RPR1 verliert Chefreporter: Dirk Alexander Lude verlässt Radiosender

 

Getrennte Wege gehen zukünftig der private Radiosender RPR1 und sein journalistisches Aushängeschild, Chefreporter Dirk Alexander Lude (Foto). Gegenüber kress bestätigte das Unternehmen die Trennung "im gegenseitigen Einvernehmen". Bei RPR1, einem der ersten privaten Hörfunksender Deutschlands, gärt es schon länger.

Getrennte Wege gehen zukünftig der private Radiosender RPR1 und sein journalistisches Aushängeschild, Chefreporter Dirk Alexander Lude (Foto). Gegenüber kress bestätigte das Unternehmen die Trennung "im gegenseitigen Einvernehmen". Bei RPR1, einem der ersten privaten Hörfunksender Deutschlands, gärt es schon länger. Schuld ist eine verunglückte Programmreform, die bei den Zuhörern nicht verfängt.

"Wir lieben live!" proklamiert RPR1 seit Monaten. Im Mittelpunkt der Reform - der Abschied von längeren journalistischen Stücken. Gab es mal zweieinhalb Minuten für Redebeiträge, ist das selbst bei Großereignissen in der Region auf 45 Sekunden verknappt ("Radio wie Twitter", sagte ein Gesprächspartner zu kress).

Aber wer soll in dieser Zeit mehr liefern als das, was da passiert ist? Einordnungen sind da kaum möglich.

Hörerschwund bei RPR1  in der MA 2015 I

Text-Häppchen zwischen Musik - der Versuch von Geschäftsführer Kristian Kopp und Programmdirektor Karsten Kröger, RPR1 als Rheinland-Pfalz-Sender zu positionieren - betrachten selbst Wohlgesonnene als gescheitert. Das zeigen auch die aktuellen Hörerzahlen der MA 2015 I. Gegenüber der MA 2014 II verlor der Sender aus Ludwigshafen über 15 Prozent seiner Hörer. Zum Vergleich - Radio Regenbogen, direkt in der Nachbarschaft mit Sitz in Mannheim, gewann im selben Zeitraum fast 15 Prozent neue Hörer dazu. Unzufrieden zeigen sich gegenüber kress auch Mitglieder des RPR-Programmbeirates: "Die Hörer wollen nicht nur Musik, sie wollen auch wissen, was bei ihnen in der Region passiert." Wer im Hörfunk auf Journalismus verzichte, mache sich selbst verzichtbar - "nur Musik gibt es schließlich auch bei den Musiksendern im Internet".

Mit Dirk Alexander Lude geht zum Jahresende das journalistisch prägende Gesicht des Senders, der alleine mit seiner langjährigen Erfahrung und Präsenz für Qualität im Verbreitungsgebiet stand. Offiziell erklärt ein Sprecher des Senders: "Ich kann Ihnen bestätigen, dass auf Wunsch von Herrn Lude und im gegenseitigen Einvernehmen die Zusammenarbeit beendet wird. Wir wünschen Herrn Lude für die Zukunft nur das Beste und viel Glück bei seinem weiteren Werdegang. Wir danken Ihm ausdrücklich für die ausgezeichnete publizistische Leistung über viele Jahre bei RPR1." Andere Gesprächspartner sagen dagegen, dass sich die Rahmenbedingungen bei RPR1 einfach so verschlechtert haben, dass es wenig Sinn macht, einen Chefreporter überhaupt zu haben.

Die Position des Chefreporters wurde 2013 neu geschaffen

Lude trat im September 2013 als Chefreporter an - zuvor war er von 2010 an Programmdirektor und Chefredakteur bei RPR1. Die Position wurde damals neu geschaffen (kress.de berichtete). Ludes Nachfolge als Programmdirektor übernahm Karsten Kröger. 

Geschäftsführer Kristian Kropp sagte damals bei der Besetzung des neuen Postens: "Das Internet mit seiner Info-Flut überfordert den Menschen. Medien müssen mit professionellen journalistischen Inhalten klare Orientierung geben." RPR bekenne sich zur aktuellen, fundierten und hintergründigen Audio-Information. Der Chefreporter sei dafür ein inhaltliches Ausrufezeichen.

Vor 2010 war Lude landespolitischer Korrespondent des Senders in Mainz. Als RPR1-Sportchef berichtete er live von den Olympischen Spielen in Sydney und Athen und verfolgte ab 1998 die Partien des 1. FC Kaiserslautern und von FSV Mainz 05 als Live-Reporter. Erste Hörfunk-Erfahrungen sammelte Lude in Luxemburg bei Radio RTL, beim Rhein Main Journal von HR 4 und bei Radio FFH.

Ihre Kommentare
Kopf

Wolfgang Ferencak

01.07.2015
!

Auch hier zeigt sich das Radio eigenen Gesetzen folgt. Radiohörer sind auch Social Media Nutzer, jedoch ist social media eine Ergänzung. Wenn ein Radiosender versucht ein akustischer social media Kanal zu werden entzieht er sich selbt die Existenzberechtigung.


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