Ibrahim Evsan über neue Facebook-Buttons: "Das Emotional Web als neue Stufe des Internets"

 

Der Unternehmer und Netzexperte Ibrahim Evsan ist der Meinung, dass das Internet kurz vor einer neuen Entwicklungsstufe steht: "Das Emotional Web wird die neue Stufe des Internets sein", sagte er gegenüber kress.de.

Der Unternehmer und Netzexperte Ibrahim Evsan ist der Meinung, dass das Internet kurz vor einer neuen Entwicklungsstufe steht: "Das Emotional Web wird die neue Stufe des Internets sein", sagte er gegenüber kress.de. Erste Schritte dahin werde insbesondere Facebook zu Weihnachten des laufenden Jahres unternehmen.

Bereits am 15. September kündigte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg anlässlich einer Fragerunde im Hauptquartier seines Konzerns in Menlo Park im US-Bundesstaat Kalifornien an, dass sein Unternehmen Veränderungen einführen werde. Allerdings äußerte sich Zuckerberg zweideutig. In den Medien wurde daraufhin gestritten, ob Facebook nun tatsächlich den lang erwarteten "Dislike-Button" oder doch eine ähnliche Funktion einführen werde, über die Nutzer des sozialen Netzwerkes dann ihr Mitgefühl ausdrücken könnten.

Buttons für Gefühle

Evsan geht davon aus, dass Facebook beides tun wird: "Es wird neben dem bekannten 'Like'-Button weitere Buttons geben, mit denen User Gefühle wie Dankbarkeit oder auch Melancholie äußern können. Ein 'Dislike'-Button wird auch mit dabei sein" sagte er.

Ein solcher Button war in der Vergangenheit von unterschiedlichen Seiten immer wieder gefordert worden. Insbesondere, seit immer mehr Flüchtlinge aus Syrien, dem Balkan und Nordafrika nach Europa kommen, waren die Rufe nach einem "Dislike"-Button lauter geworden. Denn mit der Zahl der Flüchtlinge war auch die Zahl an ausländerfeindlichen Kommentaren im Web und insbesondere auf Facebook gestiegen. Das Socialnetwork stand deshalb unter Druck. Zuletzt traf sich deshalb der deutsche Justizminister Heiko Maas mit Mitarbeitern von Facebook, um den Umgang mit der so genannten Hatespeech zu diskutieren. Facebook versprach daraufhin, hasserfüllte Kommentare zukünftig binnen 24 Stunden zu löschen und gründete auch eine Arbeitsgruppe zum Thema.

"Technisch war Facebook lange Zeit nicht so weit", sagte Evsan. So müsse Facebook etwa dafür sorgen, dass sich Kommentare der Nutzer zukünftig auch nach Emotionslage sortieren ließen. "Davon abgesehen müssen sich die Menschen auch erst auf derlei einstellen. Ich rechne aber damit, dass die neuen Funktionen angenommen werden", sagte er.

Ehrlichere Werbung

Kritik an möglichen Veränderungen auf Facebook kam zuvor immer wieder auch deshalb auf, weil Facebook in dem Ruf steht, das Verhalten seiner Nutzer zu überwachen und die gewonnenen Daten Werbetreibenden zumindest teilweise zugänglich zu machen. Ein "Dislike"-Button, so die Kritik vielerorts, passe da nicht ins Konzept.

Evsan widerspricht dem: "Natürlich bedeutet so etwas auch Veränderungen für die Werbeindustrie. Aber die Werbetreibenden wollen diese Veränderungen. Denn die Werbung wird dadurch unterm Strich ehrlicher."

Ibrahim Evsan ist Gründer, gehört zu Deutschlands erfolgreichsten Internet-Entrepreneuren. Seine Firma "Social Trademarks" ist darauf spezialisiert, Image und Reputation im Web aufzubauen. Für seine Kunden betreut die Kölner GmbH deshalb unter anderem rund 20.000 Facebook-Profile. Evsan ist außerdem neben "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann und Maria Böhmer, der Staatsministerin im Auswärtigen Amt für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik, Vorstandsmitglied der Deutschlandstiftung Integration sowie stellvertretendes Mitglied der Medienkommission der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen und Mitglied des UNICEF-Komitees.

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14.10.2015
!

Für den Dislike-Button gibt es sicher auch die genannten guten Gründe. Ich nehme allerdings an, dass er in der überwiegenden Zahl der Fälle als Mobbing-Button dienen wird. Und Emotionsbuttons wie jetzt schon bei bild.de sind ohnehin nicht mehr als eine ständige Quelle der Heiterkeit.

Bei der Gelegenheit: Wo ist eigentlich der Button für „rundum glücklich ohne Facebook“? Den könnte ich jeden Tag drücken ...


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