Sabine Nedelchev eröffnet eigenen Pop-up-Store: Wie "Elle" mit den Leserinnen auf Tuchfühlung geht

 

Neue Wege zu den Lesern - und zu den Modebegeisterten: Sabine Nedelchev, Chefredakteurin von Burdas Luxustitel "Elle", hat eine etwas ungewöhnliche neue Rolle gefunden. Sie verkauft an einer der elegantesten Adressen Münchens, in den Hofgarten-Arkarden, exklusive Designer-Ware. "Es ist doch schön, wenn man Mode auch mal anfassen kann", sagt sie zu kress.de. Möglich macht das ein edler "Elle"-Pop-up-Store, der schon bald auch in andere deutsche Städte kommen soll.

Neue Wege zu den Lesern - und zu den Modebegeisterten: Sabine Nedelchev, Chefredakteurin von Burdas Luxustitel "Elle", hat eine etwas ungewöhnliche neue Rolle gefunden. Sie verkauft an einer der elegantesten Adressen Münchens, in den Hofgarten-Arkarden, exklusive Designer-Ware. "Es ist doch schön, wenn man Mode auch mal anfassen kann", sagt sie zu kress.de. Möglich macht das ein edler "Elle"-Pop-up-Store, der schon bald auch in andere deutsche Städte kommen soll.

Wer Sabine Nedelchev hinter der Ladenkasse und beim Präsentieren, Beraten und Bestaunen an den Kleiderstangen sehen möchte, muss sich beeilen: Das erste "Elle"-Ladengeschäft, das komplett von der Redaktion gestaltet und mit ausgewählten Designerware bestückt wurde, hat nur noch bis 4. Juli im Herz der Münchner Innenstadt geöffnet. Die Vergänglichkeit gehört zum Wesen der Pop-up-Mode. 

"Die Essenz des 'Elle'-Stils auf den Punkt bringen"

"Man überlegt sich ja immer mal, was man als Redaktion noch machen kann", sagte Sabine Nedelchev bei der Geschäftseröffnung zu kress.de. "Was wir hier machen, geht von uns als Team aus und weit über eine Marketingmaßnahme hinaus – weil es toll ist und selbst so große Freude bereitet." Zu sehen und kaufen gibt es Mode von Newcomern wie Tim Labenda und Galvan, aber auch von etablierten Top-Labels wie Achtland, Kaviar Gauche und Perret Schaad. 

Offensichtlich bereitet es nicht nur den Besuchern - am ersten Eröffnungstag wurde dem Vernehmen nach vieles verkauft -, sondern auch dem "Elle"-Team Vergnügen, einmal die Rollen zu wechseln. "Bei der Expertise, die wir haben, ist die Idee eigentlich naheliegend. Aber wir waren bislang ja noch nie Einkäufer", so die Chefredakteurin. "Ohne große Zwänge können wir etwas zusammenstellen und im Pop-up-Store die Essenz des 'Elle'-Stils auf den Punkt bringen."

Hinter der Idee eines eigenen Laden-Geschäfts, die natürlich auch von Tyler Brûlés weltweiten Erfolgsgeschichte mit seinen "Monocle"-Stores inspiriert ist, steckt eine Hinwendung zu deutschen Nachwuchs-Modedesignern, die Burda auch schon auf der Berliner Fashion Week unterstützte. Dort fördert das "Elle"-Team in Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz schon seit längerem jungen Talente und gibt ihnen eine Bühne bzw. einen Laufsteg.

"Das ist für mich ein journalistischer Ansatz"

"Für das was in Deutschland an Mode passiert, gibt es nicht viel Unterstützung. Das ist in Frankreich, in Italien anders", so Sabine Nedelchev. "Wir haben eine Stimme – da kann man sich auch mal für die junge Modeszene einsetzen." Für die Unterstützung der Nachwuchsdesigner wählt sie ein durchaus österliches Bild. "Das Licht, das man hat, wenn die Marke strahlt, sollte man weitergeben", so Nedelchev. "Wenn andere sich daran ihre Kerze anzünden, entsteht mehr Licht."

Sorgen, sich allzu weit vom Redaktionsalltag zu entfernen, hat sie nicht. "Wir begleiten die jungen Designer, denen wir schon in Berlin zu einer Bühne geholfen haben, jetzt weiter", sagte die "Elle"-Chefredakteurin. "An einer Sache mit Leidenschaft dranzubleiben, das ist für mich ein journalistischer Ansatz – so wie ich Journalismus verstehe."

"Ich würde mir einen Guerilla-Shop wünschen - an einem Ort, wo er nicht erlaubt ist" 

Nun sollen die "Elle"-Stores in andere deutsche Städte kommen. Welche Metropole als nächstes dran ist, wird noch nicht verraten, was auch zum Überraschungskonzept gehört. "Wir wollen das als Serie machen", sagte Nedelchev nur. Eine permanente "Elle"-Ladenreihe kann sie sich dagegen eher nicht vorstellen. "Dann wird es etwas, was eine Logistik braucht – und viele neue Fragen tun sich auf. Für drei Tage können wir es wirklich genau so machen, wie wir es uns das vorgestellt haben", sagte sie zu kress.de. "Ich würde mir eher sogar einen Guerilla-Shop wünschen – an einem Ort, wo er nicht erlaubt ist. Ich glaube, die Menschen brauchen mehr Überraschungen."

Tatsächlich betonte Sabine Nedelchev in einer kurzen Ansprache vor den Abendgästen, dass Papier bedauerlicherweise nur zweidimensional sei. Daher der Weg in den kreativen Raum, in dem man nicht nur die Chefredakteurin, sondern jeweils ein fachkundiges "Elle"-Team antreffen kann. In Zeiten der Informations- und Reizüberflutung müssten die Redaktionen neue Wege finden, ihre Leser zu begeistern. "Alles, was sehr persönlich ist, was Herzblut und eine Seele hat, erreicht die Leute noch", sagte sie zu kress.de.

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