Axel Springer baut um: "Auto-Bild"-Fotoexperten müssen gehen

 

"Mehr als niedergeschlagen" ist die Stimmung bei Axel Springers erfolgreicher "Auto Bild" in Hamburg. Ohne irgendein Vorzeichen hat sich Axel Springer am Freitag von großen Teilen seiner Fotoredaktion getrennt. Springer spricht von "einer einstelligen Anzahl von Mitarbeitern", die sich einen neuen Job suchen müssen. Jetzt müsse jeder Redakteur selbst seine Storys bebildern.

"Mehr als niedergeschlagen" ist die Stimmung bei Axel Springers erfolgreicher "Auto Bild" in Hamburg. Ohne irgendein Vorzeichen hat sich Axel Springer am Freitag von großen Teilen seiner Fotoredaktion getrennt. Springer spricht von "einer einstelligen Anzahl von Mitarbeitern", die sich einen neuen Job suchen müssen. Jetzt müsse jeder Redakteur selbst seine Storys bebildern.

"Verantwortung der einzelnen Redakteure gestärkt"

Zeitenwende bei "Auto Bild" - Axel Springers rasantes Automagazin muss sparen. Bei Springer heißt es offiziell, dass der Verlag vor dem "Hintergrund des sich verändernden Mediennutzungsverhaltens" fortlaufend Strukturen und Prozesse optimiere: "Um die Print- und Online-Redaktion noch enger zu verzahnen und die Digitalisierung der Marke voranzutreiben, haben wir bereits 2014 die Workflows innerhalb der Chefredaktion neu organisiert und die Verantwortung der einzelnen Redakteure gestärkt", erklärt eine Sprecherin.

Jetzt würden auch die Arbeitsabläufe "im Zusammenspiel der Text- und Fotoarbeit" angepasst. Und, natürlich - "der hohe Stellenwert" von Fotos für die Marke "Auto Bild" bleibe "selbstverständlich" gewahrt. Wie das funktionieren soll, sich von Fachleuten trennen und dennoch die gleiche exzellente Optik bewahren? Für Axel Springer ist die Sache klar: "Der einzelne Redakteur ist komplett für seine Geschichte verantwortlich –  für die verschiedenen Kanäle (Print, Online, Social Media, App, TV), und zukünftig auch für die Koordination der Bebilderung."

Springer strebt "sozialverträgliche Lösungen" an

"Im Zuge dieser Veränderung" komme es zu dem Personalabbau in der ehemaligen Fotoredaktion: "Wir wollen dabei zu sozialverträglichen Lösungen kommen", so die Sprecherin.

"Auto Bild" gilt mit einer verkauften Auflage von 424.560 Exemplaren (IVW, 2/2015) noch vor "auto motor und sport" (Verkaufte Auflage laut IVW 2/2015: 345.834 Exemplare) als größtes Automagazin Deutschlands, das verkauft wird. Die Chefredaktion von "Auto Bild" führt Bernd Wieland, Stellvertreter des Chefredakteurs ist Alexander Cohrs-Henschel, stellvertretende Chefredakteure sind Tomas Hirschberger, Christian Steiger und Joachim R. Walther. Chefredakteur von www.autobild.de ist Burkhard Knopke, Stellvertreter des Chefredakteurs Boris Pieritz, Redaktionsleiter Ralf Kopner.

Herausgeber von "Auto Bild" ist "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann, Herausgeber von autobild.de ist Bernd Wieland. Verlagsgeschäftsführer ist Hans Hamer, Verlagsleiter David Löffler, Objektleiter Stephan Fritz. "Auto Bild" erscheint in 33 Ländern, unter anderem auch in Frankreich, Großbritannien, Türkei, Spanien, Argentinien, China, Mexiko, Indien und Indonesien.

Der Deutsche Journalisten-Verband in Hamburg verurteilt die Entscheidung Axel Springers, bei "Auto Bild" auf die Fotoredaktion zu verzichten. "Natürlich brauchen wir bei Zeitschriften und Zeitungen qualifizierte Journalisten, die sich um die Bebilderung kümmern", so Stefan Endter, Geschäftsführer vom DJV Hamburg, am kress.de-Telefon.

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