"Tagesschau"-Sprecher: Machte Thorsten Schröder PR für "TK aktuell"?

 

Der "Tagesschau"-Sprecher Thorsten Schröder hat sich offenbar für PR der Techniker Krankenkasse einspannen lassen. In der aktuellen Ausgabe des Magazins der Techniker Krankenkasse, "TK aktuell", ist ein zweiseitiger Beitrag mit dem "Tagesschau"-Frontmann abgedruckt. Schröder selbst findet nicht, dass der Beitrag auf die "Tagesschau" abfärbt,

Der "Tagesschau"-Sprecher Thorsten Schröder hat sich offenbar für PR der Techniker Krankenkasse einspannen lassen. In der aktuellen Ausgabe des Magazins der Techniker Krankenkasse, "TK aktuell", ist ein zweiseitiger Beitrag mit dem "Tagesschau"-Frontmann abgedruckt. Schröder selbst findet nicht, dass der Beitrag auf die "Tagesschau" abfärbt, "weil er nicht für die TK wirbt, sondern für Sport und Bewegung", wie er auf Anfrage erklärte.

Allerdings steigt der Beitrag in dem Krankenkassen-Magazin gleich mit einem Hinweis auf Schröders "Tagesschau"-Tätigkeit ein: 'Mehr Ausrüstung als das braucht man für's Joggen eigentlichen nicht', meint auch Thorsten Schröder, Sprecher der Tagesschau und ambitionierter Freizeitsportler", ist dort zu lesen.

Der Bericht liest sich wie eine Mischung aus Homestory und einer Werbekampagne für sportliche Betätigung - ganz im Sinne der Krankenkasse. "Laufschuhe an - und los geht's." Auf die Frage, ob er für den Beitrag im Magazin der Techniker Krankenkasse Geld erhielt, teilt Schröder mit: "Selbstverständlich nicht". Er habe jedoch "gegenüber der zuständigen Redakteurin" des Krankenkassenmagazins sein Einverständnis zu dem Beitrag gegeben. "Die Redakteurin der TK schrieb mich über das Kontaktformular auf meiner Webseite an und fragte mich, ob ich Lauftipps geben möchte".

Werbung für Schröders Buch

Allerdings geht der Beitrag über das bloße Erteilen von Lauftipps hinaus: Auch Schröders Buch "Nachrichten vom Ironman" preist die TK darin an. Auf einer Drittelseite ist das Titelfoto seines Buchs einschließlich eines Textausschnitts daraus zu sehen. Das Foto zeigt den "Tagesschau"-Sprecher in Sakko und Radlerhose. "Die Redakteurin fragte mich, ob ich als Foto auch das Buchcover schicken könnte, dann würde man das Buch noch miterwähnen. Das war ursprünglich aber nicht geplant, es ging bei der Anfrage ausschließlich um Lauftipps", erklärt Schröder, der offensichtlich nichts dagegen hatte, dass die Krankenkasse dann doch Werbung für sein Buch macht. Eine Werbeanzeige im TK-Magazin in der Größe kostet normalerweise 15.600 Euro. Das Magazin hat eine Auflage von 6,6 Millionen Exemplaren und wird an alle TK-Mitglieder sowie etwa 2,4 Millionen mitversicherte Familienmitglieder versandt.

Einladung der Krankenkasse

Auch sonst scheint der Hamburger Moderator mit der Krankenkasse gut bekannt zu sein. "Ich war vor vielen Jahren mal in der TK". Er habe "kürzlich eine Einladung zu einer Veranstaltung" der TK bekommen, so Schröder, der auch vertretungsweise im ARD-Nachtmagazin moderiert. "Und ob bei einer der vielen anderen Veranstaltungen, zu denen ich mal eingeladen war, auch die TK beteiligt war, das vermag ich nicht zu sagen. Mir ist jedenfalls kein weiteres Beispiel bewusst", so Schröder schwammig.

"Nicht dass ich wüsste"

Schröders "Tagesschau"-Kollegin Susanne Holst hatte neun Jahre lang, von 2005 bis Ende 2014, eine Kolumne im Magazin der TK. Auf die Frage, ob ein Zusammenhang zwischen dem Umstand, dass seine Kollegin eine Kolumne im TK-Magazin hatte und dem Beitrag mit Schröder besteht, erklärt Schröder nur: "Nicht dass ich wüsste."

Erst im April sorgte ein Werbeauftritt der "Tagesschau"-Moderatorin Judith Rakers für McDonald's für mediale Aufregung. Rakers posierte in einem gelben Hosenanzug, der an eine Pommes erinnerte, mit dem Firmenmaskottchen Ronald McDonald und sagte einem Reporter, dass sie gern "diese fetten Burger mit Pommes" esse.

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