"myself"-Chefredakteurin Sabine Hofmann im kress.de-Gespräch: "Ein erwachsenes und anspruchsvolles Heft"

 

Sabine Hofmann möchte endlich mal aus der Reihe tanzen: Deswegen hat sie für die aktuelle Jubiläumsausgabe von "myself", mit der das Condé Nast-Frauenmagazin, den zehnten Geburtstag feiert, die übliche Heftstruktur komplett auf den Kopf gestellt - für die fünf neuen Groß-Ressorts "Freude", "Angst", "Liebe", "Wut" und "Mut". Dem entsprechen auch fünf Cover-Varianten. "Geschichten, die bei uns besonders gut laufen, haben immer mit Gefühlen zu tun", erklärt sie kress.de ihr Erfolgsrezept.

Sabine Hofmann möchte endlich mal aus der Reihe tanzen: Deswegen hat sie für die aktuelle Jubiläumsausgabe von "myself", mit der das Condé Nast-Frauenmagazin, den zehnten Geburtstag feiert, die übliche Heftstruktur komplett auf den Kopf gestellt - für die fünf neuen Groß-Ressorts "Freude", "Angst", "Liebe", "Wut" und "Mut". Dem entsprechen auch fünf Cover-Varianten. "Geschichten, die bei uns besonders gut laufen, haben immer mit Gefühlen zu tun", erklärt sie kress.de ihr Erfolgsrezept.

Nach zehn Jahren und 120 Ausgaben weicht Sabine Hofmann, die seinerzeit den Titel im Auftrag des damaligen Verlegers Bernd Runge entwickelt hatte, vom üblichen Heft-Schema ab - allerdings nur für die eine "Mottoparty"-Ausgabe. So nennt sie ihr 230-Seiten-Magazin (EVT: 12. August) stolz.

Was man von Meike Winnemuth lernen kann

Es steckt natürlich voller Lieblingsgeschichten der Redaktion und von Sabine Hofmann selbst - darunter ein sehr lesenswertes Meike-Winnemuth-Porträt ("Die Frau, die einfach alles anders machte", Anreißer: "Okay, es gewinnt nicht jeder bei Jauch eine halbe Million und schreibt Bestseller. Trotzdem kann man sich von Meike Winnemuth eine Menge abschauen." Geschrieben hat das Harald Braun. Außerdem schreibt ausgerechnet die Tochter von Erica Jong ("Angst vorm Fliegen"), Molly Jong-Fast, ein Stück über Flugangst. Und Lisa Frieda Cossham stellt "Die neuen Alten (Mütter)" vor - Frauen, die jenseits der 40 noch ein Kind bekommen haben.

"Wenn Sie als Journalist ein Heft entwickeln können, ist das natürlich etwas Großartiges", blickt Sabine Hofmann auf die Entstehungszeit des damals ersten Condé Nast-Solitärs in Deutschland zurück. Wichtig war der Chefredakteurin, die damals von "Für Sie" kam, ein Magazin zu schaffen, das durchaus intellektuellen Anspruch hat und seine Leserinnen nicht durch exzessive Schlankheit-Kochen-Schönaussehen-Terror bevormunden wollte. 

"Frauen sind bereit, um die Ecke zu denken"

"Ich habe immer versucht, ein erwachsenes und anspruchsvolles Heft zu machen", sagt Sabine Hofmann zu kress.de. "Frauen sind bereit, um die Ecke zu denken, und mal über sich selbst zu lachen."

Dabei setzte sich auf einen Ansatz, der sich durchaus mit der derzeit vieldiskutierten "Constructive News"-Debatte verbinden lässt. "Wir haben von Anfang an auf weibliche Vorbilder gesetzt. Frauen interessieren sich sehr für andere Menschen und deren Lebensmodelle", so Hofmann. 

"Geschichten, die bei uns besonders gut laufen, haben immer mit Gefühlen zu tun", sagt sie. Allerdings will sie - unter anderem mit der Geschichte über die veränderte Demographie, bei der die Geburtenrate sinkt, aber die 40plus-Mütter-Rate steigt - durchaus Brisantes und nicht immer nur Gefälliges zum Thema macht. Dabei ist ihr wichtig, auch Auswege zu zeigen - mit Beispielen etwa, wie sich Krisen meistern lassen. 

Tafeln für einen guten Zweck - für die Flüchtlingshilfe

Zuletzt lud sie zum "myself Supper Club", bei dem weiterhin Spenden für syrische Flüchtlinge zusammenkommen. "Ich finde es wichtig, wenn ein Heft als Seismograph gesellschaftliche Schwingungen und Stimmungen aufgreift", sagt Sabine Hofmann.

Als einer der ersten Teilnehmer hatte Verlagschef Moritz von Laffert die deutschen Condé Nast-Chefredakteure - darunter Christiane Arp von "Vogue", Oliver Jahn ("AD"), Sabine Hofmann, José Redondo-Vega ("GQ") und Andrea Ketterer ("Glamour") - an den Spendentisch eingeladen. 

Social-Media-Buzz mit einer Diamantenjagd zum Jubiläum

Zu "myself"-Jubiläumsausgabe steigt eine aufwändige Werbekampagne - mit einer echten "Diamantenjagd". In der Kioskausgabe sind neun Roségold-Diamantringe im Wert von 490 Euro versteckt. Außerdem können glückliche Käufe durch Zufall den Hauptpreis - eine 1,17-Karat-Sonderanfertigung im Wert von 10.000 Euro finden. Abonnenten können sich in abgewandelter Form am Ringe-Suchen beteiligen. Die Aktion wird auf allen Social-Media-Kanälen und unter www.myself.de/diamantenjagd unter anderem mit pfiffigen Videos begleitet.

Sabine Hofmann steht der "myself"-Redaktion von Beginn an vor, sie führt ein Team von rund 30 Mitarbeitern. Seit Januar zählt dazu auch die myself-Onlineredaktion unter Leitung von Sabine Gaymann. Stellvertreterin von Sabine Hofmann ist Natascha Zeljko, Art Director ist Michael Moser, Susanne Herda fungiert als Managing Editor und Sandra Djajadisastra als Editor-at-Large.

"myself" verkauft laut IVW 2/2015 derzeit rund 201.704 Exemplare, im Vergleichsquartal 2/2014 waren es 219.873 Hefte. Laut IVW waren es im Zeitraum 2/2013 noch 252.495, 2/2012 sogar 262.495 Magazine.

Die deutsche Fassung von "Constructive News" von Ulrik Haagerup, Chefredakteur beim dänischen Rundfunk DR, ist im Medienfachverlag Oberauer erschienen und kann im Online-Shop für 24,90 Euro geordert oder über vertrieb(at)oberauer.com bestellt werden.  

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