"Wir setzen hier ein Zeichen": In Dresden gibt's jetzt einen Edward-Snowden-Platz

22.06.2015
 

Edward Snowden, gerade 32 Jahre alt geworden, erfährt in Dresden eine besondere Ehrung. Unweit des Albertplatzes wurde ein kleiner Platz auf dem Gelände Bautzner Straße 6 auf seinen Namen getauft. Mit dieser deutschlandweit ersten derartigen Ehrung

Edward Snowden, gerade 32 Jahre alt geworden, erfährt in Dresden eine besondere Ehrung. Unweit des Albertplatzes wurde ein kleiner Platz auf dem Gelände Bautzner Straße 6 auf seinen Namen getauft. Mit dieser deutschlandweit ersten derartigen Ehrung möchte Markwart Faussner, Miteigentümer des Grundstückes, gemeinsam mit zwei weiteren Initiatoren den mutigen Einsatz von Whistleblowern weltweit und auch in Deutschland würdigen sowie für mehr Zivilcourage werben.

"Edward Snowden, Gallionsfigur aller Whistleblower weltweit, hat viel riskiert. Ohne Rücksicht auf seine eigene Person brachte er folgenschwere Wahrheiten ans Licht und bezahlte damit mit dem abrupten Ende seines bisherigen Lebens in Wohlstand und Sicherheit. Heute muss er fern von Heimat und Familie seinen Geburtstag feiern", so Markwart Faussner bei der Platztaufe. "Whistleblower sind enorm wichtig für eine funktionierende demokratische Gesellschaft. Man muss etwas tun, sonst bleibt alles immer nur Stammtischgerede. Wir brauchen mehr Leute, die ihrem Gewissen folgen und nicht nur opportunistisch in der sicheren zweiten Reihe bleiben. Deshalb setzen wir hier ein Zeichen und taufen diesen Platz in Edward-Snowden-Platz", erklärte Faussner und ergänzte: "Dear Edward, I have a dream, that you will someday come back to your homeland as a free man."

Der deutsche Anwalt von Snowden weiß Bescheid

Die Taufe des kleines Platzes mit Ladengeschäften auf dem Grundstück Bautzner Straße 6 soll keine Spaßaktion sein. Sie sei mit dem deutschen Anwalt von Edward Snowden, dem in Berlin tätigen Menschrechtsaktivisten und Experten für internationales Strafrecht Wolfgang Kaleck, abgesprochen und die erste ihrer Art in Deutschland. "Wir haben auch über seinen Anwalt einen Brief an Snowden nach Moskau geschickt und werden sicher auch eine Antwort erhalten", berichtete Mitinitiator Matthias Wolf. Der Brief an Snowden werde in Kürze auf die Web- und Facebookseite der Initiative gestellt.

Kassette im Boden

Im Anschluss an die Enthüllung des Namensschildes wurde am Fuße desselben eine Kassette in den Boden eingelassen mit anonymen oder namentlichen Statements und politischen Wünschen der Besucher. Außerdem wurden Luftballons mit Postkarten in die Lüfte entlassen. Die Postkarten, auf denen weitere Whistleblower vermerkt sind, konnten ebenfalls von den Besuchern mit Kommentaren versehen werden. "Jeder von uns ist dazu aufgerufen, verborgene Machtausübung konsequent aufzudecken", so Markwart Faussner. Nur so könne dafür gesorgt werden, dass auch unsere Kinder noch in Freiheit und Selbstbestimmung leben könnten. Deutschland brauche einen gesetzlichen Schutz für Whistleblower. Das sei überfällig, andere Länder seien da weiter", forderte Faussner abschließend.

Ihre Kommentare
Kopf
22.06.2015
!

Warum hat eben Russland dem Snowden Asyl geboten? Das finde ich komisch. Wieso errichtet Deutschland Namenschilder und Denkmäler aber hat keinen Mut, Asyl anzubieten? Ich glaube, er hatte das verdient, und zwar mehr als einen Namenschild... Was soll er jetzt in Russland? Ich glaube schon, dass falls man ihn in Russland unter Druck setzen wird, genau so wie in den USA.


Sabine Schmidt

Öffentlichkeitsarbeit

23.06.2015
!

Respekt! Es ist zu wünschen, dass noch mehr Menschen diesem Beispiel folgen.


X

Kommentar als bedenklich melden

 
×

Bestätigung

Dieser Kommentar wurde erfolgreich gepetzt.

×

Oooooooooops

Beim Petzen trat ein Fehler auf. Versuchen Sie es bitte noch einmal.

Inhalt konnte nicht geladen werden.