Einstweilige Verfügung stärkt Pressefreiheit: BFV darf Vereine nicht gängeln

 

Große Erleichterung bei Bayerns Verlagen: Sie dürfen weiterhin mit eigenen Videoteams aus den bayerischen Amateurligen berichten, ohne dem Verband mindestens 500 Euro pro Video zu zahlen oder das Videomaterial kostenlos zu überlassen. Geklagt hatten die Verlage von "Mittelbayerische Zeitung" (Regensburg), "Nordbayerischer Kurier" Bayreuth, "Main-Post" (Würzburg) und die Mediengruppe Oberfranken (Bamberg).

Große Erleichterung bei Bayerns Verlagen: Sie dürfen weiterhin mit eigenen Videoteams aus den bayerischen Amateurligen berichten, ohne dem Verband mindestens 500 Euro pro Video zu zahlen oder das Videomaterial kostenlos zu überlassen. Geklagt hatten die Verlage von "Mittelbayerische Zeitung" (Regensburg), "Nordbayerischer Kurier" Bayreuth, "Main-Post" (Würzburg) und die Mediengruppe Oberfranken (Bamberg). Das Landgericht München hat dem Bayerischen Fußball-Verband heute seine Videopraxis untersagt.

Per Einstweiliger Verfügung hat die 17. Kammer für Handelssachen am Landgericht München die bisherige BFV-Praxis untersagt. Der Verband darf die mit Fußballvereinen der Bayern- und Landesligen für die kommende Saison schriftlich hinterlegten Vertragsbedingungen nicht verwenden. Und: Zeitgleich wird dem Verband verboten, sich bei bereits abgeschlossenen Vereinbarungen mit Vereinen auf diese rechtswidrigen Vertragsbedingungen zu berufen.

Gegenüber kress.de hatte der Verband erklärt, er verbiete weder die Videoberichterstattung noch wolle er sich mit der Videovermarktung "eine goldene Nase" verdienen. Er wolle auch kein Monopol des Verbandes, sondern sei für eine breite Amateurfußballberichterstattung und verfolge mit Blick auf die Videorechte auch keine eigenen wirtschaftlichen Interessen. Im Gegenteil, er investiere in Videoberichterstattung im Sinne und zum Vorteil der Vereine. "Verlagshäuser/Portale können völlig unentgeltlich filmen und statt eines Entgelts dem Verband das Bildmaterial für das vom BFV für die Vereine produzierte und finanzierte Videoportal BFV.TV zur Verfügung stellen. Alternativ können sie das Videorecht gegen Entgelt erwerben, das dann vom BFV zu 90 Prozent an die Vereine verteilt wird. Ist diese Regelung unfair oder eine Regelung zu Lasten der Vereine oder im Sinne eines Verbandsmonopols? Ich denke nicht!", so BFV-Pressesprecher Thomas Müther in einer Stellungnahme zu kress.de. Das Landgericht München mag Müthers Einlassungen allerdings nicht folgen.

Der Ärger für den Bayerischen Fußball-Verband geht aber weiter. Wie die "Mittelbayerische Zeitung" berichtet, haben die Verlage auch bei der Landeskartellbehörde in München Beschwerde eingelegt. Eine Entscheidung wird für Ende Juli erwartet. "Der Verband will Geld für etwas, woran er gar keine Verwertungsrechte hat", erklärt "Mittelbayerische"-Chefredakteur Manfred Sauerer.

Ob der BFV gegen die Einstweilige Verfügung Widerspruch einlegen wird, ist bislang noch nicht klar. Eine Anfrage von kress.de ließ der Verband bislang unbeantwortet.  

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