Claudia Rieß half beim "Pirsch"-Restart: Wie man jüngere Leser und Frauen für die Jagd begeistert

 

Anfang des Jahres hatte sich die stellvertretende "Psychologies"-Chefredakteurin Claudia Rieß mit ihrem Münchner Content-Büro Paradies Neun selbstständig gemacht. "Viele Ratgeber sind nicht mehr zeitgemäß", sagte sie zu kress.de und startete als Beraterin für mehr Pepp für Fachverlage durch. Nun legt sie ihr erstes Projekt ins Schaufenster - die Neupositionierung von "Pirsch - Deutschlands großes Jagdmagazin" aus dem Deutschen Landwirtschaftsverlag.

Anfang des Jahres hatte sich die stellvertretende "Psychologies"-Chefredakteurin Claudia Rieß mit ihrem Münchner Content-Büro Paradies Neun selbstständig gemacht. "Viele Ratgeber sind nicht mehr zeitgemäß", sagte sie zu kress.de und startete als Beraterin für mehr Pepp für Fachverlage durch. Nun legt sie ihr erstes Projekt ins Schaufenster - die Neupositionierung von "Pirsch - Deutschlands großes Jagdmagazin" aus dem Deutschen Landwirtschaftsverlag.

"Der Jäger und Leser will natürlich weiterhin über die neueste Technik und aktuelle Gesetzesänderungen informiert werden", sagt Paradies Neun-Gründerin Claudia Rieß zu kress.de. Doch damit allein kommt der Fachtitel in zeitgemäßer Form nicht mehr aus. "Er will sich mit dem durchaus kritisch auseinandersetzen, was er tut. Dabei geht es auch mal um Themen, die polarisieren", so Rieß.

"Ein etwas anderer Blickwinkel und eine provokante Frage"

Sie war vom Deutschen Landwirtschaftsverlag ins Haus geholt worden, um beim Wagnis eines "Pirsch"-Neustarts zu helfen. Dabei galt es, die richtigen Fragen zu stellen, um Antworten für den mittlerweile 60-jährigen Traditionstitel zu finden. "Oft reicht ein etwas anderer Blickwinkel oder eine provokante Frage in die Redaktionsrunde, und schon bekommt ein altbekanntes Thema eine neue Herangehensweise – und somit wieder Leserelevanz", sagt Rieß.

Explizites Ziel ist es, die "Pirsch" an die sich wandelnde Zielgruppe anzupassen. Aktuell gibt es einen Trend zu immer mehr weiblichen, jüngeren, modernen Jägern. Dem möchte und muss die Fachzeitschrift gerecht werden. So überrascht sie auf dem neu gestalteten Titel der ersten Relaunch-Nummer mit einem prominenten Themen-Anreißer, der etwas abgewandelt auch auf vielen Frauenzeitschriften stehen könnte und verstärkt weibliche Leser neugierig machen soll: "Jagd, Job, Familie - So finden Sie die richtige Balance", heißt es dort.

"Pirsch"-Chefredakteur Sascha Numßen bringt den neuen Kurs auf eine griffige Formel. "Neben dem Zurück-zur-Natur steht immer mehr der Selbstversorger-Gedanke im Fokus der nachwachsenden Jäger-Generation – es ist quasi hip, das eigene Fleisch zu erlegen und sich selbst zu versorgen", sagt er. 

Für Jäger, die auch mal nach innen horchen

Wenn Hipster sich an den Titel heranpirschen wollen, müssen sie sich an den Kiosk schleichen. Dort liegt die überarbeitete Restart-Ausgabe seit 17. Juni vor. Darin erfährt man unter anderem auch, wie sich Tradition und Moderne in Einklang bringen lassen - Psychologen-Tipps inklusive, für den Jäger, der auch mal nach innen horcht. Claudia Rieß hat dem Magazin ihre Handschrift mitgegeben.

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