Komplette Artikel direkt im News Feed: Bild.de und SPON testen "Instant Articles" bei Facebook

 

Zwei Mutige preschen voran: SPON und Bild.de lassen sich auf ein Experiment mit noch sehr ungewissem Ausgang ein. Sie wollen sich an einem Testlauf des neuen Facebook-Angebots "Instant Articles" beteiligen. Dabei werden eigene Artikel in Gänze - und vor allem ohne Rück-Link zu den Mutterseiten - im sogenannten "News Feed" von Facebook veröffentlicht. International ziehen unter anderem die "New York Times", "Guardian" und die BBC mit.

Zwei Mutige preschen voran: SPON und Bild.de lassen sich auf ein Experiment mit noch sehr ungewissem Ausgang ein. Sie wollen sich an einem Testlauf des neuen Facebook-Angebots "Instant Articles" beteiligen. Dabei werden eigene Artikel in Gänze - und vor allem ohne Rück-Link zu den Mutterseiten - im sogenannten "News Feed" von Facebook veröffentlicht. International ziehen unter anderem die "New York Times", "Guardian" und die BBC mit.

Nach der vielbeachteten, auch heftig umstrittenen Charme-Offensive von Google ist dies nun schon die zweite Annäherung zwischen den sonst so gefürchteten Netz-Riesen und deutschen Verlagen in kürzerer Zeit. Dass die Zusammenarbeit mit Risiken verbunden ist, liegt auf der Hand - geben die Facebook-Partner doch zumindest zum Teil ihr Wichtigstes, attraktiven Content, aus der unmittelbaren Kontrolle.

Facebook ködert die Verlage mit Werbe-Einnahmen und Nutzer-Daten

Im Gegenzug ködert Facebook die Verlage damit, beim "Instant Articles"-Modell die Inhalte-Anbieter an den generierten Werbeerlösen zu beteiligen. So sollen die Rechteinhaber - in Deutschland zunächst Bild.de und SPON die Werbung, die Facebook im Umfeld ihrer Texte darstellt, selbst vermarkten können. Bild.de vermarktet die Werbung selbst und erhält die Erlöse zu 100%.

Übernimmt dies bei anderen Verlagspartnerschaften Facebook, dann behält sich der Social-Media-Gigant offenbar einen 30-prozentigen Anteil. Zudem sollen die Verlage vollen Zugriff auf die Nutzerdaten ihrer Leser bei Facebook bekommen. Sie bleiben weiterhin Rechteinhaber, auch wenn die Artikel im News Feed liegen.

Bild.de-Chef Julian Reichelt will "lernen und mitgestalten"

"'Bild' muss immer da sein, wo unsere Leser und User sind. Das ist auf Papier so und das ist auch digital so", kommentiert Julian Reichelt, Chefredakteur von Bild.de, die Test-Kooperation. "Fast 30 Millionen Menschen in Deutschland erleben ihren digitalen Alltag auf Facebook. Deswegen sind wir gespannt, 'Instant Articles' auszuprobieren und gemeinsam mit Facebook Lösungen zu entwicklen, die unsere einzigartigen Inhalte auf dieser Plattform noch schneller, leichter, reibungsloser und aufregender erlebbar machen. Wir wollen lernen, aber auch mitgestalten, wie die Menschen im Zeitalter sozialer Plattformen News, Unterhaltung und Sport konsumieren."

Hoffen auf ein Bezahlmodell für journalistische Inhale

Außerdem steht ein weiteres Schmankerl in Aussicht: Offenbar ist vorgesehen, gemeinsam die Arbeiten an einem Bezahlmodell für journalistische Inhalte auf Facebook voranzutreiben. Auch Spiegel Online-Geschäftsführerin Katharina Borchert betont in einer ersten Reaktion, dass man experimentieren und lernen möchte.

Auf Nachfrage von kress.de kündigt Springer an, dass mit ersten Bild.de-Artikeln beim "Instant Articles"-Programm von Facebook in ein paar Wochen zu rechnen ist.

Hier erklärt Facebook in einem Werbe-Video die Technik und die Vorteile der "Instant Articles".

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