Stuttgarter Startup Advermento: Ein Roboterarm, der wirklich schön schreiben kann

05.08.2015
 

Schönschreiber sind Lion Rink, Max Schreiber und Stefan Weber wirklich nicht. "Das habe ich bei einer Bewerbung bemerkt, die einen Teil in Handschrift verlangte", so Rink, einer der Gründer des Startups Advermento. Aus der Bewerbung wurde nichts. Aber die Absage hat das Gründertrio dafür auf eine Idee gebracht, die nicht nur für Menschen mit Sauklaue eine Hilfe sein dürfte: Die Jungunternehmer wollen vermeintlich Handgeschriebenes verkaufen. Auf vermeintlich persönlichen Briefen, Speisekarten, Einladungskarten.

Schönschreiber sind Lion Rink, Max Schreiber und Stefan Weber wirklich nicht. "Das habe ich bei einer Bewerbung bemerkt, die einen Teil in Handschrift verlangte", so Rink, einer der Gründer des Startups Advermento. Aus der Bewerbung wurde nichts. Aber die Absage hat das Gründertrio dafür auf eine Idee gebracht, die nicht nur für Menschen mit Sauklaue eine Hilfe sein dürfte: Die Jungunternehmer wollen vermeintlich Handgeschriebenes verkaufen. Auf vermeintlich persönlichen Briefen, Speisekarten, Einladungskarten.

Von echter Handschrift nicht zu unterscheiden

Die Tüftler haben einen Roboterarm entwickelt, der menschliche Handschrift so imitieren kann, dass sie von echter nicht mehr zu unterscheiden ist. Möglich machen das Technik, die einen Stift halten und führen kann sowie entsprechende Software.

Seit einigen Monaten sitzen Rink und Kollegen im vierten Stock eines Nebenbaus der Uni Stuttgart, wo sich das kleine Startup einquartiert hat. Der 28-jährige Rink demonstriert die Fortschritte, die die Idee seitdem gemacht hat. Auf einem Blatt Papier ist ein kaum leserliches Geschmiere zu sehen – produziert vom ersten Prototyp der Maschine. "Irgendwann war die Schrift dann zu sauber", so Rink. Also musste die Software so umprogrammiert werden, dass sie Ungenauigkeiten einbaut.

Bibel in zwei Wochen fertiggeschrieben

In der Praxis funktioniert das so: Zuerst wird die Handschrift einer beliebigen Person eingescannt, was zwei bis drei Stunden dauert. "Wichtig ist, dass es alle Buchstaben in verschiedenen Varianten gibt", erläutert Rink. Dann wird eine beliebige Textvorlage in einem Word-Dokument an die Schreibmaschine gesendet, die diesen dann umsetzt. Und das in atemberaubender Geschwindigkeit. Die Gründer geben an, dass der Roboterarm die Bibel in zwölf bis vierzehn Tagen fertig schreiben könnte. Dafür versucht das Advermento-Team jetzt Anwendungen zu finden.

Fünf Euro pro Blatt

Vertreiben wollen die Gründer ihre Maschine nämlich nicht, den gewinnbringenderen Markt sehen sie in augenscheinlich handgeschriebenen Produkten. Aktuell kostet die Dienstleistung fünf Euro pro Blatt. Ein Mengenrabatt ist natürlich auch möglich. Im ersten Schritt des Marketings will das Jungunternehmen erst mal auf sich aufmerksam machen. "Und was wäre dafür besser geeignet, als handgeschriebene Werbemittel?", fragt Rink.

kress.de-Steckbrief

Unternehmen: Advermento

Sitz: Stuttgart

Status: Startup

Branche: Marketing

Ziel: Produkte mit imitierter Handschrift zu vertreiben

Kontakt: advermento.com, Kupferstraße 25, 70565 Stuttgart.

Email: post@advermento.com

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