Regina von Flemming soll 20 Prozent der Anteile übernehmen: Käufer für Russland-Geschäft von Axel Springer offenbar gefunden

 

Axel Springer will sich offensichtlich komplett vom russischen Markt zurückziehen - die Entscheidung soll CEO Mathias Döpfner schon vor Wochen getroffen haben. 80 Prozent der Anteile soll der russische Verleger Alexander Fedotov übernehmen. Die restlichen Anteile will Axel Springer an seine bisherige Statthalterin Regina von Flemming (Foto) verkaufen.

Axel Springer will sich offensichtlich komplett vom russischen Markt zurückziehen - die Entscheidung soll CEO Mathias Döpfner schon vor Wochen getroffen haben. 80 Prozent der Anteile soll der russische Verleger Alexander Fedotov übernehmen. Die restlichen Anteile will Axel Springer an seine bisherige Statthalterin Regina von Flemming (Foto) verkaufen. Regina von Flemming hat in Moskau einen Ruf als knallharte Geschäftsfrau.

Am 15. Oktober 2014 unterzeichnete Russlands Präsident Wladimir Putin eine Gesetzesänderung, die den Einfluss von internationalen Medienhäusern in Russland zurückdrängen soll. Demnach können ausländische Staaten, internationale Organisationen, ausländische Staatsbürger und russische Bürger mit ausländischem Pass nicht mehr Inhaber von Medien auf dem russischen Staatsgebiet sein. Das Gesetz, das Anfang 2016 in Kraft treten soll, sieht vor, den ausländischen Anteil an einem Medium auf maximal 20 Prozent zu kappen. Damit soll Russlands "Souveränität" auf dem Informationsmarkt gewahrt bleiben.

Axel Springer ist bislang mit Zeitschriften, die teils in Lizenz verlegt werden, auf dem russischen Markt aktiv. Zum Portfolio gehören Titel wie "Forbes", "OK!" und "Geo". Der Konzern weist keine Zahlen für sein Russlandgeschäft aus, der Jahresumsatz soll nach kress-infos aber bei 25 Millionen Euro liegen.

Alexander Fedotov, der die Mehrheit des Russland-Geschäfts von Axel Springer übernehmen soll, gibt bislang Zeitschriften wie "L`Officiel", "SNC" oder "Port" heraus. Erfahrung mit politischen Medien hat er nicht. Regina von Flemming führt das Russland-Geschäft von Axel Springer seit Mai 2006. Die knallharte Geschäftsfrau, einst "Spiegel"- und "Spiegel TV"-Korrespondentin in Moskau, ist in deutschen Geschäftswelt in Russland bekannt für ihre exzellenten Kontakte bis in die russische Staatsspitze. Die konnten allerdings nicht verhindern, dass Wladimir Putin an dem Gesetz zur Neuordnung des Medienmarktes festhält.

Wie das russische Nachrichtenportal RBC berichtet, seien die Verträge mit Fedotov und von Flemming unterschriftsreif. Ob sie eine Klausel enthalten, dass Axel Springer die Medien wieder übernehmen kann, wenn sich die Gesetzgebung ändert, ist nicht bekannt. In Russland sind bislang auch Hubert Burda Media und der Hamburger Bauer-Verlag tätig.

Eine Sprecherin von Axel Springer erklärte am späten Samstagabend auf Anfrage von kress.de, dass das Unternehmen "Marktgerüchte grundsätzlich nicht" kommentiere. Regina von Flemming war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.