Nach der kress.de-Stil-Kritik: Das sagen die Art-Direktoren vom "Express"

 

"Es ist richtig, dass man eine Legende nicht neu gestalten kann", sagen Zeitungs-Designer Nils Werner und "Express"-Art-Direktor Florian Summerer. Und gehen mit ihrer Antwort auf die Stil-Kritik von kress.de ein: "Unser Motto während des gesamten Prozesses war es, den Express zu modernisieren, aber die Legende zu erhalten", erklären die beiden Zeitungsdesigner.

"Es ist richtig, dass man eine Legende nicht neu gestalten kann", sagen Zeitungs-Designer Nils Werner und "Express"-Art-Direktor Florian Summerer. Und gehen mit ihrer Antwort auf die Stil-Kritik von kress.de ein: "Unser Motto während des gesamten Prozesses war es, den Express zu modernisieren, aber die Legende zu erhalten", erklären die beiden Zeitungsdesigner.

Die Zeitungsdesigner Michael Adams, Hans Peter Janisch, Norbert Küpper und Eberhard Wolf hatten sich für kress.de den neuen "Express" näher angeschaut. Wie Florian Summerer und Nils Werner die Eindrücke der Experten kommentieren:

"Auf subtiler Ebene dem Leser eine Stimmung vermitteln"

Uns war wichtig, eine gestalterische Handschrift zu finden, die den Express überführt in die Riege der gut gemachten und modernen Tageszeitungen. Schlüsselpunkte dafür sind Typografie, Seitengeometrien und der Umgang mit ordnenden beziehungsweise schmückenden Elementen. Wir haben die gesamte Typografie ausgewechselt und einen harmonischen Dreiklang geschaffen, der in erster Linie die Lesbarkeit verbessert und zusätzlich das erreicht, was Typografie schaffen sollte: Auf subtiler Ebene dem Leser eine Stimmung vermitteln. In unserem Fall heißt das Modernität, Aktualität und Boulevard", so die beiden Kölner Zeitungsdesigner.

Von Bedeutung sei auch "die Layout-Geometrie der Seiten. Es gibt jetzt klare Strukturen und eine Ordnung, die dem Leser hilft, die Seiten problemlos zu konsumieren und sich in seiner Zeitung gut zurechtzufinden. Trotzdem bleibt der typische Charakter einer Boulevardzeitung erhalten. Erreicht wird dies durch den Einsatz klassischer Elemente des Boulevard-Layout: Große Zeilen, gerne auch in Bildern, markante Dachzeilen und die Verwendung von haptischen Elementen, wie Notizzetteln – um nur ein paar dieser Elemente aufzuzählen." Und: "Der weitgehende Verzicht auf Linien, Kästen und die minimalistische Gestaltung von Marken und Rubriken runden den Werkzeugkasten ab, mit dem wir unser Ziel erreichen wollen, den Express behutsam, aber nachhaltig zu modernisieren."

"Wettbewerb um kleinstes europäisches Pressebild ohne uns"

"Natürlich ist nichts auf dieser Welt perfekt und auch wir sind bemüht, im Nachklapp Dinge zu verbessern, die im ersten Anlauf noch nicht ganz rund sind, wie zum Beispiel die Gestaltung der Autorenmarken. Sicherlich ist der Wettbewerb 'Kleinstes europäisches Pressebild' mit viel Renommee verbunden, sollte aber nicht unser erstes Ziel sein. Wir arbeiten daran, die Qualifikation für die Teilnahme nicht zu schaffen", erklären Summerer und Werner schmunzelnd.

"Über optimale Farben lässt sich trefflich streiten"

"Zum Thema Farben: Die Farben des Express sind Rot, Schwarz und Weiß. Es sind die Farben des Boulevard. Weitere Farben haben für uns die Funktion, den klassischen Boulevard-Farbklang erfrischend zu ergänzen. Wir haben uns entschieden, die Farben auf Ressorts zu verteilen – weniger um ein Farb-Leitsystem zu etablieren, sondern mehr um Farben systematisch im Blatt zu verteilen und der 'grundlosen' Anwendung von Farben Herr zu werden. Ob 'Cyan' die optimale Farbe für Politik ist, darüber lässt sich trefflich streiten und ist am Ende – seien wir ehrlich - Geschmackssache", finden Werner und Summerer.

Alles in allem sei es ein spannender Prozess gewesen, dem "Express" ein neues Gesicht zu geben, "an dem alle Beteiligten Freude hatten und der geprägt war vom konstruktiven Zusammenspiel auf hohem Niveau zwischen Art Direktion, Chefredaktion und Verlagsleitung".

Hintergrund

Der "Express" bezeichnet sich in der Eigenwerbung gerne als "tolerant, weltoffen, humorvoll und emotional". Das Boulevardblatt (Erstausgabe: 29. Februar 1964, Erfinder: der legendäre Verleger Alfred Neven DuMont, gestorben am 30. Mai 2015), erscheint in einer Verkauften Auflage von 148.233 Exemplaren (laut IVW 2/2015). Heute arbeiten für das Blatt laut Verlagsangaben rund 70 Redakteure und Volontäre. Chefredakteur des in Köln, Bonn und Düsseldorf mit eigenen Lokalausgaben erscheinenden Boulevardblatts ist Carsten Fiedler, seine Stellvertreter sind Uwe Hoffmann und Damian Imöhl. Herausgeber vom "Express" sind Isabella Neven DuMont und Christian DuMont Schütte. Geschäftsführer ist Philipp M. Froben, Verlagsleiter Karsten Hundhausen.

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