Werbeblockade abschalten oder zahlen: Die "Bild"-Initiative gegen Adblocker

13.10.2015
 

"Bild" hat auf seinem Online-Angebot ein Anti-Adblocker-Modell eingeführt - vorerst testweise. Um auf Bild.de weiterhin Inhalte sehen zu können, haben Adblocker-Nutzer ab sofort die Wahl, ihren Adblocker dort auszuschalten oder ein monatliches Abonnement abzuschließen.

"Bild" hat auf seinem Online-Angebot ein Anti-Adblocker-Modell eingeführt - vorerst testweise. Um auf Bild.de weiterhin Inhalte sehen zu können, haben Adblocker-Nutzer ab sofort die Wahl, ihren Adblocker dort auszuschalten oder ein monatliches Abonnement abzuschließen.

Mit "BILDsmart" für monatlich 2,99 Euro soll der stationäre und mobile Bild.de-Zugang "nahezu werbefrei" werden und eine "bis zu 50 Prozent" schnellerere Ladezeit bieten. Das heißt auch: Wer den Adblocker nicht ausschaltet oder nicht zahlt, kann ab sofort keine Inhalte mehr auf Bild.de nutzen. Nach Axel-Springer-Angaben nutzen etwa 23% der "Bild.de"-Leser Adblocker.

"Auch im Netz müssen sich journalistische Angebote finanzieren"

Donata Hopfen, Vorsitzende der Verlagsgeschäftsführung "Bild"-Gruppe, erklärt die Strategie: "'Bild' begegnet der zunehmenden Adblocker-Nutzung mit dem Test eines neuen Angebots. Wir bieten unseren Lesern damit zwei Optionen: Adblocker ausschalten oder unser neues Abonnement 'BILDsmart' ausprobieren – ansonsten können sie keine Inhalte mehr sehen. So gehen wir auf unterschiedliche Nutzer-Bedürfnisse und den für uns sehr relevanten Werbemarkt ein." Hopfen betont weiter: "Auch im Netz müssen sich journalistische Angebote über die beiden bekannten Erlössäulen, nämlich Werbe- und Vertriebseinnahmen, finanzieren, um weiterhin unabhängigen Journalismus zu bieten."

"Bild" will im Rahmen der Anti-Adblocker-Initiative verschiedene Maßnahmen ausprobieren und auch die Einbindung der sogenannten "Adblocker Wall" testen, einem Fenster, das Leser mit eingeschaltetem Adblocker an unterschiedlichen Einstiegsstellen auf Bild.de über die "BILDsmart"-Option informiert.

Klage gegen Adblocker-Anbieter

Hintergrund: Durch das zunehmende Adblocker-Angebot sehen Anbieter von Online-Journalismus die Erlösquelle über den Werbemarkt gefährdet. Axel Springer hat eine Klage gegen den Adblocker-Anbieter Eyeo angestrengt und geht gegen ein erstes Urteil des Kölner Landgerichts in Berufung. Springer hält das Geschäftsmodell von Adblocker-Anbietern für rechtswidrig. Dies gelte sowohl für das Unterdrücken von Werbung auf Verlagswebseiten als auch für das Angebot des Whitelisting, bei dem sich Publisher von der Werbeblockade freikaufen können - ein aus Sicht von Springer "erpresserisches Vorgehen".

Ihre Kommentare
Kopf

M. Ciupek

13.10.2015
!

Ja, die Finanzierungsmodelle!
Da hat man Leser jahrelang mit kostenlosen Angeboten auf Internet-Inhalte gelotst. Jetzt wo die Zeitungserlöse einbrechen versuchen die Verlage sich das Geld auch bei Internetangeboten zu holen. Doch die Leser geben es nun für Smartphones und Internet-Flatrates aus. Sie sind es ja nun gewohnt Inhalte kostenlos zu bekommen.

Die Profiteure sind eindeutig Internet-Konzerne und Elektronikanbieter. Dumm gelaufen.


naive Weltsicht

13.10.2015
!

Jaja, Hr. Ciupek,
wenn man die Welt mit einfachen Augen sieht, dann wird der Zusammenhang sofort klar: Durch das in den Anfängen zunächst kostenlose Surfvergnügen freuen sich jetzt T-Offline und der MediaMarkt.

Is schon klar, ne !?
Da finde ich es doch gut, dass das Leben manchmal etwas komplizierter ist. Versteht halt nicht jeder.

Daumen hoch für BILD.
Für den Mut und gegen die eRaubritter von Adblock plus & Co.


Thomas Honisch

19.10.2015
!

Dass die B*ÖD-Zeitung das Vorgehen der Adblock-Programmierer als "Erpressung" versteht, kann ich gar nicht verstehen. Eines ist jedoch klar: Schalte ich meinen Adblocker ab, kann ich nicht mehr sinnvoll auf Webseiten surfen. Die Werbung ist (nicht nur mir) einfach zu aggressiv. Wenn ich denn alle "Angebote" weg geklickt bekomme, ohne dass durch das Wegklicken neue Werbung aufpoppt, habe ich schon keine Lust mehr, diese Seite weiter anzusehen. Das sollten die Werbenden einfach mal beachten.


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