Yaez-Geschäftsführer Janos Burghardt: "Merkel hat nicht die richtigen Worte gefunden"

 

Keine Zeitung, die heute nicht über die tränenreiche Begegnung von Angela Merkel und dem Flüchtlingskind Reem berichtet. Von Unterstützung für die Bundeskanzlerin bis hin zu heftigster Kritik ist alles dabei. Yaez-Geschäftsführer Janos Burghardt war beim Bürgerdialog in Rostock dabei. "Politiker in dieser Situation müssen aus meiner Sicht die richtigen Worte finden - und menschlich schwierige Situationen kommentieren können.

Keine Zeitung, die heute nicht über die tränenreiche Begegnung von Angela Merkel und dem Flüchtlingskind Reem berichtet. Von Unterstützung für die Bundeskanzlerin bis hin zu heftigster Kritik ist alles dabei. Yaez-Geschäftsführer Janos Burghardt war beim Bürgerdialog in Rostock persönlich am Start. "Politiker in dieser Situation müssen aus meiner Sicht die richtigen Worte finden - und menschlich schwierige Situationen kommentieren können", so der Agenturchef zu kress.

"Merkel hat erstaunlich unempathisch reagiert"

"Ich war dabei in Rostock, als Merkel mit der Schülerin Reem dem Flüchtlingsthema mit einem individuellen Schicksal konfrontiert wurde - und erstaunlich unempathisch reagiert hat. Das war im Raum deutlich zu spüren, wie unwohl sich alle dabei fühlten wie Merkel mit der Situation umging - und nicht nur ein Spin, der jetzt im Nachgang reinkam, wie die FAZ beschreibt", so Janos Burghardt.

Den Moment, als Merkel die Schülerin streichelt, beschreibt er so: "Im Raum haben die Zuschauer die Köpfe geschüttelt, die ganze Szene war allen unangenehm. Allein ihre erste Reaktion, als sie fragt warum das Mädchen weint, das habe sie doch prima gemacht, zeigte, dass sie in dem Moment nicht versteht, warum Reem weint."

Janos Burkhardt ist überzeugt: "Politiker in dieser Situation müssen aus meiner Sicht die richtigen Worte finden - und menschlich schwierige Situationen kommentieren können, das ist ihr an der Stelle aber nicht gelungen. Und das kann man jetzt zurecht ansprechen und kritisieren."

Beim 99. Bürgerdialog "Gut leben in Deutschland" im Schulzentrum Paul Friedrich Scheel in Rostock wollte die Kanzlerin mit den Schülern zwischen 14 und 17 Jahren über deren Vorstellungen von Lebensqualität sprechen.

"Du hast das ganz toll gemacht"

Auf der offiziellen Website zum Bürgerdialog wird die Begegnung übrigens so beschrieben: "Das nächste Themenfeld war die Gleichberechtigung und Integration. Eine palästinensische Schülerin aus dem Libanon erklärte, dass ihre Familie nur ein vorläufiges Bleiberecht habe und jederzeit abgeschoben werden könne. 'Solange ich nicht weiß, ob ich hier bleiben darf, weiß ich auch nicht, wie meine Zukunft sein wird. Ich würde so gerne in Deutschland studieren. Es ist ungerecht dabei zuzusehen, wie andere das Leben genießen können und man das selber nicht so machen kann', so die Schülerin. Angela Merkel entgegnete ihr, dass Asylanträge künftig schneller bearbeitet würden. 'Wir etablieren derzeit ein beschleunigtes Asylverfahren. Aktuell brauchen wir im Durchschnitt fünf Monate. In Zukunft wollen wir es in drei bis vier Monaten schaffen', erklärte die Kanzlerin. Das Mädchen musste weinen und wischte ihre Tränen mit einem Taschentuch weg. Angela Merkel ging auf die Schülerin zu und tröstete sie mit den Worten: 'Du hast das ganz toll gemacht'. Daraufhin gab es großen Applaus für die junge Libanesin."

Yaez ist eine spezialisierte, inhabergeführte Agentur für Kinder- und Jugendkommunikation mit den Schwerpunkten Jugendmedien, Bildungskommunikation, Live und Digital. Geschäftsführer sind Janos Burghardt, Simon Keller und Michael Hartung.

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