150 Millionen Euro für Innovationsfonds: Google geht Partnerschaft mit europäischen Zeitungen ein

 

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und "Die Zeit" gehören zu einer kleinen Gruppe von europäischen Zeitungen, die sich gemeinsam mit dem Suchmaschinen-Giganten Google zur "Digital News Initiative" zusammengeschlossen haben. Die Nachricht, die eigentlich erst am Dienstag offiziell verkündet werden sollte, hat der "Guardian" bereits am Montagabend veröffentlicht.

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und "Die Zeit" gehören zu einer kleinen Gruppe von europäischen Zeitungen, die sich gemeinsam mit dem Suchmaschinen-Giganten Google zur "Digital News Initiative" zusammengeschlossen haben. Die Nachricht, die eigentlich erst am Dienstag offiziell verkündet werden sollte, hat der "Guardian" bereits am Montagabend veröffentlicht. Jeff Jarvis hat die Nachricht inzwischen bestätigt.

Hinter dem Schritt steht der Versuch von Google, den Streit mit den europäischen Verlagen zu entschärfen. Herzstück der Kooperation ist eine Arbeitsgruppe. Die soll sich um Produktentwicklung, Ausbildung und Forschung konzentrieren. Der Innovationsfonds wird mit 150 Millionen Euro ausgestattet. Google verspricht, dass durch die gemeinsame Zusammenarbeit "Umsatz gesteigert und mehr Besucher auf die Angebote der teilnehmenden Verlage" kommen.

Laut der "Guardian"-Story Google admits mistakes with news outlets as it announces new partnership soll die Initiative am Dienstag von Google-Manager Carlo D'Asaro Biondo offiziell verkündet werden. Auf den Pakt mit Google haben sich aus Deutschland die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" sowie "Die Zeit", der "Guardian" und "Financial Times" aus Großbritannien, "Les Echos" aus Frankreich, "NRC Media" aus den Niederlanden, "El Pais" aus Spanien und "La Stampa" aus Italien eingelassen.

In dem Blogpost Google Signs a Friendship Pact with Euro Publishers bestätigte der US-amerikanische Journalistik-Professor Jeff Jarvis den Start der Initiative. Jarvis, Autor des Bestsellers "Was würde Google tun?", nahm nach eigenen Angaben als Berater des "Guardian" an den Gesprächen teil.

Google könnte mit dem Schritt der Befreiungsschlag in Europa gelingen, den das Unternehmen aus dem kalifornischen Mountain View seit Jahren sucht. Ob jetzt aber direkt eine Freundschaft zwischen den verhärteten Seiten aufkommt, erscheint auf dem ersten Blick fraglich. Dass Google jetzt den europäischen Medien entgegenkommt, ist auch zwei deutschen Medien zu verdanken, die zum Start der "Digital News Initiative" keine Partnerschaft mit dem Suchmaschinen-Konzern eingehen. Ohne den Druck, den Axel Springer und Hubert Burda Media auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen ausgeübt haben, hätte Google die Kritik aus Europa mit Sicherheit nicht so schnell angenommen und aus Sorge ums Geschäft ein solches Eingeständnis gemacht.

Noch in der Nacht zu Dienstag bestätigte eine Sprecherin der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" gegenüber kress.de, dass die "FAZ" an der "Digital News Initiative" teilnehmen werde.

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Kopf

jim

28.04.2015
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Ganz hab ich es nicht begriffen. Sind die Verlage jetzt gegen die Übermacht Googles oder wollen sie gerade davon profitieren?


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