Ulrik Haagerups Buch "Constructive News": Wie Journalisten wieder Menschen berühren

30.06.2015
 

Medien können nach Meinung des dänischen Fernseh-Chefredakteurs Ulrik Haagerup viel Vertrauen zurückgewinnen, wenn sie Themen konstruktiver angehen. Um Kollegen näher zu bringen, wie sie dies schaffen, hat Haagerup das Buch "Constructive News" veröffentlicht. Wenn alle Bereiche der Gesellschaft sich verändern und besser werden müssen, dann ist Haagerups Vorschlag:

Medien können nach Meinung des dänischen Fernseh-Chefredakteurs Ulrik Haagerup viel Vertrauen zurückgewinnen, wenn sie Themen konstruktiver angehen. Um Kollegen näher zu bringen, wie sie dies schaffen, hat Haagerup das Buch "Constructive News" veröffentlicht. Untertitel: "Warum 'bad news' die Medien zerstören und wie Journalisten mit einem völlig neuen Ansatz wieder Menschen berühren."

"Millionen Leser, Hörer und Zuschauer kehren den alten Medien den Rücken. Einer der Gründe dafür ist sicherlich, dass die Menschen krank und müde vom negativen Bild der Welt sind, das die Journalisten ihnen präsentieren. Die meisten Nachrichten-Storys sind reduziert auf Konflikt, Drama, Verbrecher und Opfer. Sie nützen weder der Presse und dem Journalismus noch den Gesellschaften, denen wir, die Medienleute, zu dienen behaupten", leitet Haagerup sein Buch ein.

"Die paralysierte und von Zynismus befallene Nachrichtenindustrie aufwecken"

Das alte Motto des journalistischen Sensationalismus, "If it bleeds, it leads", sei passé. Die Tabloidisierung von Nachrichten sogar in sogenannten seriösen Printmedien, in den Online- und Fernsehnachrichten sei zu weit gegangen, so Haagerup. Er will mit "Constructive News" eine paralysierte und von Zynismus befallene Nachrichtenindustrie aufwecken.

Haagerup: "Dieses Buch dokumentiert, dass Constructive News weder eine Alternative zum kritischen Wachhund-Journalismus noch ein Plädoyer für harmlos positive Nachrichten sind. Dieses Buch zeigt an vielen Beispielen aus Dänemark und aus anderen Teilen der Welt, dass der umfassende Report, der Lösungen für die drängenden Probleme der Gesellschaft einschliesst, einer neuen, sinnhaften Rolle von Journalismus den Weg bahnen kann. Es ist ein Handbuch der Inspiration, wie wir es in den Redaktionen, in der öffentlichen Debatte und in unseren Demokratien besser machen können. Und es zeigt, wie sich dieser neue Ansatz positiv auf die Medien auswirkt, die sich auf Constructive News einlassen".

"Es geht um Geschichten, die eine öffentliche Debatte über eine bessere Zukunft anregen"

In der analogen Medienwelt hätte es Journalismus mit den Neuigkeiten von gestern zu tun – gedruckt in der Zeitung von heute. In den letzten zehn Jahren habe die digitale Berichterstattung den Fokus auf das Jetzt gelegt. Auf das, was in diesem Moment passiere und was in Stichwörtern wie Live-Berichterstattung, "breaking news", Eilmeldung, zum Ausdruck komme. "Constructive News" gehe es um das Morgen: um Geschichten, die eine öffentliche Debatte über eine bessere Zukunft anregen und für sie werben.

Wenn alle Bereiche der Gesellschaft sich verändern und besser werden müssen, dann ist Haagerups Vorschlag: "Wollen wir Journalisten uns ihnen nicht anschließen?"

Die deutsche Fassung von "Constructive News" erscheint im Medienfachverlag Oberauer und kann im Online-Shop für 24,90 Euro geordert oder über vertrieb(at)oberauer.com bestellt werden.

Ulrik Haagerup ist seit 2007 Info-Chef des Danske Radio, also des dänischen Rundfunks. Davor war er Cherfredakteur der Tageszeitung "Jyllands-Posten" und Chefredakteur der dänischen Regonalmediengruppe Nordjyske Medier.

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