Ab sofort Doppelspitze in Babelsberg: Wolf Bauer und Nico Hofmann steuern Ufa gemeinsam

 

Fast eine ganze Seite räumt "FAZ"-Medienchef Michael Hanfeld am Dienstag für ein lesenswertes Interview frei, in dem die beiden Filmemacher Nico Hofmann und Wolf Bauer ihre professionelle Freundschaft dokumentieren.

Auch wenn Wirtschaftsprofessoren anderer Meinung sind - in einem Unternehmen, das von Menschen mit Leidenschaft geführt wird, die das Handwerk beherrschen, nicht nur Zahlen, sondern Leben studiert haben, werden die besseren Entscheidungen getroffen. Ein Beispiel im Mediengeschäft ist Mathias Döpfner, der Axel Springer begeisternd und mit Verve steuert. Zu diesen Führungskräften gehören mit Sicherheit auch Wolf Bauer und Nico Hofmann. Fast eine ganze Seite räumt "FAZ"-Medienchef Michael Hanfeld für ein Interview frei, in dem die beiden Filmemacher ihre professionelle Freundschaft dokumentieren. Und ganz nebenbei verkünden, dass Hofmann 2017 Bauer an der Spitze der UFA ablösen wird.

Die Ufa (gehört über Fremantle Media zur RTL Group von Bertelsmann) ist die größte private Produktionsgesellschaft im deutschsprachigen Raum. Ihr Jahresumsatz beträgt rund 300 Millionen Euro. Seit 1991 an der Spitze ist der frühere Journalist Wolf Bauer. Ihm zur Seite steht ab sofort Nico Hofmann. Der frühere Volontär vom "Mannheimer Morgen" soll 2017 den Vorsitz des Unternehmens übernehmen, das sich in die drei Bereiche Ufa Show & Factual, Ufa Serial Drama und Ufa Fiction aufteilt.

Der "360-Grad-Ansatz"

Im Gespräch mit Michael Hanfeld erläutert Wolf Bauer die Veränderungen im Produktionsmarkt so: "Wir produzieren Programme heute mit einem, wie wir es nennen, '360-Grad-Ansatz'. Er umfasst das lineare Produkt und alle Ergänzungen, die sich für die Online-Darbietung eignen, vor allem, was die Interaktivität angeht. Unsere Muttergesellschaft Fremantle ist, um auf die Verschmelzung der Abspielkanäle hinzuweisen, weltweit der größte TV-Partner von Youtube mit mehr als neun Milliarden Views pro Jahr. Wir müssen den Fernseh-Begriff neue definieren: Fernsehen ist jedwede Nutzung von Bewegtbild, gleich, auf welchem Weg es zum Zuschauer kommt, das Kino ausgenommen. Wir entwickeln aber auch sogenannten 'Transmedia-Programme' wie etwas 'Dina Foxx', deren inhaltlicher Ansatz aus der digitalen Welt stammt. Auf digitalen Plattformen etablieren wird zudem 'Communities of Interest' zu Themen, die vor allem jüngere Nutzer interessieren."

Wolf Bauer: "Nico Hofmann ist der Ufa-CEO der Zukunft"

Bauer erklärt im Interview "Das Fernsehen wird auf 360 Grad erhitzt" auch, dass er ab dem 1. September gemeinsam mit Nico Hofmann eine Doppelspitze bildet: "Nach zwei Jahren werde ich Nico Hofmann mein Amt ganz übergeben. Zu einer guten Unternehmensführung gehört auch ein guter Nachfolgeplan. Ich denke, dass Nico Hofmann der Ufa-CEO der Zukunft ist. Ich werde dann als Produzent wirken und sicherlich viel Freude am Kreieren von Programmen haben."

Für Nico Hofmann steht zudem fest: "Ein Kreativunternehmen wie die Ufa darf man keine fünf Minuten stillstehen lassen. Wir beide sind nicht nur über unser berufliches Wirken zu Freunden geworden, wir haben einen sehr ähnlichen Blick auf das Unternehmen und unsere Branche. Es geht um ein großes kreatives, im inhaltlichen Bereich geradezu journalistisches Zusammenspiel, seit Monaten haben wir uns mit der Frage beschäftigt, wie wir die Zukunft gestalten wollen."

Was Hofmann an der Ufa schätzt

Hofmann verrät Hanfeld in dem lesenswerten Interview übrigens auch, dass "mindestens ein sehr verlockendes anderes Angebot" ihn von Ufa weglocken wollte: "Aber so gibt es bei uns in der Ufa viele Kreative, die wir halten wollen und nur halten können, weil wir das beste Team auf den Platz schicken und jeden einzelnen dabei zur Entfaltung kommen lassen. Würden wir es in unserer Unternehmensphilosophie anders halten, wäre ich auch ganz sicher gegangen. Ich bin froh, dass wir einen klaren, gemeinsamen Weg gefunden haben."

Nico Hofmann ist seit 2013 Vorsitzender der Geschäftsführung der Ufa Ficiton, die alle fiktionalen Tätigkeiten der Ufa Fernsehproduktion, Phoenix Film und teamWorx vereint.

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