Marktführer schluckt Marktführer: Motor-Talk und mobile.de wollen gemeinsam Vorsprung ausbauen

 

Die Diskussionen auf Motor-Talk.de sind legendär, für jede noch so winzige Frage zu einem neuen oder alten Fahrzeug oder gar zu einer Schraube für den Kofferraum gibt es unter den mehr als 2 Mio Mitgliedern einen Fachmann, der antworten kann. Damit die Autocommunity auch in Zukunft Marktführer bleibt, haben sich die bisherigen Eigentümer Hartmut Wöhlbier, Bert Schulzki und Tom Kedor für den Verkauf an mobile.de entschieden.

Die Diskussionen auf Motor-Talk.de sind legendär, für jede noch so winzige Frage zu einem neuen oder alten Fahrzeug oder gar zu einer Schraube für den Kofferraum gibt es unter den mehr als zwei Millionen Mitgliedern einen Fachmann, der antworten kann. Damit die Autocommunity auch in Zukunft Marktführer bleibt, haben sich die bisherigen Eigentümer Hartmut Wöhlbier, Bert Schulzki und Tom Kedor für den Verkauf entschieden. Neuer Eigentümer ist die Ebay-Tochter mobile.de, Deutschlands größter Fahrzeugmarkt. "Für uns ist es die Chance, uns für die Zukunft besser aufzustellen", sagt Tom Kedor am kress.de-Telefon.

Kedor bleibt gemeinsam mit Schulzki Geschäftsführer - Wöhlbier, der das Unternehmen 2001 gründete, steigt komplett aus. Dafür rückt mobile.de-Geschäftsführer Malte Krüger in die Geschäftsführung von Motor-Talk auf. Laut Tom Kedor geht es bei dem Verkauf vor allem darum, zukünftig weiterhin "ahead of the pack" zu sein. Das heißt, die eigene Marktführerschaft zu sichern oder sogar noch auszubauen und nicht vielleicht gegen einen Mitbewerber mit einer Millionen-Finanzierung ins Hintertreffen zu geraten.

Motor-Talk.de gilt als die größte europäische Auto- und Motor-Plattform im Netz. Mehr als 2,6 Millionen Nutzer vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich hier registriert, um offen und ohne Scheu über mobile Themen zu diskutieren. Eine fünfköpfige Redaktion, die von dem erfahrenen Automobiljournalisten Timo Friedmann (war vorher Autochef von "Bild am Sonntag") geführt wird, sorgt seit 2012 für "großartigen Buzz" auf Motor-Talk.de, so Kedor, "wir haben die Redaktion komplett vom Scratch aufgebaut, und sie kommt bei unseren Nutzern richtig gut an".

Hinter mobile.de steht die eBay Classifieds Group, der als weltweiter Marktführer im digitalen Kleinanzeigengeschäft gilt. Geschäftsführer von mobile.de ist Malte Krüger.

"Wir werden gemeinsam eine Reichweite von 13,1 Millionen Unique Usern pro Monat erreichen", erklärt Tom Kedor. Anfang des Jahres hatte sich bei Motor-Talk der Gedanke durchgesetzt, dass gemeinsam mit einem externen Partner das Unternehmen weiter wachsen sollte. Dabei sei es nicht das Problem gewesen, dass man auf einen Käufer angewiesen gewesen sei, betont Kedor. Schon zuvor sei das Unternehmen organisch gewachsen. Ebay-Tochter mobile.de passe auf "menschlicher und inhaltlicher" Seite "einfach klasse zu uns", so Kedor: "Wir denken ähnlich."

Für Tom Kedor gilt: "Wir haben Großes vor." Dass dabei die journalistische Unabhängigkeit weiterhin gewahrt bleibt, ist für Kedor selbstverständlich. Auch in den Foren sollen die Nutzer frei diskutieren dürfen, "wir bleiben markenunabhängig und neutral". Das gilt zum Beispiel auch bei so sensiblen Diskussionen wie derzeit im Fall von Volkswagen, "da wird von unseren Nutzern mit harten Bandagen diskutiert".

Welchen Betrag mobile.de auf den Tisch legt für alle Anteile an Motor-Talk, will Kedor am kress.de-Telefon nicht verraten. Die nächsten ein, zwei Jahre werde es aber dauern, bis beide Teams zusammenwachsen. Das Fachwissen, das sich das Team von Motor-Talk.de über Jahre erarbeitet hat, wird kombiniert mit der enormen Sales-Stärke von mobile.de. Individualisierte Werbung, noch mehr Verkaufsanreize und Relevanz sind dabei nur einige Punkte, warum gerade die Automobilbranche und die großen Mitbewerber von "Auto Bild" (Axel Springer), "auto motor und sport" (Motor Presse Stuttgart) oder "Autozeitung" (Bauer Hamburg) den Zusammenschluss der beiden Marktführer in Berlin mit besonderem Interesse verfolgen wird.

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