Eine motivierte "Welt": So gut aufgestellt wie noch nie

 

Wenn Jan-Eric Peters am 1. Januar 2016 offiziell seinen neuen Posten als Chief Product Officer und stellvertretender CEO von Upday antritt, hinterlässt er eine "WeltN24"-Gruppe, die noch nie so gut aufgestellt war wie heute.

Wenn Jan-Eric Peters am 1. Januar 2016 offiziell seinen neuen Posten als Chief Product Officer und stellvertretender CEO von Upday antritt, hinterlässt er eine "Welt"-Gruppe, die noch nie so gut aufgestellt war wie heute. Und die Springer-Führung um Mathias Döpfner muss sich langsam der Frage stellen, wen sie denn nun tatsächlich an der Redaktionsspitze der "Blauen Gruppe" haben möchte.

Mit dem früheren "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust, der interimsweise die "Welt"-Titel gemeinsam mit den Stellvertretern des Chefredakteurs - Ulf Poschardt und Arne Teetz - lenken soll, rückt zwar ein begnadeter Blattmacher und leidenschaftlicher Journalist nach. "Aust brennt mit seinen 69 Jahren für gute journalistische Geschichten so, als stünde er gerade am Beginn seiner Karriere", notierte Michael Hanfeld in der "FAZ". Doch reicht das tatsächlich aus, die hochkomplexe Springer-"Welt" zu führen? Und dann auch auf Dauer? Journalistische Impulse kann Aust schließlich auch als Herausgeber liefern, für seine Beiträge werden ganze Seiten freigeräumt, mit seinen Anregungen beschäftigen sich die besten "Welt"-Reporter.

Wer kommt nach Jan-Eric Peters?

Springer hat wieder Lust auf einen schreibenden Chefredakteur an der Spitze der "Welt", heißt es in Berlin. Gemeinsam mit einer Führungsmannschaft, mit einem Team in der Chefredaktion, das sich aufgabenmäßig ergänzt, hätte ein Chefredakteur tatsächlich mehr Freiräume zu schreiben, zu kommentieren. An anderer Stelle gibt es im Haus Überlegungen, für die "Welt am Sonntag" wieder einen eigenen Chefredakteur zu gewinnen. Als erfolgreiches Beispiel wird dafür Marion Horn genannt, der es gelingt, mit einem kleinen, eigenen Team am Sonntag auch die große Magazin-Konkurrenz aus Hamburg immer wieder zu überraschen.

Eine Aufdröselung der "WeltN24"-Gruppe nach dem Weggang von Peters? Möglich erscheint alles. Offiziell etwas sagen will aber niemand.

Wie erfolgreich Peters sein Team geführt hat, beweisen die zahlreichen Preise, die die Stimmung bei den "Welt"-Machern aufhellen, die Redaktion motivieren. Am Montag zeichnete der Weltverband der Zeitungen WAN-IFRA die Nachrichten-App "Kompakt" als "Best Mobile Service" weltweit aus, das digitale Wissens- und Geschichtsmagazin "Epos" erhielt gemeinsam mit dem norwegischen Angebot "Aftenposten+" die Auszeichnung als "Best in Tablet Publishing". Der Preisreigen für die "Welt"-Journalisten unter der Führung von Peters geht aber noch weiter. Am Samstag zeichnet die Karl-Friedrich-Schinkel-Gesellschaft Rainer Haubrich für seine Artikel und Bücher über Architektur mit dem Schinkel-Preis aus. Für ihre Story "Menschenkinder" haben Anette Dowideit und Jan Rübel zudem den Karl-Kübel-Medienpreis gewonnen.

Marktanteil von N24 steigt

Sowohl online als auch im Fernsehen steigen die Marktanteile von "WeltN24". Online sind es im September fast 100 Millionen Visits (74 Millionen Visits bei Welt.de, 22 Millionen Visits bei n24.de). Der Marktanteil von N24 ist im September mit 1,5 Prozent Marktanteil sogar auf dem höchsten Wert seit fast drei Jahren geklettert. Wie gesagt, es wird für Axel Springer nicht einfach, die Position(en) von Jan-Eric Peters adäquat zu besetzen - dabei gibt es mehrere exzellente Kandidaten in den eigenen Reihen. Zuerst muss dafür aber die Frage gestellt werden, was der bzw. die Kandidaten eigentlich können müssen, die mit möglichst viel PS nachfolgen sollen. Jan-Eric Peters, und so sieht es im Moment aus, wird ein motiviertes Team hinterlassen, das sich mit Verve für seine "Welt" engagiert. Das Haus ist bestellt.

Hintergrund: "WeltN24"-Gruppe

Chefredakteur von "WeltN24" ist Jan-Eric Peters, die Chefredaktion komplettieren Ulf Poschardt, Arne Teetz, Oliver Michalsky und Beat Balzli. Herausgeber ist der frühere "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust. Verlagsgeschäftsführer sind Stephanie Caspar und Torsten Rossmann. Im Vorstand von Axel Springer verantwortet Jan Bayer die "WeltN24"-Gruppe. Die gemeinsam ausgewiesene, verkaufte Auflage von "Welt Kompakt" und "Die Welt" beträgt 200.577 Exemplare (laut IVW 2/2015). Der "Welt" liegen als regelmäßige Magazinbeilagen außerdem unter anderem das Wirtschaftsmagazin "Bilanz" (Chefredakteur: Klaus Boldt, Herausgeber: Arno Balzer), das Stilmagazin "Icon" (Chefredakteurin: Inga Griese) sowie das Kunstmagazin "Blau" (Chefredakteur: Cornelius Tittel) bei; weitere regelmäßige Beilagen sind in Planung und sollen in Kürze präsentiert werden.

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