Jeff Jarvis: Was Deutschlands Medienhäuser vom Google-Umbau lernen können

 

Könnte der Riesen-Umbau bei Google Vorbild für Deutschlands Medienhäuser sein? kress.de hat mit dem amerikanischen Journalistik-Professor Jeff Jarvis gesprochen. 

Könnte der Riesen-Umbau bei Google Vorbild für Deutschlands Medienhäuser sein? kress.de hat mit dem amerikanischen Journalistik-Professor Jeff Jarvis gesprochen. 

Mit einer überraschenden Nachricht sorgte in dieser Woche Google für Aufregung. Der Internet-Konzern stellt sich komplett neu auf, die Web-Aktitvitäten werden getrennt, eine neue Mega-Holding mit dem Namen Alphabet geschaffen. Sie dient als Dachgesellschaft für alle Unternehmen, an denen Google beteiligt ist - die Suchmaschine ist dabei zwar die größte, aber nur eine von mehreren Gesellschaften.

Der New Yorker Journalismusprofessor Jeff Jarvis, Jahrgang 1954, der lange Jahre Fernsehkritiker beim "TV Guide" war und das Branchenblatt "Entertainment Weekly" erfand, gilt als profunder Kenner der Internet-Branche und dank seines Blogs "BuzzMachine" als eine Art personifiziertes Frühwarnsystem für Umwälzungen in der Digital-Branche.

"Das ist der richtige Weg"

Jarvis glaubt, dass sich durch die Trennung des traditionsreichen von dem zukünftigen Geschäft ein Medienhaus sich breiter aufstellen kann: "Das ist der richtige Weg", erklärt Jarvis. Auch wenn Jarvis einschränkt: "Auch wenn man natürlich bedenken muss, dass das Zeitungsgeschäft längst nicht so lukrativ ist wie das Suchmaschinengeschäft von Google."

Die Trennung sorge wie jetzt bei Larry Page und Sergey Brin dafür, dass sie sich komplett neuen Aufgaben stellen können.

Jarvis befürchtet "Wehklagen über die 'Weltregierung' durch Google"

Bei der Entscheidung von Google befürchtet Jeff Jarvis allerdings, dass Alphabet den Europäischen Kartellbehörden noch mehr Reibungsfläche anbieten könnte: "Schauen Sie sich doch das 'Spiegel'-'Weltregierung'-Cover vor ein paar Monaten an. Ich kann das Wehklagen über Google und sein angebliches Ziel, die Welt zu übernehmen, jetzt schon vorhersagen. Aber darum geht es denen gar nicht. Vielmehr wollen sie einfach größere Probleme lösen."

Jeff Jarvis hat sich auch in seinem Blog mit Google beschäftigt: Hier geht es zu seinem Beitrag über Alphabet.

Ihre Kommentare
Kopf

Kahn Flanagan

12.08.2015
!

Also, mit Verlaub, das ist quatsch. Google hat alle nicht profitablen bzw. "Grundlagenforschung" Geschäftsbereiche ausgelagert, damit diese in der Bilanz auch ausgewiesen werden sollen. Das Google-Konglomerat besteht immer noch aus Suchmaschine, Werbegeschäft, Android und Mail. Also die profitablen Kerngeschäfte. Die Ventures und Inkubatoren haben deutsche Medienhäuser auch ausgelagert. Ob Biotec und Google Stream jemals gleichberichtigte Größe erlangen ist nicht ausgemacht.


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