WDR stellt klar: "Hart aber fair" soll sauber bleiben

27.07.2015
 
 

In ihrer aktuellen Ausgabe berichtete die "Bild am Sonntag" darüber, das die "Hart aber fair"-Produktionsfirma Ansager und Schnipselmann den Namen der Redaktion der Politik-Talkshow für die Einladung zu einer Diskussionsveranstaltung des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft genutzt hat. Die Plasberg Produktion räumt einen Fehler ein.

In ihrer aktuellen Ausgabe berichtete die "Bild am Sonntag" darüber, das die "Hart aber fair"-Produktionsfirma Ansager und Schnipselmann den Namen der Redaktion der Politik-Talkshow für die Einladung zu einer Diskussionsveranstaltung des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft genutzt hat. Die Plasberg Produktion räumt einen Fehler ein. Dem WDR ist noch ein zweiter aufgefallen.

"Das war ein Fehler"

Die "Bild am Sonntag" meldet, dass die "Hart aber fair"-Produktionsfirma Ansager und Schnipselmann unter dem Namen der bekannten Politik-Talkshow "Hart aber fair" zu einer Diskussionsveranstaltung des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft eingeladen hatte. Das Unternehmen, dessen Geschäftsführer der Moderator Frank Plasberg ist, war ebenfalls für die Organisation des Events zuständig. Ansager und Schnipselmann Co-Geschäftsführer Jürgen Schulte räumte in einer Stellungnahme gegenüber kress.de einen Fehler ein, den er zu verantworten habe: "Dass ein Kollege der 'hart aber fair'-Redaktion, die zur Zeit im Sommerurlaub ist, mit 'hart aber fair' statt mit Ansager & Schnipselmann gezeichnet hat, war ein Fehler."

Dass Ansager & Schnipselmann für die Versicherungswirtschaft eine Diskussion zum Thema Datenschutz organisierte, hält Schulte indes für problemlos: "Darüber eine journalistisch aufbereitete Diskussion vor 500 Gästen aus nationaler und internationaler Politik, Wirtschaft, Gewerkschaft, Sozialverbänden, Journalismus zu organisieren ist eine spannende (und natürlich bezahlte) Aufgabe."

Der WDR sieht das etwas weniger entspannt. Wichtig sei dem WDR eine klare Trennung zwischen der Produktion von "hart aber fair" und den anderen Aktivitäten von "Ansager & Schnipselmann: "Dem WDR war die Einladung zu der besagten Podiumsdiskussion nicht bekannt und auch nicht, dass dabei 'hart aber fair' als Absender auftauchte."

"Anne Gesthuysen ist nicht mehr für WDR und ARD als Moderatorin tätig"

Doch nicht nur an der mit "Hart aber fair" unterzeichneten Einladung nahm der Sender Anstoß. Ansager und Schnipselmann stellte in dem Schreiben die für die Veranstaltung vorgesehene Moderatorin, Frank Plasbergs Ehefrau Anne Gesthuysen, als ARD-Moderatorin vor. Dies, stellte der WDR klar, stimme nicht mehr: "Anne Gesthuysen hat viele Jahre als ARD-Moderatorin gearbeitet, ist aber aktuell nicht mehr für WDR und ARD als Moderatorin tätig."

Probono und Will Media sagen: Wir nehmen solche Aufträge nicht an

kress.de fragte bei mehreren Produktionsfirmen nach, wie sie es mit der Trennung von privatwirtschaftlichen Aufträgen und Polit-Shows halten. Geantwortet hat Friedrich Küppersbuschs Probono. Man habe nie vergleichbare Aufträge angenommen und würde, weil man diesen Kurs seit 19 Jahren halte, mittlerweile auch nicht mehr angefragt. Auch Will Media sagte gegenüber kress.de, dass man grundsätzlich keine Aufträge aus Wirtschaft und Politik annehme.

Autoren: Bülend Ürük, Marc Bartl

 

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