Grünes Licht für Joint Venture in der Schweiz: Axel Springer und Ringier legen Zeitschriftengeschäft zusammen

 

Grünes Licht für Axel Springer und Ringier in der Schweiz. Nach Informationen von kress und dem "Schweizer Journalist" können beide Unternehmen ihr Zeitschriftengeschäft in der Schweiz fusionieren. Das neue Gemeinschaftsunternehmen wird geschätzte 300 Millionen Franken Umsatz erreichen und etwa 600 Mitarbeiter beschäftigen.

Grünes Licht für Axel Springer und Ringier in der Schweiz. Nach Informationen von kress und dem "Schweizer Journalist" können beide Unternehmen ihr Zeitschriftengeschäft in der Schweiz fusionieren. Das neue Gemeinschaftsunternehmen wird geschätzte 300 Millionen Franken Umsatz erreichen und etwa 600 Mitarbeiter beschäftigen.

Grünes Licht von den Wettbewerbshütern

Die Wettbewerbskommission (Weko), vergleichbar mit dem deutschen Bundeskartellamt, hat die Fusion in der vergangenen Woche freigegeben: "Das Verfahren ist damit abgeschlossen und der Zusammenschluss kann aus Sicht der Wettbewerbsbehörde vollzogen werden", bestätigte ein Sprecher unsere Informationen.

Wichtiger Abschluss für Mathias Döpfner

Für den Führung von Axel Springer kommt die Nachricht aus der Schweiz im richtigen Moment. In den vergangenen Wochen häuften sich die Meldungen, dass Axel Springer bei Übernahmen nicht zum Zuge kam - als große Schmach gilt dabei der geplatzte "FT"-Deal, der bei Springer als so gut wie sicher galt.

Bei Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner (die Führung komplettieren Jan Bayer, Vorstand Bild- und Welt-Gruppe, Julian Deutz, Vorstand Finanzen und Personal, und Andreas Wiele, Vorstand Vermarktungs- und Rubrikenangebote) sowie auf Schweizer Seite Verleger Michael Ringier und seine Führungscrew Marc Walder, Annabella Bassler und Thomas Kaiser sorgt die Zustimmung der Weko für Hochstimmung - Springer und Ringier können zukünftig Werbe- und Reichweite-Pakete offerieren, die kaum ein anderer in der Schweiz anbieten kann.

Kostensenkung im Blick

Beim Zusammenschluss geht es aber auch darum, Kosten zu senken - vor allem auf Verlagsseite. Zwei Personalabteilungen, zwei IT-Abteilungen oder zwei verschiedene Controlling-Einheiten wird es nach kress-infos nicht geben. Weitere Synergien sollen ebenfalls gehoben werden - ob allerdings auch auf Redaktionsseite, erscheint zum jetzigen Zeitpunkt unwahrscheinlich. Spätestens in zwei Jahren sollen die Mitarbeiter an einem neuen, gemeinsamen Standort in Zürich arbeiten. Springer und Ringier arbeiten in Osteuropa bereits seit 2010 freundschaftlich und auf Augenhöhe zusammen. Geführt wird die Ringier Axel Springer Media AG mit über 160 Medien in Polen, Ungarn, Slowakei und Serbien von Mark Dekan, Jonny Crowe und Christoph Grau.

Ringier Axel Springer Schweiz

Das neue Gemeinschaftsunternehmen der beiden Medienhäuser - Ringier Axel Springer Schweiz - wird geschätzte 300 Millionen Franken Umsatz erreichen und etwa 600 Mitarbeiter beschäftigen. Derzeit erwirtschaftet Axel Springer in der Schweiz alleine einen geschätzten Jahresumsatz von 110 bis 120 Millionen Franken. Springer und Ringier hatten im Dezember 2014 erstmals ihre Absicht, ein gemeinsames Zeitschriftenhaus zu gründen, mitgeteilt.

In dem Joint Venture werden unter anderem folgende Medien von Ringier eine neue Heimat finden: "Schweizer Illustrierte" (Chefredaktion: Stefan Regez, Werner De Schepper; Verlagsdirektor: Urs Heller), "SI Style" (Chefredaktion: Sabina Hanselmann-Diethelm), "al dente" (Chefredaktion: Urs Heller, Verlagsleitung: Urs Heller), "GlücksPost" (Chefredaktion: Beatrice Zollinger, Leo Lüthy), "Schweizer LandLiebe" (Chefredaktoren: André Frensch, Christine Zwygart), "Bolero" (Chefredaktion: Sithara Atasoy), "BoleroMen" (Chefredaktion: Sithara Atasoy), "TVtäglich" (Chefredaktion: Ernst Seibold, Verlagsleiter: Annemarie Ita; Anteil Ringier), "L'illustre" (Chefredaktor: Michel Jeanneret, Marketing Manager: Antoine Egger), "L’Hebdo" (Chefredaktor: Alain Jeannet, Marketing Manager: Jérôme Paoli), "L’HebdoMen" (Chefredaktor: Alain Jeannet), "TV8" (Chefredaktion: Edouard Lin, Marketing Manager: Alexandra Nathusius-Cordey), "Edelweiss" (Chefredaktor: Alexandre Lanz).

Axel Springer wird unter anderem folgende Medien in das Joint Venture einbringen: "Beobachter" (Chefredaktion: Andres Büchi (Chefredaktor), Matthias Pflume (Stellvertreter), Vorsitzender der Geschäftsführung: Roland Wahrenberger), "Tele", "TVStar" (Gesamtleitung: Gion Stecher (Chefredaktor), Urs Padel (Stellvertreter des Chefredaktors), Roger Kuster (stv. Chefredaktor), Verlagsgeschäftsführer: Jörg Tobuschat),  "Handelszeitung" (Chefredaktor: Stefan Barmettler, stellv. Chefredaktor: Pascal Ihle, Verlagsgeschäftsführer Wirtschaftsmedien: Ralph Büchi, stellv. Verlagsgeschäftsführerin: Maike Juchler), "Bilanz" (Chefredaktor: Dirk Schütz, stellv. Chefredaktore: Marc Kowalsky, Erik Nolmans, Geschäftsleitung: Ralph Büchi, Marcel Hürlimann, Roland Wahrenberger, Jörg Tobuschat, Thomas Garms); "PME Magazine" (Chefredaktor: Thierry Vial, Geschäftsführer: Ralph Büchi); "Schweizer Bank" (Chefredaktor: René Maier, Verlagsgeschäftsführung: Ralph Büchi), "Schweizer Versicherung" (Chefredaktor: Werner Rüedi, Verlagsgeschäftsführung: Thomas Garms, stellv. Verlagsleitung: Maike Juchler), "Schweizer Wirtschaftsnetz" (Redaktionsleiter: Mathias Ohanian, stellv. Redaktionsleiterin: Karen Merkel), Amiado Group, u.a. Students.ch, Usgang.ch, Partyguide.ch (Geschäftsleitung: Oliver Diggelmann, Michael Jaggi, Matthias Thomann, Sandro Alvarez).

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