Online-Aktivitäten der "heute-show": Wie das Fernsehen in sozialen Netzwerken weitergeht

09.10.2015
 

Seit Mai gibt es die ZDF-Satirereihe "heute-show" nicht nur im Fernsehen, sondern auch in den Social-Media-Kanälen und mit einer neuen Webseite. Wie es gelingt, eine TV-Sendung im Netz weiterzuentwickeln.

Seit Mai gibt es die ZDF-Satirereihe "heute-show" nicht nur im Fernsehen, sondern auch in den Social-Media-Kanälen und mit einer neuen Webseite. Wie es gelingt, eine TV-Sendung im Netz weiterzuentwickeln.

Endlich im Netz! "Ich würd’s schauen, aber es kommt immer so spät", postete der "heute-show"-Moderator Oliver Welke Anfang Mai auf Facebook und leitete damit den Start des neuen Internet-Auftritts der Sendung ein, aber nicht nur das: Seitdem ist auch eine kleine Redaktion damit beschäftigt, täglich Dinge einzustellen, die speziell für Facebook und Twitter produziert werden.

"Unter der neuen Webpräsenz heuteshow.de sowie auf Facebook und Twitter können sich die Fans der beliebten ZDF-Nachrichtensatire die ganze Woche über Kommentare, kurzweilige Nachrichten und meinungsfreudige Beiträge amüsieren", hieß es damals aus dem ZDF. Seit 2009 schon hat das Zweite Deutsche Fernsehen schon einen Twitter-Account, weitere folgten. Trotzdem gibt es oft noch Schwierigkeiten, diese auch alle  regelmäßig und mit einem Mehrwert an Informationen zu füllen. Die "heute-show" gehört zu den wenigen Sendungen, denen das regelmäßig und gut gelingt.

Wie die "heute-show" Präsenz zeigt

Und die Vorteile liegen auf der Hand: Auch an Tagen, in denen nicht gesendet wird oder während der Pausen im Sommer und Winter ist die "heute-show" weiterhin präsent. "Wir versuchen bei der 'heute-show' online und Fernsehen aus einer Hand zu machen", sagt Isa Ostertag, Crossmedia-Redakteurin beim ZDF. So sei die Sendung das ganze Jahr über präsent, und nicht nur dann, wenn die "heute-show" im Fernsehen läuft.

Dass das oft gelingt, zeigt folgendes Beispiel: einer der ersten Sendungen nach der Sommerpause wurde live in die Online-Redaktion geschaltet – natürlich saßen da nicht die richtigen Redakteure, sondern verkleidete Menschen, die nicht so aussahen als hätten sie viel mit dem Internet am Hut. Was aber viel wichtiger war: Oliver Welke kündigte den sogenannten "Hetz-O-Mat" im Fernsehen an, mit dem Zuschauer die Redaktion beleidigen durften – mit vorgefertigten Satzteilen. Vordergründig ging es dabei darum, dass alle mal Dampf ablassen können – und nicht nur die Redaktion, sondern auch Politiker, Flüchtlinge und die vermeintliche "Lügenpresse" beleidigen durften. Tatsächlich sollte der "Hetz-O-Mat" aber zeigen, wie einfallslos teilweise die Beschimpfungen und Beleidigungen von Flüchtlingsgegner im Netz stattfindet. Es zeigt aber auch, wie Themen aus der Sendung in die sozialen Netzwerke transportiert werden können.

Über 200.000 "Gefällt mir"-Rückmeldungen

"Momentan probieren wir noch viel aus. Vor allem emotional aufgeladene politische Themen laufen gut." Hohe Reichweiten und Interaktionszahlen erzielte etwa ein Post, der den angekündigten Besuch der NPD in einem Flüchtlingsheim zum Thema machte. Der Post erreichte über sieben Millionen Timelines von Facebook-Nutzern und wurde über 200.000 Mal mit "Gefällt mir" markiert. "Natürlich freuen wir uns über solche Ausreißer nach oben", sagt Ostertag. "Aber Zahlen sind nicht alles. Wir freuen uns auch über die Diskussion mit den neuen Zielgruppen und über das Feedback der Nutzer."

Der Ausbau der Social-Media-Aktivitäten habe die Sendung an sich nicht verändert. Die "heute-show" sei nun einfach auf weiteren Plattformen vertreten. In Zukunft wolle man daraus noch mehr Synergien ziehen. 

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