"Wir haben eine Marktlücke entdeckt": Wie eine App die türkische Kultur bündeln soll

26.08.2015
 

Bülent Firat ist kulturbegeistert - und will die türkische Lebensart auch nach Deutschland bringen. Dafür hat er eine App entwickelt, die alle Veranstaltungen für die türkische Community bündelt.

Bülent Firat ist kulturbegeistert - und will die türkische Lebensart auch nach Deutschland bringen. Dafür hat er eine App entwickelt, die alle Veranstaltungen für die türkische Community bündelt.

Es begann mit 5.000 Euro, die ein Freund in Bülent Firats Idee investierte: Eine App, die alle Veranstaltungen für die türkische Community in Nordrhein-Westfalen auflistet - auf Deutsch. "Bei dem vielfältigen Angebot ist es oft schwierig, einen Überblick zu behalten - und ich wollte alles an einem Ort bündeln," sagt der gebürtige Mülheimer. Von dem Geld hat Firat vor mehr als zwei Jahren die App "Dakik" entwickeln lassen. "Dakik" bedeutet aus dem Türkischen übersetzt "pünktlich". Bislang gibt es sie nur für Nordrhein-Westfalen, wo knapp eine Million türkisch-stämmige Menschen leben. Sie kann sowohl im Google Playstore als auch für iPhone/iPad heruntergeladen werden.

15.000 "Dakik"-Nutzer bislang

Mittlerweile hat die App 15.000 Nutzer - und ist bislang noch ein Null-Summen-Geschäft: "Die App ist kostenlos und die Erlöse aus Werbung und Inseraten decken gerade einmal die Kosten, die wir für sie haben", sagt Bülent Firat, der eigentlich Journalist ist und mittlerweile als freiberuflicher Redakteur arbeitet. Zuvor hat er es schon einmal versucht, mit einem Magazin für Kultur und Lifestyle, das sich - ähnlich wie nun die App - mit Veranstaltungen und vielen weiteren Themen im kulturellen Bereich an die türkische Community richtete. Nach zwei Jahren war Schluss - das Magazin hatte sich nicht rentiert. Aber Bülent Firat ist niemand, der aufgibt, aber die Zeichen der Zeit erkennt und nun auf das Digitale setzt. Wer in der App ein Konzert, eine Party, eine Lesung oder auch den Termin für türkische Kinofilme inserieren möchte, zahlt pauschal 20 Euro. "Je früher jemand vor dem eigentlichen Datum inseriert, umso länger bleibt der Termin natürlich in der App stehen."

Die App-Nutzung ist laut dem US-Analyseunternehmen Flurry im vergangenen Jahr um 76 Prozent gestiegen. Besonders deutlich war der Anstieg in den Bereichen "Lifestyle & Shopping" sowie Produktivität. Durchschnittlich werden Apps pro Session durchschnittlich knapp sechs Minuten lang genutzt. Durchschnittlich wird eine App 11,5 Mal monatlich geöffnet. Da liegt also ein Zukunftsmarkt, den auch Bülent Firat erkannt hat.

"Bis zu 60 Veranstaltungs-Termine gleichzeitig"

Bislang sei kein Tag vergangen, an dem nicht mindestens ein Termin vermerkt war, manchmal sind bis zu 60 Termine gleichzeitig in der Auflistung, sagt Firat. Außerdem muss für Werbung in Form von Werbebannern gezahlt werden. Wer sich die App auf sein Smartphone lädt, findet darin - nach Rubriken und chronologisch sortiert - Informationen, wie Eintrittspreise, Ort und den genauen Zeitpunkt, zu den Veranstaltungen, die in Nordrhein-Westfalen angeboten werden.

Firats Expansionspläne

Konkurrenz gibt es - nach Angaben von Firat keine: "Wir haben eine Marktlücke entdeckt - und hoffen, dass wir mit unserem Angebot künftig noch expandieren können", sagt Firat. Langfristig will er die App zunächst für große Städte, wie Berlin, Frankfurt und Hamburg auf den Markt bringen, später auch bundesweit anbieten. "Dakik" soll dabei auch für andere Kulturen geöffnet werden, wie zum Beispiel Portugiesen, Griechen und Polen.

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