Streit um Besuch von Doris Schröder-Köpf: Konflikt um Druckereischließung verschärft sich

 

Madsack plant die Schließung seiner Druckerei in Hannover-Kirchrode zum Ende des kommenden Jahres. Gewerkschafter laufen Sturm gegen die Entscheidung des Unternehmens. Wegen der Teilnahme mehrerer Politiker an zwei Teilbetriebsversammlungen - darunter die niedersächsische Landtagsabgeordnete und gelernte Journalistin Doris Schröder-Köpf - ließen Madsack-Manager sogar Termine platzen.

Madsack plant die Schließung seiner Druckerei in Hannover-Kirchrode zum Ende des kommenden Jahres. Gewerkschafter laufen Sturm gegen die Entscheidung des Unternehmens. Wegen der Teilnahme mehrerer Politiker an zwei Teilbetriebsversammlungen - darunter die niedersächsische Landtagsabgeordnete und gelernte Journalistin Doris Schröder-Köpf - ließen Madsack-Manager sogar Termine platzen.

170 Jobs werden Ende 2016 wegfallen, wenn Madsack wie geplant seine Druckerei in Hannover-Kirchrode schließen wird (kress.de berichtete mehrfach). In gespannter Atmosphäre und von Protesten begleitet laufen zur Zeit die Gespräche zwischen Madsack und Verdi. Nicht alle geplanten Termine kommen auch zu Stande. Als am 23. Juli auf Einladung des Betriebsrats mehrere Landespolitiker, darunter die niedersächsische Landtagsabgeordnete und Ehefrau von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder, Doris Schröder-Köpf, die früher als Journalistin unter anderem für den "Focus" schrieb, an zwei Teilbetriebsversammlungen teilnehmen wollten, boykottierte die Unternehmensleitung die Versammlungen. Im Vorfeld hatte sich die Geschäftsführung an die Abgeordneten gewandt und sie aufgefordert, den Teilbetriebsversammlungen fern zu bleiben.

Mitarbeiter protestieren während des Maschseefestes

Als am 4. August Verdi, der Betriebsrat und die Madsack-Geschäftsführung zusammen kamen, um über die Druckereischließung zu verhandeln, war die Gesprächsatmosphäre so vergiftet, dass Thomas Düffert, der Vorsitzende der Konzerngeschäftsführung, die Verhandlungen nach 90 Minuten verließ. Nur einen Tag später protestierten Mitarbeiter während des traditionellen Maschseefestes des Unternehmens im Beisein von Madsack-Geschäftspartnern gegen die Druckereischließung.

Gegenüber Madsack-Geschäftsführer Christoph Rüth sagte einer der Drucker, er brauche keine Abfindung, sondern einen Arbeitsplatz.

Am 13. August sollen die Gespräche zwischen Arbeitnehmervertretern und Madsack fortgesetzt werden. Dann wird Rüth Düffert urlaubsbedingt vertreten.

Die Absage der Teilnahme an den beiden Teilbetriebsversammlungen wegen der Anwesenheit von Landespolitikern erklärt Madsack auf Anfrage von kress.de mit dem besonderen Charakter dieser Veranstaltungen: "Weil eine Betriebsversammlung grundsätzlich eine nicht-öffentliche Veranstaltung ist, auf der der Betriebsrat seinen Tätigkeitsbericht hält und betriebliche Themen von Belegschaft und Betriebsrat intern besprochen werden sollen. Es geht hier schließlich um die Mitarbeiter der Druckerei und nicht um ein Forum für Politiker."

Ihre Kommentare
Kopf

Hubert

10.08.2015
!

Frau Schröder-Köpf ist Mitglied der SPD. Jedoch müsste man in dem Beitrag erwähnen wer der größte Anteilseigner bei Madsack ist. Mit 23,1 Prozent ist die DDVG (ein Unternehmensbereich der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands) an Madsack beteiligt. Daher trägt auch zu einem grossen Teil die DDVG die Verantwortung an der Schließung der Druckerei. In dem Artikel werden den Geschäftsführern die Vorwürfe gemacht. Welche Stellung beziehen die Gesellschafter, allen voran der Sozialste, die DDVG?


Ulrich Saake

11.08.2015
!

Geschrieben wird von einer vergifteten Atmosphäre. Problem ist doch das etwas eigenartige Auftreten von Herr Düffert. Er als "Feudalherr" meinte, die Sache mit "links" zu lösen und nun sieht er, dass es so nicht geht. Wäre von Anfang an ein anderes Auftreten vorhanden gewesen, so würden die Fronten auch nun nicht so verhärtet sein. Eines zeigt sich schon jetzt, Herrn Düffert wurden Grenzen gesetzt und mich würde es nicht wundern, wenn er daran scheitert.


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