Henry Blodget ist "enorm beeindruckt": Axel Springer erwirbt US-Digital-Angebot Business Insider

29.09.2015
 

Axel-Springer-Boss Mathias Döpfner hatte bereits Investitionen in digitale journalistische Unternehmen im anglo-amerikanischen Raum angekündigt. Am Dienstag gab das Unternehmen den vollständigen Erwerb von Business Insider bekannt. Business Insider mit Sitz in New York betreibt das gleichnamige Digital-Angebot für Wirtschafts- und Finanznachrichten in den USA.

Axel-Springer-Boss Mathias Döpfner hatte bereits Investitionen in digitale journalistische Unternehmen im anglo-amerikanischen Raum angekündigt. Am Dienstag gab das Unternehmen nun den vollständigen Erwerb von Business Insider bekannt. Business Insider mit Sitz in New York betreibt das gleichnamige Digital-Angebot für Wirtschafts- und Finanznachrichten in den USA. 

"Wir sind enorm beeindruckt, wie sich Axel Springer für unabhängigen Journalismus einsetzt und von der globalen Vision des Unternehmens für die Zukunft. Wir freuen uns sehr, unsere Kräfte mit einem so smarten, vorausschauenden Team zu bündeln. Wir sind gespannt darauf, gemeinsam ein großes, weltweites Nachrichtenunternehmen für das digitale Jahrhundert aufzubauen", erklärte Henry Blodget, Gründer, CEO und Editor-in-Chief (Chefredakteur) von Business Insider.

Blodget und Julie Hansen bleiben auf der Brücke

Henry Blodget und Julie Hansen, Chief Operating Officer und President, werden Business Insider auch zukünftig in den jeweiligen Funktionen führen. Zudem bleiben sie durch ein "umfassendes und langfristiges Aktienoptionsprogramm" im Unternehmen investiert. Kenneth Lerer, Managing Partner von Lerer Hippeau Ventures, einem Fonds-Unternehmen für Technologiefirmen im Frühphasen-Bereich, Mitgründer der Huffington Post sowie Chairman von Buzzfeed, wird einen Sitz im Aufsichtsgremium von Business Insider erhalten.

300-Mio-Euro-Digital-Deal

Der Kaufpreis für die 88% der Anteile, die Springer erwirbt, beträgt umgerechnet rund 306 Mio Euro. Axel Springer ist bereits mit rund 9 Prozent an der Gesellschaft beteiligt und hält nach dem Kauf rund 97 Prozent der Business-Insider-Anteile. Bezos Expeditions, die persönliche Investmentfirma von Jeff Bezos, wird die weiteren Anteile halten.

Neue Themenangebot und neue Standorte

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer, zu dem Erwerb: "Business Insider hat neue Maßstäbe im digitalen Wirtschaftsjournalismus weltweit gesetzt. Henry Blodgets Art des digitalen Storytellings erreicht die Entscheider von morgen. Gemeinsam werden wir Wachstumspotentiale ausschöpfen mit neuen Themenangeboten, neuen Standorten und neuen digitalen Inhalten."

Axel Springer will die Akquisition mit Mitteln aus bestehenden Kreditlinien finanzieren - die zuständigen Kartellbehörden müssen die Transaktion noch durchwinken. 

Hintergrund: Mit einem rein digitalen Geschäftsmodell und Fokus auf die sogenannten "Millennials", die Zielgruppe der 18- bis 34-Jährigen, will Business Insider Vorreiter unter den Wirtschaftsnachrichtenportalen sein. Business Insider legt Wert auf kritische und exklusive Berichterstattung, die darauf abgestimmt ist, wie Informationen konsumiert und mit anderen über soziale Netzwerke und mobile Endgeräte geteilt werden. Das Portfolio von Business Insider umfasst mit  BI Intelligence außerdem ein kostenpflichtiges Recherche- und Nachrichtenangebot.

Business Insider wurde 2007 von Henry Blodget, Kevin Ryan und Dwight Merriman gestartet und beschäftigt über 325 Mitarbeiter, davon ca. die Hälfte Journalisten. Das Unternehmen ist zurzeit neben den USA in 7 weiteren Ländern mit eigenen Ausgaben oder über Lizenzen präsent. Eine deutsche Ausgabe wird im vierten Quartal eingeführt und durch die Springer-Tochter finanzen.net betrieben werden - Chefredakteurin wird Kristin Martens. Weitere Ländereditionen sind in Planung.

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