Wirbel um Führungsstil von Ann Thorer: 25% der Teams von "Joy" und "Shape" sind weg

 

"Fahnenflucht" bei "Joy" und "Shape" - acht von 32 Mitarbeitern haben bei den jungen Frauenzeitschriften der Bauer Media Group gekündigt, drei weitere Mitarbeiter sind wegen Burnout krankgeschrieben. Das liege an dem Nicht-Führungs-Stil von Chefredakteurin Ann Thorer, die seit dem 1. Dezember 2014 die Blätter führt. Verlagsgeschäftsführerin Monika Fendt nimmt die Journalistin in Schutz.

"Fahnenflucht" bei "Joy" und "Shape" - acht von 32 Mitarbeitern haben bei den jungen Frauenzeitschriften der Bauer Media Group gekündigt, drei weitere Mitarbeiter sind wegen Burnout krankgeschrieben. Das liege an dem Nicht-Führungs-Stil von Chefredakteurin Ann Thorer, die seit dem 1. Dezember 2014 die Blätter führt. Verlagsgeschäftsführerin Monika Fendt nimmt die Journalistin in Schutz.

Blattplanung nach Marktforschung

In der Redaktion gärt es offenbar wegen des Führungsstils von Ann Thorer, Tochter des langjährigen Stellvertreters von Patricia Riekel bei der "Bunte", Axel Thorer. Mitarbeiter werfen ihr im Gespräch mit kress.de vor, dass sie bei der Blattplanung nur der Marktforschung folge. Dazu sagt Monika Fendt, Verlagsgeschäftsführerin von Bauer Premium, auf Anfrage von kress.de: "Ann Thorer ist eine der kreativsten und erfolgreichsten Chefredakteurinnen dieser Republik."

Jeder Chefredakteurswechsel bringe "frischen Wind" und eine "gewisse Dynamik" ins Team, so Fendt. Thorer, Jahrgang 1975, hält sie für eine "hervorragende Blattmacherin" - sie sei "unsere Idealbesetzung für 'Joy' und 'Shape',  nachdem sie schon 'Maxi' und davor 'Bravo Girl' entscheidend vorangebracht hat."

Bei "Joy" und "Shape" sieht die Bilanz nach kress-infos so aus, dass seit der Übernahme der Chefredaktion durch Ann Thorer im Dezember 2014 25 Prozent des Teams gekündigt haben. Acht von 32 Mitarbeitern haben sich bereits verabschiedet, drei weitere Mitarbeiter leiden nach unseren Infos unter Burnout, müssen der Arbeit fernbleiben.

Zielgruppe: Junge Frauen

Zielgruppe beider Monatszeitschriften sind junge Frauen, die trendbewusst sind. Dabei kümmert sich "Shape" schwerpunktmäßig um die Themen Ernährung und Fitness, "Joy" will vor allem mit Mode und Lifestyle überzeugen; "Joy" hat dabei eine verkaufte Auflage von 245.960 Exemplaren (IVW 2/2015), "Shape" kommt immerhin auf 176.287 Exemplare (IVW 2/2015). 

Für Monika Fendt zählen natürlich vor allem die Zahlen. Beide Titel legten im Vergleich zum ersten Quartal 2015 jeweils um mehr als fünf Prozent zu. Der Redaktion unter Thorers Führung sei es gelungen, den "Sinkflug beider Magazine  zu stoppen und beiden Marken ein frisches Gesicht und inhaltlich deutlich mehr Gewicht" zu geben, betont Fendt. Im Vergleich zum Vorjahres-Quartal liegt das Minus bei "Shape" aber bei 5,43 Prozent, bei "Joy" beträgt das Minus sogar 12 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal 2014.

Monika Fendt bekennt sich zu München

"Joy" und "Shape" erscheinen in der Bauer German Premium GmbH, die Redaktionen haben ihren Sitz in München - dort sollen sie auch bleiben, so Fendt: "Es gibt keine anderweitigen Planungen." Zuletzt war die Redaktion von Bravo.de nach Hamburg verlagert worden (kress.de berichtete).

Stellvertretende Chefredakteurin von "Joy" ist Anne Oppel, die Art-Direktion verantwortet Ute Bundesmann, Textchef ist Andreas Stumpf, Chefin vom Dienst Alexandra Domsch. Sandra Szjwach ist stellvertretende Chefredakteurin von "Shape", Cheflayouterin Alexandra El Bidani-Haug, Textchefin Eva Starnberger, Chefin vom Dienst Alexandra Domsch.

Während "Joy" in Niederschlesien gedruckt wird, lässt Bauer "Shape" bei VPM Druck in Rastatt drucken.

Bei Facebook hat "Shape" (aktueller Post: "Kurz vor seinem Orgasmus musst du diesen Punkt drücken … so dauert das Liebesspiel für euch beide länger") aktuell 84.827 Fans, bei "Joy" (aktueller Post: "Besser als jeder Käsekuchen – unser kinderleichter Zebra-Käsekuchen Schritt für Schritt erklärt") sind es 66.474 Personen, die "Gefällt mir" gedrückt haben.

Ihre Kommentare
Kopf

Maxi Ramsdorff

12.08.2015
!

Am Führungsstil liegt es nicht nicht, sondern an den unattraktiven Arbeitsbedingungen. Immer weniger Mitarbeiter sollen immer mehr Hefte machen und das für eine lächerliche Bezahlung und hunderte Überstunden. Kein Wunder, daß alle davon laufen und der sowieso untergehenden Branche zwangsweise den Rücken kehren.


Klaus Goldsman

12.08.2015
!

Muss man über die Leute, die diese bunten Blätter für Deppen konzipieren und vollschreiben, wirklich berichten?
Diese "Macher" (offenbar oft Frauen?!) verarschen ihr deppertes Lesevieh -- oder sie wissen's nicht besser und glauben wirklich an die Notwendigkeit des überflüssigen Unsinns, den sie da permanent verzapfen. Beides ist unschön.


dany rohe

13.08.2015
!

den kommentar von klaus goldsman finde ich unverschämt.
zitat: "Diese "Macher" (offenbar oft Frauen?!) verarschen ihr deppertes Lesevieh"

ihnen scheint nicht klar zu sein, dass sie mit ihren worten gleich mal pauschal alle frauen der branche dumm anmachen sowie 80% der deutschen leserschaft als deppen betiteln – DAS ist unschön! ein großteil der menschen die kress lesen, macht UNTERHALTUNG (und das will auch gekonnt sein!) – da finde ich solche worte schlichtweg daneben!


Marlon Braun

Brandscape GmbH
Praktikant

03.06.2016
!

@Klaus Goldsman Angebot und Nachfrage Hr. Goldsman.


X

Kommentar als bedenklich melden

 
×

Bestätigung

Dieser Kommentar wurde erfolgreich gepetzt.

×

Oooooooooops

Beim Petzen trat ein Fehler auf. Versuchen Sie es bitte noch einmal.

Weitere Beiträge zu diesem Thema
Inhalt konnte nicht geladen werden.