18,75 Mio Euro für 170 Arbeitsplätze in Druckerei: Madsack einigt sich mit Betriebsrat und Verdi

 

Einigung in Hannover - nach einem monatelangen Arbeitskampf um die Schließung der Madsack-Druckerei in Hannover-Kirchrode haben Geschäftsführung, Betriebsrat und Verdi Eckpunkte vereinbart. Madsack, angeführt von Konzernboss Thomas Düffert, ist bereit, bis zu 18,75 Millionen Euro in die Hand zu nehmen.

Einigung in Hannover - nach einem monatelangen Arbeitskampf um die Schließung der Madsack-Druckerei in Hannover-Kirchrode haben Geschäftsführung, Betriebsrat und Verdi Eckpunkte vereinbart. Madsack, angeführt von Konzernboss Thomas Düffert, ist bereit, bis zu 18,75 Millionen Euro in die Hand zu nehmen. Am Samstag muss die Verdi-Mitgliederversammlung in Hannover entscheiden.

Sie haben ihr Leid öffentlich geklagt, Videos gedreht und in die Sozialen Netzwerke gestellt, mit Kind und Kegel gekämpft, Plakate hochgehalten und in Hannovers Straßen demonstriert, Thomas Düffert als "Feudalherrscher" bezeichnen lassen, SPD-Landtagsabgeordnete Doris Schröder-Köpf eingespannt und sogar Niedersachsens Landesvater Stephan Weil hat eine "Kurskorrektur" von Madsack eingefordert. Seit Monaten wird in Hannover um den Erhalt der Madsack-Druckerei in Hannover-Kirchrode gekämpft.

"Die Entscheidung am bisherigen Druckstandort in Hannover nicht zu investieren, ist uns sehr schwer gefallen. Aufgrund der vorhandenen Infrastruktur aus den 70er-Jahren ist jedoch ein Invest wirtschaftlich nicht darstellbar", hatte Thomas Düffert Ende Juni erklärt; Christoph Rüth, im Madsack-Vorstand für Druckereien zuständig, sekundierte: "Die baulich veralteten und angesichts des gesunkenen Druckvolumens überdimensionierten Gebäude und Anlagen am bisherigen Standort in Hannover hätten im Fall des Fortbetriebs viel zu hohe Investitionen erfordert."

Hinter geschlossenen Türen hat sich die Madsack-Geschäftsführung jetzt mit dem Betriebsrat und Verdi auf die Fortführung der Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag und einen Sozialplan geeinigt: "Diese Verträge sollen insbesondere Abfindungen, Nachteilsausgleichsregelungen und die Kosten einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft ("Transfergesellschaft") für alle von der Druckerei-Schließung betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter festlegen. Dafür wurden erste Eckpunkte vereinbart. So soll das maximale Gesamtvolumen, das die Verlagsgesellschaft Madsack für diese Regelungen aufzuwenden hat, 18,75 Mio. Euro nicht überschreiten", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die kress.de vorliegt.

"Mit dieser finanziellen Gesamtausstattung von Sozialplan und Sozialtarifvertrag kommt die Geschäftsführung der Verlagsgesellschaft Madsack ihrer sozialen Verantwortung nach. Soweit der Sozialtarifvertrag und/oder der Sozialplan Regelungen enthalten, die zu niedrigeren Abfindungen führen, wenn Mitarbeiter der Druckerei dauerhaft zur Druckerei Oppermann in Rodenberg bei Bad Nenndorf wechseln oder Mitarbeiter die Leistungen der Transfergesellschaft nicht in voller Höhe in Anspruch nehmen müssen, werden die insoweit gesparten Kosten zur Hälfte wieder dem Sozialplan/Sozialtarifvertragsvolumen zugeführt. Die Druckerei Oppermann wird ab Januar 2017 zahlreiche Zeitungstitel – HAZ, NP und diverse Wochenblätter – im Auftrag von Madsack herstellen", heißt es in der Erklärung weiter.

Das Zwischenergebnis der Verhandlungen steht noch unter dem Vorbehalt, dass die betriebliche Verdi-Mitgliederversammlung an diesem Samstag zustimmt.

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