Funke-Geschäftsführung setzt Betriebsräte unter Druck: Abschluss nur zu unseren Bedingungen

 

Schon im Herbst soll die Zentralredaktion der Funke Mediengruppe an der Friedrichstraße in Berlin in Betrieb gehen. Noch längst gibt es aber keine Einigung zwischen den Betriebsräten und der Funke-Geschäftsführung an der Essener Friedrichstraße - in einem Brandbrief an die Belegschaft, der KRESS vorliegt, schreiben die Betriebsräte, dass eine Einigung nicht zu erreichen sei:

Schon im Herbst soll die Zentralredaktion der Funke Mediengruppe an der Friedrichstraße in Berlin in Betrieb gehen. Noch längst gibt es aber keine Einigung zwischen den Betriebsräten und der Funke-Geschäftsführung an der Essener Friedrichstraße - in einem Brandbrief an die Belegschaft, der KRESS vorliegt, schreiben die Betriebsräte, dass eine Einigung nicht zu erreichen sei: "Unsere Gegenüber machten mehrfach deutlich, dass es nur einen Abschluss zu ihren Bedingungen geben könne."

Noch in der vergangenen Woche hatten Funke-Manager Manfred Braun und Michael Wüller in einem Interview angekündigt, dass das Unternehmen "noch gut bei Kasse" sei. Das gilt offenbar nicht, wenn es um einen Sozialplan geht, der auch die Interessen der Mitarbeiter berücksichtigt.

Keine Einigung in Sicht

Nach dem fünften Verhandlungstag zwischen den Betriebsräten der Funke-Zeitungen und Vertretern der Unternehmensführung zeigen sich die Arbeitnehmervertreter entsetzt: "Die Betriebsräte bedauern es sehr, dass unsere Bemühungen um einen schnellen Kompromiss bei der Geschäftsführung immer wieder ins Leere laufen", heißt es in einem Schreiben an die Belegschaft. Dabei wollen die Betriebsräte einzig, dass der Abschluss sich an dem alten Essener Sozialplan orientiert.

Gegenüber kress.de erklärte Unternehmenssprecher Tobias Korenke, dass das Unternehmen natürlich eine Einigung mit den Betriebsräten anstrebe: "Selbstverständlich bemüht sich die Geschäftsführung um einen Kompromiss. Angestrebt wird ein Sozialplan, der der Verantwortung für Mitarbeiter und Unternehmen gerecht wird", erklärte Korenke gegenüber KRESS.

Aufregung in Thüringer Redaktionen

Derweil sorgt die Aussage von Manfred Braun, "ein halbes Dutzend Ausgaben" in Thüringen möglicherweise neu zu betrachten, in den Redaktionen von "Thüringer Allgemeine" (Chefredakteur: Paul-Josef Raue), "Thüringische Landeszeitung" (Chefredakteur: Bernd Hilder) und "Ostthüringer Zeitung" (Chefredakteur: Jörg Riebartsch) für Aufruhr: "Solche Äußerungen der obersten Verlagsspitze tragen ganz und gar nicht dazu bei, eine vertrauensvolle Atmosphäre in unseren Sozialplan-Verhandlungen zu schaffen. Bis zum Ende der Woche werden die Betriebsräte ihre Entscheidungen für oder gegen eine Einigungsstelle treffen. Wir wären nicht traurig, wenn wir auch ohne sie zu einem guten Abschluss kämen", heißt es in dem Betriebsräte-Brief an die Funke-Belegschaft.

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