Kai Diekmann über Peter Boenisch: "Er war für mich ein Vorbild"

 

Am kress.de-Telefon merkt man die Begeisterung in der Stimme. "Er war für mich ein Vorbild", sagt Kai Diekmann über Peter Boenisch. Zu seinem zehnten Todestag ruft die "Bild" eines der ungewöhnlichsten Journalistenstipendien des Landes aus. Ein Monat Berlin, zwei Wochen Los Angeles, zwei Wochen Moskau - und dann einen Monat Recherche, wo immer der Stipendiat will.

Am kress.de-Telefon merkt man die Begeisterung in der Stimme. "Er war für mich ein Vorbild", sagt Kai Diekmann über Peter Boenisch. Zu seinem zehnten Todestag ruft die "Bild" eines der ungewöhnlichsten Journalistenstipendien des Landes aus. Ein Monat Berlin, zwei Wochen Los Angeles, zwei Wochen Moskau - und dann einen Monat Recherche, wo immer der Stipendiat will.

"Ich habe Peter Boenisch als junger Journalist kennengelernt", erinnert sich Diekmann, das müsse so 1987, 1988 bei "Bunte" gewesen sein. Peter Boenisch, geboren 1927, der Jahrhundert-Journalist, Erfinder der "Bravo", hat "Bild" wie wohl kein anderer vor ihm geprägt. Mit gerade einmal 34 Jahren ernannte ihn Axel Springer zum Chefredakteur. Das war 1961. Er hat die "Bild"-Zeitung in einer sehr schwierigen Zeit geführt, zur Zeit der Studentenbewegung. Selbstkritisch hat er später auch gesagt: Nicht jedes Wort, das BILD damals geschrieben hat, hätte sein müssen", so Kai Diekmann zu kress.

Kämpfer für Pressefreiheit

Für Kai Diekmann, der die "Bild" seit Januar 2001 führt, war "Peter Boenisch väterlich, jungenhaft, leidenschaftlich, neugierig, eigentlich stets gut gelaunt und hatte eine unglaubliche Berliner Schnauze. Wenn er den Raum betreten hat, war der Raum voll. Er war durch und durch Journalist", so Diekmann. Und Boenisch stand Diekmann bei, als der seinen wohl größten Kampf im Hause Axel Springer ausfechten musste: "In einer auch für mich nicht einfachen Situation bei einer Auseinandersetzung mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden bei Axel Springer hat er sich auf meine Seite gestellt und ein sehr mutiges Interview gegeben. Er hat für die innere Pressefreiheit gekämpft", ist Diekmann noch heute Boenisch dankbar.

Vor genau zehn Jahren starb Peter Boenisch: "Ich habe ihn in seinen letzten Tagen im Krankenhaus in Bayern besucht. Auf seinem Krankenbett hat er seinen letzten Kommentar für Bild geschrieben", macht Diekmann deutlich, mit welcher Leidenschaft Boenisch seinen Beruf gelebt hat: "Er hatte stets eine klare politische Haltung, trat kompromisslos für unsere freiheitlichen Werte ein. Er war jemand, der geprägt war von den Kriegserfahrungen."

"Peter Boenisch war immer Optimist"

Zu Ehren des Mannes, der "immer ein Optimist" war (Diekmann über Boenisch) und der die legendäre Schlagzeile "Der Mond ist jetzt ein Ami" erfunden hat und dessen Herz für die USA und Russland schlug, schreibt die "Bild"-Zeitung nun eines der ungewöhnlichsten Stipendien des Landes aus. Selbst wer länger einmal in der Datenbank von JournalistenPreise.de sucht, wird kein Stipendium, keinen Journalistenpreis finden, in dem junge Journalisten die Möglichkeit haben, so viele außergewöhnliche Orte zu finden.

Im dreimonatigen "Peter Boenisch Fellowship" lernt der Stipendiat einen Monat lang die „"Bild"-Bundesredaktion kennen, reist dann für zwei Wochen in die USA in das "Bild"-Büro in Los Angeles, im Anschluss geht es dann für zwei Wochen ins "Bild"-Büro nach Moskau. Danach recherchiert der Fellow einen Monat an einer großen Multimedia-Reportage - "an welchem Ort der Erde" auch immer, heißt es in der Ausschreibung. "Bild" übernimmt alles Reise- und Recherchekosten in den drei Monaten, zusätzlich erhält der Stipendiat 3.000 Euro brutto pro Monat. Bewerben kann sich jeder zwischen 18 und 29 Jahren, der erste journalistische Erfahrungen gesammelt hat oder bereits als Journalist gearbeitet hat.

Kai Diekmann zu kress: "Ich suche junge Leute, für die Journalismus kein Beruf, sondern eine Berufung ist."

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