G.R.A.L.-Chef Alexander Wolfrum im Gespräch: Wie ein Event Branchen-Gespräch wird

 

"Jeder, der etwas Außergewöhnliches will, kommt zu uns", sagt Alexander Wolfrum nicht ohne Stolz. Der selbsternannte "Visionär", Gründer und Geschäftsführer der Münchner Agentur G.R.A.L., gehört nicht nur zu den umtriebigsten Event-Veranstaltern der Szene. Er ruft für DAX-Kunden Ereignisse ins Leben, die nicht nur Stadtgespräch sind, sondern dauerhaft in Erinnerung bleiben. Am 16. und 17. Juli lockt er über 3000 Münchner in die originellste Partyzone der Stadt - unter die Erde. 

"Jeder, der etwas Außergewöhnliches will, kommt zu uns", sagt Alexander Wolfrum nicht ohne Stolz. Der selbsternannte "Visionär", Gründer und Geschäftsführer der Münchner Agentur G.R.A.L., gehört nicht nur zu den umtriebigsten Event-Veranstaltern der Szene. Er ruft für DAX-Kunden Ereignisse ins Leben, die nicht nur Stadtgespräch sind, sondern dauerhaft in Erinnerung bleiben. Am 16. und 17. Juli lockt er über 3000 Münchner in die originellste Partyzone der Stadt - unter die Erde. 

Welche Location lässt sich stimmungsvoll verwandeln?

Alexander Wolfrum ist als Vorstand des Vereins der Münchner Kulturveranstalter nicht nur inoffizieller Sprecher des Münchner Nachtlebens. Er ist auch Erfinder von deutschlandweit beachteten Veranstaltungen wie dem stimmungsvollen Kino-Open-Air auf dem Königsplatz, alljährlicher Nacht der Medien-Zampano auf den Medientagen München, Organisator zahlreicher denkwürdiger Sky-, DLD-, Sony-, "GQ"- oder Fox-Events und einer der beliebtesten Ansprechpartner von feierwütigen Marken- und Medien-Entscheidern.

Das Schöne dabei: Wolfrum ist im Herzen immer noch Bastler und Träumer geblieben, der mit neugierigen Augen durch die Städte zieht und über kreative Verwandlungen nachdenkt, die sonst keiner für möglich gehalten hätte.

Dass er als Jurist alle Fallstricke und behördlichen Einwände kennt, hilft ihm enorm. "Es ist hauptsächlich das juristische Wissen, wenn man nachweisen kann, dass es genehmigungsfähig ist", sagt Wolfrum, der sich seine Kontakte in Verwaltung und Amtsstuben, aber eben auch in den Chef-Etagen der Großunternehmen zu Partnern auf Augenhöhe gemacht hat, im kress.de-Gespräch. "Vertrauen kommt durch Wissen."

Mit Münchens größer Tunnelparty am 16. und 17. Juli hat er wieder ein Meisterstück an Überredungs- und Überzeugungskunst hingelegt. Auf 380 Metern Party-Länge werden unter dem Luise-Kiesselbach-Platz im Untergrund die Massen feiern. Dort, wo wenige Tage später ein Verkehrsgroßprojekt seiner Bestimmung übergeben wird, um die rund 100.000 Fahrzeuge täglich in die Tiefe zu verbannen. 

"Unter jeden Stein der Stadt geschaut"

"Location ist noch immer Trumpf", sagt Wolfrum über die Schaufenster-Veranstaltung, mit der G.R.A.L. natürlich noch einmal die Leistungsfähigkeit seines knapp 30-Mann-Teams unter Beweis stellt. Auf dem Filmfest München dreht er dann wieder an diversen Schrauben. Zumindest in der Vergangenheit hat er vor allem für den inoffiziellen Höhepunkt, die alljährliche "Shocking Shorts"-Verleihung des Pay-Senders 13th Street, den Partygästen jeweils die originellsten Veranstaltungsorte geöffnet - darunter ein E-Werk an der Isar oder das Jagd- und Fischereimuseum in der Innenstadt. "Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir schon unter jeden Stein der Stadt geschaut haben", sagt Wolfrum. 

Doch längst hat G.R.A.L. den Champagner-Dunstkreis Münchens verlassen - für mehr und mehr internationale Groß-Events. "Wir arbeiten überall, wo ein Flugzeug hingeht", so Wolfrum. Viele Anregungen kommen deutschlandweit aus der Filiale in Berlin. Auch dort können viele den Akronym-Grundsatz der Agentur unterschreiben (wenn auch manchmal das Geld im Süden lockerer sitzt): Als "Gründliche Realisierung Allgemeiner Lebensfreude" übersetzen sich die G.R.A.L-Großbuchstaben.

"Wenn mich der Hausmeister mag, dann läuft's"

Aktuell beschäftigt die Agentur aus der Münchner Theresienstraße fast 30 Festangestellte, während viele andere Event-Agenturen hauptsächlich auf Freie setzen. "Das Know-how, das hier erarbeitet wird, soll hier bleiben", sagt Alexander Wolfrum. Gegliedert ist G.R.A.L. in vier Projekt-Teams, mit einem Senior. Als eine "Mischung aus Hausmeister und Chef von dem Ganzen" beschreibt Wolfrum seine Rolle. Mit den oft als knurrig verschrienen Graukittel-Trägern, die nicht selten ihr Herrschaftswissen über die Sicherungskästen wahren wollen, kann der charmante Münchner gut. "Wenn mich der Hausmeister mag, dann läuft's", so Wolfrum.

Nach-Berichterstattung ist entscheidend

Ein Dreier-Team seiner Agentur ist ausschließlich mit der Vermarktung von Eigen-Events beschäftigt. Stark ist auch die Social-Media-Abteilung, da natürlich nur lange danach über das gesprochen wird, was auch mit tollen Bildern und Party-Klatsch in Erinnerung bleibt. Auch zum Nutzen von G.R.A.L. selbst. "Nach 20 Jahren verbreitet sich der gute Ruf von selbst", so Wolfrum. Dennoch versteht er das, was andere vielleicht als Häppchen-Prosecco-Wettkampf belächeln könnten, als ganzheitliches Kommunikationskonzept. 

"Ein Event ist eine Art von Kommunikation - die muss man zu Ende spielen", sagt Wolfrum. Deswegen gehören für ihn die mediale Nachbearbeitung - und Dokumentation des Ereignisses, inklusive einer detaillierten Analyse der Bewegungsströme auf dem Party-Areal und rund um die inszenierten Hotspots - ganz wesentlich dazu. "Wir arbeiten von den Kommunikationszielen aus los", sagt er über die Kunden-Beziehungen.

"Ein Aha-Effekt ist immer wichtig"

Entscheidend ist ein stichhaltiges Briefing und die genaue Überlegung, was man mit einem Event erreichen möchte. "Briefing-Gespräche arten mehr und mehr zu Psychoanalyse-Gesprächen der Kunden aus", scherzt Wolfrum. "Ein Aha-Effekt ist immer wichtig", sagt er. Nur so könne die Message glaubhaft kommuniziert werden. Natürliche Feinde des gelungen Events sind die "Vorstandssekretärinnen, die alles am liebsten immer so wie im Vorjahr machen wollen". 

Ihre Kommentare
Kopf
22.06.2015
!

Vorstandssekretärinnen, die alles am liebsten immer so wie im Vorjahr machen wollen:) Genau richtig bemerkt! Wenn ich einen Event organisieren wollte und noch dazu Haufen Geld hätte, hätte ich den Mann engagiert:)


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