC bei der Wahl zum "Lieblingsauto der Deutschen" im Sinne der eigenen kommerziellen Interessen die Stimmen der Mitglieder massiv manipuliert hat.

Die beiden Journalisten Bastian Obermayer und Uwe Ritzer von der "Süddeutsche Zeitung" erhalten in diesem Jahr den "Wächterpreis der Tagespresse". Dies gab die Stiftung Freiheit der Presse im hessischen Bad Vilbel am Freitag bekannt.

Obermayer und Ritzer haben gemeinschaftlich nach mehrwöchigen Recherchen aufgedeckt, dass der ADAC bei der Wahl zum "Lieblingsauto der Deutschen" im Sinne der eigenen kommerziellen Interessen die Stimmen der Mitglieder massiv manipuliert hat. Weiter legten die beiden Journalisten offen, wie der ADAC bei seinen Service-Leistungen für die Club-Mitglieder zuerst eigene Geschäftsinteressen verfolgte. In Folge dieser Veröffentlichungen verlor der ADAC über 300.000 Mitglieder. Die verantwortlichen Spitzenmanager mussten gehen.

Der erste Preis des "Wächterpreises der Tagespresse" ist mit 12.000 Euro dotiert. 

Sönke Iwersen und Jan Keuchel auf Platz zwei

6.000 Euro erhalten Sönke Iwersen und Jan Keuchel vom "Handelsblatt" - sie belegen in diesem Jahr Rang zwei. Ihre Artikel führten der Öffentlichkeit ein riesiges ärztliches Betrugssytem mit Labor-Abrechnungen vor Augen. Dazu gehörte, dass die erfolgreiche Arbeit der eingesetzten polizeilichen Sonderkommission (Soko Labor) von der Justiz bis hinauf zu der damaligen Justizministerin ausgebremst wurde, bis fast alle Betrugsfälle verjährt waren.

Uschi Ach und Marc Rath ebenfalls ausgezeichnet

Mit dem dritten Preis (4.000 Euro) werden Uschi Ach ("Straubinger Tagblatt"/"Landshuter Zeitung") und Marc Rath ("Magdeburger Volksstimme"/"Stendaler Volksstimme") ausgezeichnet. Beide haben jeweils in ihrer Region begangene massive Wahlfälschungen bei Kommunalwahlen aufgedeckt. In beiden Fällen wurden sowohl die Kommunalaufsicht, als auch die Staatsanwaltschaft tätig. Die Wahlen müssen wiederholt werden.

Die Preisträger hat eine unabhängigen Jury unter dem Vorsitz von Hermann Rudolph, dem Herausgeber a.D. des Berliner "Tagesspiegels", ausgewählt. Die weiteren Jury-Mitglieder sind Hans Eggert, Chefredakteur "Sächsische Zeitung", Laurent Fischer, Verleger Nordbayerischer Kurier und Roland Hof, vormals Chefredakteur "Darmstädter Echo".

Die Stiftung vergibt den Wächterpreis der Tagespresse nunmehr zum 46. Mal. Alle ausgezeichneten Geschichten sind seit 2003 einschließlich der dazugehörigen Rechercheprotokolle dokumentiert unter www.waechterpreis.de. 

Am Dienstag, dem 19. Mai 2015 um 17.00 Uhr werden die Preisträger im Rahmen einer Feierstunde im Kaisersaal des Frankfurter Römer geehrt, in der ihnen auch die Preise überreicht werden.

Ziel: Couragierte Reporter auszuzeichnen

Das Ziel des "Wächterpreis der Tagespresse": "Couragierte Reporter" auszeichnen, die in "Wahrnehmung von staatsbürgerlichen Rechten", "den Kampf um eine saubere Verwaltung aufnehmen"," Übergriffe der Bürokratie oder anderer Machtgruppen"recherchieren und darüber berichten und dabei ohne Rücksicht auf Namen und bestehende Verhältnisse Missstände schonungslos aufdecken.

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